Firmenevent in Woltmershausen Kampf der Gladiatoren

Am Sonnabend traten beim ersten "Fitness Gladiator" in der ULC Sportwelt Firmen gegeneinander an. Dafür mussten sie einen Hindernisparcours bewältigen, der an eine Fernsehshow erinnert.
21.07.2018, 21:20
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Kampf der Gladiatoren
Von Kristin Hermann

Die steile Wand scheint unüberwindlich. Leicht gebogen steht sie am Ende des Parcours, hoch oben der kleine rote Knopf, der die Erlösung bedeutet. Ohne ein bisschen Anlauf scheint er kaum erreichbar, doch ist die Kraft dafür noch da? Der Blick wandert unsicher zum Publikum, das gespannt innehält und wartet, ob man es schafft oder versagt.

Auf der anderen Seite die eigene Mannschaft, die immer wieder brüllt, man soll doch schneller machen. So oder so ähnlich könnten die Teilnehmer die Situation vor dem letzten Hindernis wahrgenommen haben, die am Sonnabend beim ersten „Fitness Gladiator“ in der ULC Sportwelt in Woltmershausen mitgemacht haben – einem Wettkampf für Firmen, die im Außenbereich des Fitness-Centers einen anspruchsvollen Hindernisparcours bewältigen müssen.

Angelehnt ist die Veranstaltung an die RTL Fernsehshow „Ninja Warrior“. Ziel ist es, vier Hindernis-Parcours erfolgreich zu absolvieren; dafür bedarf es sowohl Kraft, Ausdauer als auch Körperbeherrschung. Ganz ähnlich läuft es an diesem Tag in der ULC-Arena ab. Neun Teams haben sich während der Vorrunden in den vergangenen Wochen für das Finale qualifiziert.

Der Name ist Programm

Die gemeldeten Mannschaften bestehen jeweils aus vier Mitarbeitern. Jeder Einzelne muss den Par­cours im „The Rock“ alleine bewältigen – die erreichte Zeit wird mit den anderen Mitgliedern der Mannschaft addiert. Die insgesamt elf Hindernisse haben es in sich: Neben Kletterwänden müssen sich die Teilnehmer unter anderem an Ringen, Trampolinen und schwingenden Bällen behaupten.

Einige der Kandidaten haben sich extra Trikots für die Veranstaltung bedrucken lassen. Besonders Team „Muskeltattoo“ sticht mit Neonfarben aus der Masse heraus. Der Name ist bei den Männern Programm. Sie arbeiten bei den Firmen „Muskelkater“ in der Bremer Neustadt, einem Geschäft für Sportnahrung und Nahrungsergänzungsmittel, und bei „Hansetattoo“.

Ihre Leidenschaft für Sport verbindet sie. Wie die meisten Kandidaten haben Geschäftsführer Manuel Beutel und seine Mitarbeiter deshalb auch schon vorab geübt. Das Team hat sich schließlich hohe Ziele gesteckt: „Wir wollen ganz klar den Sieg“, sagt Beutel. Gleich zu Beginn sieht es auch nicht schlecht aus. Die Vier starten als erstes Team in der Qualifikationsrunde und sind in 3,50 Minuten durch. Nur einmal verliert ein Kandidat den Halt an einem der Turnringe und rutscht ab – das bedeutet 15 Strafsekunden oben drauf. Doch damit liegt „Muskeltattoo“ trotzdem noch weit vorne. Zum Vergleich: Der Kandidat des zweiten Teams braucht allein rund dreieinhalb Minuten, um sich durch die Hindernisse zu quälen.

Mit dem Trend gehen

Angespornt werden sie neben ihren Fans im Publikum von den beiden Moderatoren des Tages: Janique Johnson von Energy Bremen und Jörg Wontorra. Für den Sportmoderator, der am erst am Morgen aus Malaga eingeflogen ist, ist diese Veranstaltung besonders spannend. Seine Tochter Laura moderiert das Original bei RTL.

„Bei den Dreharbeiten habe ich bereits zugeschaut und war begeistert“, sagt der 69-Jährige. „Ich muss mich als Sportjournalist schließlich auch über Trendsportarten informieren und bin ganz froh, zur Abwechslung mal etwas anderes als Fußball zu begleiten.“ Seine Kollegin Janique Johnson ist sich sicher: Viele der Hindernisse sehen leichter aus, als sie sind. „Man kann sich da schnell überschätzen“, sagt sie.

Mit dem besonderen Hindernis-Parcours will sich die ULC-Sportwelt breiter aufstellen und mit dem Trend gehen, erklärt Clubmanager Gunnar Biermanns. Er hat für das Event sogar extra zwei verkleidete Gladiatoren in die Arena geholt, die für Stimmung beim Einlauf der Kandidaten sorgen. Auch nach der Meisterschaft soll der Parcours für Interessierte geöffnet bleiben.

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Mitglieder könnten sich damit auf verschiedene Wettkämpfe vorbereiten oder ihn als Ergänzung zu ihrem üblichen Fitness-Training gebrauchen. Sogar Junggesellenabschiede dürfen die Anlage bei Bedarf nutzen. So viel Einsatz geht natürlich nicht spurlos an den Körpern der Teilnehmenden vorbei. Immer wieder stöhnen die Sportler laut auf, das Publikum reckt die Hälse.

Besonders die Hände werden stark in Mitleidenschaft gezogen. Kandidat Alex Nevrela hat schon kurz vor Start der Qualifikationsrunde mit Blasen und Schmerzen an den Handinnenflächen zu kämpfen. An vielen Stationen müssen sich die Männer und die wenigen Frauen, die in den Teams sind, an Sprossenwänden entlang hangeln oder an Ringen baumeln. Und auch die Ketten an den schwebenden Gummibällen hinterlassen ihre Spuren.

Nevrela und seine Freunde gehören zu den wenigen, die nicht zusammen arbeiten. Sie haben kurz vor dem Finale eine Wildcard gewonnen – ganz zur Freude der befreundeten Pärchen. Sie fahren regelmäßig auf Sportevents und trainieren zusammen im Fitnessstudio. Viel Zeit zur Vorbereitung blieb den Vieren allerdings nicht. „Wir nehmen es, wie es kommt“, sagt Nadine Olejnik.

Hitze macht den Kandidaten zu schaffen

Besonders viel Respekt hat sie vor der Wand am Ende, die wie eine Halfpipe gebogen ist. „Ich hoffe, dass wir dafür noch ausreichend Kraft haben“, sagt sie. Die Hitze an diesem Tag macht den Kandidaten zu schaffen. Pünktlich zum Start der Veranstaltung kommt die Sonne raus und scheint mit voller Wucht auf den Parcours.

Am Ende des Qualifikationsdurchgangs schaffen es vier Teams ins Halbfinale. Dort werden die Abläufe noch einmal modifiziert. Nun treten die einzelnen Läufer jedes Teams hintereinander an und anspruchsvollere Hindernisse kommen hinzu. Für die Männer vom Team „Muskeltattoo“ reicht es im Finale nur für den dritten Platz – zufrieden sind sie trotzdem.

Den ersten und zweiten Platz trennen nur elf Sekunden voneinander. Das Team „Blaulicht“ von der Polizei Bremen benötigt für den Abschlussdurchgang 5,10 Minuten. Die Sieger stellt letztendlich eine Mannschaft, die den Parcours wohl am besten kennt: Das Team der ULC-Sportwelt selbst erreicht mit 4,59 Minuten die beste Zeit von allen. Der erste Wanderpokal bleibt also erst einmal im Sportcenter.

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