Von Grohn mit 2:1 beim TSV Lesum gewonnenes Pokalspiel nimmt nach der Pause nicht nur sportlich Fahrt auf Kampf auf dem Platz, Getöse an der Linie

Lesum. Attraktiven Fußball bot das vom SV Grohn mit 2:1 (1:0) beim TSV Lesum-Burgdamm gewonnene Viertelfinale um den DFB-/Lotto-Pokal nicht. Aber die bis zum Schlusspfiff anhaltende Spannung sowie unschöne Randerscheinungen sorgten dafür, dass das Derby am Heidberg zumindest typischen Pokalcharakter versprühte.
29.04.2010, 22:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Jens Pillnick

Lesum. Attraktiven Fußball bot das vom SV Grohn mit 2:1 (1:0) beim TSV Lesum-Burgdamm gewonnene Viertelfinale um den DFB-/Lotto-Pokal nicht. Aber die bis zum Schlusspfiff anhaltende Spannung sowie unschöne Randerscheinungen sorgten dafür, dass das Derby am Heidberg zumindest typischen Pokalcharakter versprühte.

Kurz nach dem Moment, als Sahbi Zahrouni die von Darius Liwiak erzielte Grohner Führung (23.) zum 2:0 (48.) ausbaute, nahm die Partie erst Fahrt auf und dann neben dem Spielfeld auf. Postwendend verkürzte Burak Aydin nämlich auf 1:2 und ermutigte dann den zwei Klassen tiefer spielenden Bezirksligisten zu mehr Tatendrang. Okan Simsek, Vinzenz von Koll und Ahmet Koele hatten den Ausgleichstreffer auf dem Fuß oder Kopf bevor das rein sportliche Geschehen für zwei, drei Minuten in den Hintergrund rückte.

Ein Foul an Enis Baki (70.) ließ die Sicherungen bei einigen Spielern durchbrennen, es kam zur Rudelbildung und Schiedsrichter Bastian Norden (SG Aumund-Vegesack) und seine Assistenten sowie besonnenen Spieler hatte alle Hände voll zu tun, um Schlimmeres zu verhindern. Was sie nicht mitbekamen, war ein zeitgleich stattfindendes giftiges Wortgefecht zwischen Lesums Co-Trainer Martin Haskamp und Grohns Trainer Juan Schrader, in dem es weit unter die Gürtellinie ging. Glücklicherweise verließen die beiden 'Kampfhähne' ihre Coachingzonen jedoch nicht.

Zurück zum sportlichen Geschehen. Dass die im ersten Abschnitt überhaupt nicht geforderte Abwehr des Bremen-Ligisten SV Grohn so ins Schwimmen geriet, hatte mehrere Gründe. Erst schied Abwehrchef Tobias Biskup mit einer Fußverletzung aus (30.), dann nahm Juan Schrader auch noch den starken Björn Discher (65.) aus der Kette heraus. Was blieb, war eine Abwehrreihe (Bastian Malik, Marc Coldewey und Eugen Reschke), die in dieser Form noch nie miteinander gespielt hatte und dies auch erkennen ließ. Aber nicht nur die Defensivformation war schuld daran, dass Lesum Oberwasser bekam, sondern auch das nicht zwingend genug agierende Mittelfeld, das die technischen Vorteile nur selten zeigte und sich von den bis zum Ende aufopferungsvoll kämpfenden Lesumern den Schneid abkaufen ließ. Der letzte Wechsel (84.) von Lesums Trainer Lothar Hohnhorst hätte sich beinahe als entscheidender Glücksgriff erwiesen.

Mit seinem ersten Ballkontakt zwang Christian Ruhe Grohns Torhüter Marco Hampel an seiner ehemaligen Wirkungsstätte zu einer Glanzparade. Hampel hielt damit den Sieg fest, verhinderte das Lotteriespiel Elfmeterschießen und sicherte Grohn den Halbfinaleinzug gegen den Klassengefährten FC Bremerhaven.

'Ich wusste, dass es so kommen wird', zeigte sich Grohns Trainer Juan Schrader vom sehr zurückhaltenden Auftritt seiner Schützlinge, die den letzten Vergleich gegen Lesum noch mit 10:1 dominiert hatten, nicht überrascht. Trotz des Schongangs der 'Husaren' und der Lesumer Großchancen nach der Pause, äußerte sich Schrader nach dem Abpfiff: 'Ich habe nicht eine Sekunde gezittert.' Lesums Trainer Lothar Hohnhorst konnte sich an einer taktisch disziplinierten Leistung erfreuen und war 'zufrieden, auch wenn ein Remis oder Sieg natürlich besser gewesen wäre'. Ein wenig grübelte er darüber nach, ob gegen die nicht mehr als nötig tuenden 'Husaren' mehr möglich gewesen wäre: 'Vielleicht haben wir ein bisschen spät aufgemacht.'

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