Ruben R. Plentz ist neuer Chefarzt der Nordbremer Klinik für Innere Medizin II

Kämpfer gegen den Krebs

Bremen-Nord. Mit Ruben R. Plentz hat zum 1.Krebs ist die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Jeder siebte Deutsche erkrankt an Darm-Krebs.
02.06.2017, 00:00
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Von Doris Friedrichs
Kämpfer gegen den Krebs

Ruben R. Plentz setzt auf fundierte Weiterbildung des Teams.

Christian Kosak

Bremen-Nord. Mit Ruben R. Plentz hat zum 1. Mai ein neuer Chefarzt die Klinik für Innere Medizin II am Klinikum Bremen-Nord übernommen. Seine Arbeitsbereiche: Gastroenterologie, Onkologie und Diabetologie. „Ich bin hier von einem tollen Team empfangen worden und sehe viel Potenzial für den Ausbau der Klinik und eine Verbesserung der Behandlungssituation in Bremen-Nord“, sagte der Mediziner anlässlich seiner Amtseinführung.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Jeder siebte Deutsche erkrankt an Darm-Krebs. „Die Darm-Krebsfälle haben zugenommen, die Sterberate hat aber in den letzten zehn Jahren abgenommen“, erklärte Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt im Rahmen der offiziellen Begrüßungsfeier des neuen Chefarztes. Mehr als 300 000 Menschen in Deutschland litten an entzündlichen Darmerkrankungen, acht bis zehn Millionen Menschen an Diabetes Mellitus.

Die Schwerpunkte Gastroenterologie, Onkologie und Diabetologie könnten nicht getrennt betrachtet werden, so Quante-Brandt weiter. „Das Verdauungssystem ist mehr als Magen und Darm, ein komplexes Zusammenspiel von 15 Organen.“ Prävention und interdisziplinäres Miteinander seien da umso wichtiger. Die Einstellung von Plentz als ausgewiesener Experte sei gut für den Klinikverbund (Geno) und für das Klinikum Bremen-Nord.

Ihn für die Klinik zu gewinnen, scheint indes nicht so leicht gewesen zu sein. Seit einem Jahr sei sie im Gespräch mit dem bisherigen geschäftsführenden Oberarzt in der Abteilung für Innere Medizin I an der Universitätsklinik Tübingen, sagte Jutta Dernedde, Geschäftsführerin des Klinikverbunds. „Ein langer Prozess des Sich-aneinander-Annäherns. Wir haben versucht, uns zu bewegen, weil wir der Meinung sind, Sie haben herausragende Qualitäten“, attestierte sie dem Professor. Nun käme es noch auf die Feinjustierung des Konzeptes an. Sie hoffe auf eine langfristige Verbindung zum Klinikum, betonte Dernedde abschließend.

Geboren und aufgewachsen ist Plentz in Hannover, wo er von 1994 bis 2001 an der Medizinischen Hochschule studierte. Zu seinen klinisch-wissenschaftlichen Schwerpunkten gehört die Therapie von Krebserkrankungen. Plentz verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen sowie Krankheiten der Leber und der Galle. Als Forscher beschäftigte er sich mit einer Vielzahl von Tumorarten wie Krebs der Leber, Gallenwege, Bauchspeicheldrüse und des Magens. Für seine wissenschaftlichen und klinischen Arbeiten wurde der verheiratete Vater zweier Kinder vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit Preisen von der Niedersächsischen Krebsgesellschaft.

Nisar P. Malek, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I der Universitätsklinik Tübingen, wohin Plentz 2011 von Hannover aus wechselte, skizzierte den beruflichen Weg Plentz' noch ein wenig detaillierter. Danach beschäftigte sich der 42-Jährige, der seine Doktorarbeit in der Anästhesie verfasste, unter anderem an der Harvard Medical School, der medizinischen Fakultät der Harvard University, mit Pankreaskarzinomen.

„Durch seine Arbeit ist das Verständnis solcher Erkrankungen sehr viel besser geworden.“ Es ginge dabei nicht nur um Grundlagenforschung, sondern auch um medizinisch ganz wichtige Erkenntnisse über grundlegende Mechanismen, um personalisierte Onkologie und die Umsetzung der Grundlagenforschung in einen konkreten Nutzen für den Patienten. In Tübingen sei Plentz zentraler Ansprechpartner für gastroenteronale Tumore gewesen. „Sie gewinnen hier einen exzellent ausgebildeten, wissenschaftlichen und progressiven Mann.“

Für Plentz, der Bremen als Herausforderung sieht, steht fest, dass nicht mehr alle Patienten eine uniforme Behandlung erhalten. Wichtig ist ihm außerdem eine fundierte Weiterbildung aller Assistenzärzte. So will er Fortbildungsveranstaltungen wieder aufleben lassen.

„Sie gewinnen hier einen wissenschaftlichen und progressiven Mann.“ Nisar P. Malek, Universitätsklinik Tübingen
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