Neupflanzung vor dem Eiscafé

Junge Kugelplatanen statt alter Amberbäume

Die sechs großen Bäume auf dem Platz vor der Hemmstraße/Admiralstraße werden Anfang Februar gefällt. Ein Trost: Es soll Ersatz kommen.
02.02.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Velten
Junge Kugelplatanen statt alter Amberbäume

Diese vier und zwei weitere Amberbäume im Bereich des Platzes Hemmstraße/Admiralstraße sollen durch Kugelplatanen ausgewechselt werden.

Roland Scheitz

Die sechs großen Bäume auf dem Platz vor der Hemmstraße/Admiralstraße werden Anfang Februar gefällt. Ein Trost: Es soll Ersatz kommen.

Die sechs großen Bäume auf dem Platz vor der Hemmstraße/Admiralstraße werden Anfang Februar gefällt. Ein Trost: Es soll Ersatz kommen. Die Eigentümergemeinschaft hat intensiv nach einer Lösung gesucht und sie schließlich in einem Betrieb im niedersächsischen Umland gefunden. Die Landschaftsgärtner wollen spätestens Ende Februar sechs junge Kugelplatanen pflanzen.

Eine Gruppe von Findorffern will dort dennoch am Sonnabend, 4. Februar, 12 Uhr, für den Erhalt der alten Bäume demonstrieren.

Der belebte Platz vor dem Seniorenzentrum ist in Privatbesitz, er gehört wie der Gebäudekomplex selbst der Wohnbaugesellschaft Gebrüder Rausch. Unternehmensvertreter Marc Eschenhagen erklärte im November vor Ort das Problem: Die Wurzeln der sechs amerikanischen Amberbäume haben in den vergangenen Jahren das Straßenpflaster deutlich aufgeworfen.

In der Vergangenheit sei es wegen der Unebenheiten im Pflaster immer wieder zu Stürzen von Passanten gekommen. Die Eigentümergemeinschaft sei verpflichtet, das Gelände unfallfrei und sicher zu halten. Da die Bäume trotz ihres Alters von gut dreißig Jahren noch nicht unter die Baumschutzverordnung fielen, war die Genehmigung zur Fällung bereits eingeholt, hieß es.

Auf Bitte der anwesenden Beiratsvertreter versprach Eschenhagen, zunächst mögliche bauliche und pflegerische Alternativen ausloten zu lassen. In der Folge seien verschiedene Gartenbaubetriebe angefragt worden, die keine Möglichkeit sahen, die Bäume zu erhalten, und eine alternative Pflanzung für nicht sinnvoll hielten, teilten die Eigentümer kürzlich dem Ortsamt mit. Schließlich sei mit den „Gärtnern von Eden“ aus Scheeßel eine Firma gefunden worden, die eine andere Auffassung vertrete.

„Platanus hispanica ´Alphens Globe´“ lautet der botanische Name der jungen, 2,80 Meter hohen, tiefwurzelnden Bäume, die maximal fünf bis sechs Meter über Stammhöhe erreichen werden. Die Eigentümer erwarten für Fällung, Neupflanzung und die notwendigen Pflasterarbeiten Gesamtkosten in Höhe von rund 55 000 Euro.

„Wenn eine solch hohe Summe investiert wird, warum dann nicht für den Erhalt der Bäume und des Platzes in seiner aktuellen Form?“, fragt sich dagegen Maria Fetsi, die für Sonnabend zu einer „friedlichen Protestaktion“ aufgerufen hat.

Ohne die alten Bäume werde der Platz vor der Hemmstraße/Admiralstraße in seiner Schönheit und Aufenthaltsqualität zerstört. Es werde Jahrzehnte dauern, bis diese wieder hergestellt seien. Durch Auflockerung des Bodenreiches und eine Neupflasterung könnten die Bäume erhalten und die Sicherheit ebenso wiederhergestellt werden, lautet ihre Überzeugung.

„Wir sollten solch‘ schöne Orte der Erholung nicht kampflos aufgeben. Das ist auch der Sinn der Protestaktion“, erklärt die Findorfferin.

Doch für den Erhalt ist es nach Ansicht von Landschaftsgärtner Reinhard Wahlers zu spät. „Man kann die dicken alten Wurzeln nicht einfach kappen“, hält der Chef des beauftragen Scheeßeler Betriebes dagegen. Durch Schnittmaßnahmen würden die Bäume zu stark geschädigt und in ihrer Standfestigkeit gefährdet.

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