Alle unter einem Dach

Junge Leute gesucht

2018 soll ein Mehrgenerationenhaus mit 25 barrierefreien Wohnungen in der Friedrich-Karl-Straße in Bremen entstehen. Die Initiatoren informieren darüber Ende Januar.
11.01.2018, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sigrid Schuer

Hulsberg. Wohnen in Mehrgenerationenprojekten liegt im Trend. Gerda Frommeyer gehört zu den Initiatoren des Bauprojekts „Wohnwerk fk/4“, das in einem Haus mit 25 barrierefreien Wohnungen an der Friedrich-Karl-Straße verwirklicht werden soll. „Als junge Familie hätten mein Mann und ich uns sehr gewünscht, die Großeltern vor Ort gehabt zu haben“, sagt sie. „Zum Glück hatten wir damals gleichgesinnte Familien um uns herum, mit denen wir gemeinsam den Alltag bewältigen konnten.“

Verlässliche Ansprechpartner zu haben, Unterstützung zu bekommen, das sei das Ideal einer Großfamilie, einer Dorfgemeinschaft. „Das soll Realität eines Wohnprojekts werden, deren Mitglieder man sich sogar selbst aussucht“, fügt Gerda Frommeyer hinzu. Über das Bauprojekt Wohnwerk wird am Mittwoch, 31. Januar, um 19.30 Uhr informiert. Gesucht werden besonders Familien und junge Leute. „Die ersten jungen Familien haben sich bereits für uns entschieden“, sagt Gerda Frommeyer, die selbst Mieterin in einem Bremer Haus mit steilen Treppen ist.

„Die Erfahrung mit dem Alt-Werden meiner Mutter hat mir gezeigt, wie wichtig Mobilität und Kommunikation im Alter wird“, sagt sie. Eine erfahrene Architektin habe nach Interessentinen und Interessenten für dieses Projekt Ausschau gehalten und so habe sich über Mund-zu-Mund-Propaganda eine Kerngruppe gebildet. „Ein Haus mit 25 Wohneinheiten zu bauen – das bedarf sehr vieler Vorarbeiten. Wir wünschen uns ein Zusammenleben, bei dem sich alle mit ihren Möglichkeiten und Interessen einbringen können.“

Erfahrungen zeigten jedoch, dass Familien mit kleinen Kindern kaum Zeit hätten, sich in dieser Phase intensiv am Projektaufbau zu beteiligen. „Deshalb sind wir seit zwei Jahren eine Kerngruppe von 14 Personen, die über 50 Jahre alt sind, die sich regelmäßig trifft und mit Unterstützung von Architektur-, Finanz- und Rechtsberatung plant“, sagt die Initiatorin. Entstehen soll zusätzlich zu den 25 barrierefreien Wohnungen ein Gemeinschaftsraum mit einem großen Hof.

Im März soll nun endlich der Bebauungsplan für das Hulsbergviertel verabschiedet werden, gefolgt von der Ausschreibung des Baugemeinschafts-Grundstückes an der Friedrich-Karl-Straße 4. „Als Baugruppe haben wir den Vorteil, dass wir nicht in einen Bieterwettbewerb um das Grundstück treten müssen“, sagt Gerda Frommeyer. Eine sozial gemischte Wohngruppe zu werden, das werde aber wohl nur in Ansätzen gelingen, weil das Hulsberg-Konsortium einen sehr hohen Grundstückspreis festgelegt habe. „Wir werden unser Wohnprojekt rein privat finanzieren. Wenn wir genügend finanzstarke Mitglieder finden oder sozial engagierte Sponsoren, möchten wir gern mehr als zwei B-Schein-Wohnungen realisieren.“

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