Huchtingerinnen laden zum „Abend für die Damen“ ins Bürger- und Sozialzentrum ein Kabarett und Musik nur für Frauen

Ein Abend nur für die Frau. Ein Abend, an dem Frauen einander Komplimente machen, einfach sie selbst sein können und der Lila-Latzhosen-Zeit gedenken. Das Bürger- und Sozialzentrum Huchting veranstaltete zum elften Mal den „Abend für die Damen“.
16.03.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von VANESSA RANFT

Ein Abend nur für die Frau. Ein Abend, an dem Frauen einander Komplimente machen, einfach sie selbst sein können und der Lila-Latzhosen-Zeit gedenken. Das Bürger- und Sozialzentrum Huchting veranstaltete zum elften Mal den „Abend für die Damen“.

„Wie will ich Frau sein, wer bin ich denn, innen, außen und in mir? Wie will ich Ich sein, wie beweg ich mich, ist mein Lebenselixier“, stimmte die Band „Krause“ mit ihrem selbst geschriebenen Lied „Frau sein“ auf den Frauenkulturabend ein und beschrieb damit sehr treffend das Thema des Abends: das weibliche Geschlecht.

Der „Abend für die Damen“ wurde bereits zum elften Mal vom Bürger- und Sozialzentrum Huchting sowie dem Mütterzentrum ausgerichtet. Anlass war der Internationale Frauentag, der seit bereits über 100 Jahren am 8. März gefeiert wird. Er steht für die Rechte der Frauen und ist in vielen Ländern der Welt ein gesetzlicher Feiertag.

Veranstalterin Susanne Appel erhoffte sich von dem Abend vor allem eins: „Dass für die verschiedenen Kulturen, die hier in Huchting leben, ein Programmpunkt dabei ist, der ihnen gefällt, und sie gemeinsam einen schönen Abend verbringen.“ Neben der Band „Krause“ konnte sie dieses Jahr auch die französische Künstlerin Aline Barthelemy und die Kabarettistin Judika Lessmann, die mit viel Humor durch den Abend führte, für das Frauenkulturfest gewinnen.

Insbesondere Barthelemy präsentierte dem ausschließlich weiblichen Publikum ein großes Repertoire an Frauen-, Friedens- und Widerstandsliedern, welches optimal in den Rahmen der Abendveranstaltung passte. Dabei interpretierte sie hebräische, französische, türkische, russische sowie amerikanische Stücke und begleitete sich dabei auf einer Akustikgitarre. Damit ihr die Zuschauerinnen trotz fremder Sprache folgen konnten und in die richtige Stimmung versetzt wurden, erzählte sie vor jedem Lied von dessen Handlung und der jeweiligen Entstehungsgeschichte.

So trug sie auch das Stück „Bread and Roses“ vor, dessen zentrale Botschaft „The woman worker needs bread, but she needs roses too“ lautet. Dieser Ausruf stammt ursprünglich aus dem Jahr 1911 von einer New Yorker Gewerkschafterin, die damit darauf anspielte, dass Frauen neben gerechtem Lohn ebenfalls Anerkennung sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen brauchten. Ein Jahr darauf wurde der Leitspruch zu einer Streik-Parole und schließlich zu einem Lied vertont. Seitdem steht der Slogan „Brot und Rosen“ stellvertretend für die Frauenbewegung.

Anti-Aging-Cocktails und Latzhosen

Rosen sind auch das, was sich heutzutage noch viele Frauen zum Weltfrauentag wünschen. Auch der „Abend für die Damen“ hatte nicht unbedingt den Anspruch, der ursprünglichen Idee des Internationalen Frauentages zu gedenken. Vielmehr sollte er auf unterhaltsame Weise – quasi durch die Blume – zur Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau sowie der Frauenbewegung auffordern. Komplettiert wurde der Abend durch ein vielfältiges, internationales Büfett des Mütterzentrums.

Den Besuchern jedenfalls gefiel es, alle Tische in der Aula des Bürger- und Sozialzentrums waren zur Veranstaltung besetzt. Bei Anti-Aging-Cocktails und Erinnerungen an die lila Latzhose, die in den 70er-Jahren zum Modetrend der Frauenbewegung auserkoren wurde, amüsierten sie sich.

Die 71-jährige Zuschauerin Erika Heimann empfand die vergnügliche Umgangsweise mit dem Frauenthema als guten Ansatz: „Es gibt nach wie vor genug Frauen, die diskriminiert und unterdrückt werden, auch von ihren Männern. Da sind solche Veranstaltungen wichtig, um darauf aufmerksam zu machen.“

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