Justizvollzugsanstalt Neues Hafthaus aus Containern ist bezugsfertig

In der Justizvollzugsanstalt Bremen ist ein neues Containerhaus fertiggestellt werden. 60 Insassen werden dort vorübergehend wohnen. Die Sanierungsarbeiten sollen bessere Bedingungen schaffen.
18.11.2021, 18:41
Lesedauer: 1 Min
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Neues Hafthaus aus Containern ist bezugsfertig
Von Hannah Krug

"Es ist ein Provisorium, aber es sieht wirklich nicht so aus": Justizsenatorin Claudia Schilling (SPD) über die vorübergehende neue Heimat von einigen Insassen auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA). "Es fühlt sich nach einem vollständigen Gebäude an und wenn man drin ist, würde man nicht vermuten, dass hier auf Basis von Containern gearbeitet wurde", sagte die Senatorin am Donnerstag bei einem Besuch in der JVA. Gemeinsam mit Finanzsenator Dietmar Strehl (Grüne), Anstaltsleiter Hans-Jürgen Erdtmann, Projektbeteiligten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der JVA besichtigte die Senatorin die neuen, jeweils rund zwölf Quadratmeter großen Haftplätze samt integrierten Nasszellen, die Gemeinschaftsräume und Dienstzimmer.

Das Containerhaus mit drei Etagen am Rand des Sportplatzes dient als Übergang für die Zeit, in der das Hafthaus II saniert wird. Die Aufstellung der Container hatte Mitte Mai begonnen. Für die Gesamtbaumaßnahmen an den alten Gebäuden sind sieben Jahre geplant, in denen das Containergebäude als Zwischenlösung dient. "Mit der Fertigstellung der Containeranlage kann Immobilien Bremen die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäude-Ensembles fortsetzen. Die Hafthäuser 1 und 2 sind in die Jahre gekommen und so ist es gut, dass auch dort bald die Arbeit beginnt", sagte Strehl.

Die alten Hafthäuser der JVA sind in einem maroden Zustand. Viele Zellen haben keinen abgetrennten Nassbereich. Durch den Einzug in das neue Container-Hafthaus würden sich die Haftbedingungen für 60 Häftlinge und die Arbeitsbedingungen für das hier tätige Personal deutlich verbessern, sagte Schilling. "Es ist meine feste Überzeugung: Wir müssen hinter Gittern auch im Sinne des Resozialisierungsgedankens die heutigen Ansprüche an eine menschenwürdige Unterbringung gewährleisten."

Aufgrund der Pandemie und der Verknappung von Baumaterial hatte es Verzögerungen bei der Fertigstellung des Container-Hafthauses gegeben. Das Problem waren fehlende Halbleiter, die als Folge von Lieferengpässen verspätet in Bremen eingetroffen waren. Ursprünglich sollte die Zwischenlösung schon im September bezugsfertig sein. Insgesamt liegen die Kosten für die Sanierung der Hafthäuser I und II bei rund 49 Millionen Euro.

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