Kanalsanierung Kanalsanierung in Walle startet

An der Ecke Waller Ring / Lange Reihe / Steffensweg ist der Abwasserkanal so marode, dass er dringend saniert werden muss. Drei Monate lang wird dafür nun der Verkehr umgeleitet.
05.04.2018, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Kanalsanierung in Walle startet
Von Anne Gerling

Walle. Autofahrer in Walle müssen sich ab Montag, 9. April, möglicherweise umorientieren: Der Waller Ring wird fast drei Monate lang, nämlich bis Freitag, 22. Juni, für den Durchfahrtsverkehr gesperrt. Denn unter der Kreuzung Lange Reihe / Steffensweg ist der Abwasserkanal so marode, dass er dringend erneuert werden muss. Seit Längerem gilt für Autos in diesem Bereich des Waller Rings schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer. „Das war das sichtbare Zeichen dafür, dass im Untergrund etwas ist“, erklärt der bei Abwasserentsorger Hansewasser für die Maßnahme verantwortliche Projektleiter Thomas Wesch. Mit dem Tempolimit sollten starke Erschütterungen und Schläge beim Überfahren von Unebenheiten möglichst vermieden werden.

Der alte gemauerte Kanal mit Ei-Profil hat an dieser Stelle einen besonders großen Durchmesser, da darüber das gesamte Gebiet Steffensweg und Häfen entwässert wird. Regelmäßig finden Begehungen statt; dabei waren vor einiger Zeit Absenkungen am oberen – dicken – Ende aufgefallen. „Das hat uns veranlasst, einen etwa zehn Meter langen Stahlträger mit Stahlstützen einzuziehen“, so Wesch. Derartige Maßnahmen seien eher selten nötig – deshalb solle nun auch schnell gehandelt werden. In Abstimmung mit der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) will Hansewasser deshalb noch vor dem Sommerfahrplan die Straße aufreißen, um das Verbindungsstück, das drei Meter unter der Kreuzung im Boden liegt, komplett zu erneuern.

Die Baustelle wird sich dabei jeweils rund 20 Meter in beide Richtungen des Waller Rings sowie in die Lange Reihe und den Steffensweg hineinziehen. Denn auch die Anschlusskanäle im Steffensweg und in der Langen Reihe müssen erneuert werden; dort geht es insgesamt um rund 38 Meter Kanal. Diese Abschnitte mit Ei-Profil sind in den Jahren 1904 beziehungsweise 1931 gebaut worden. Sie sollen nun gegen neue Elemente mit einem Kreisprofil ausgetauscht werden, die über eine Art Adapter an die alten Kanalabschnitte angeschlossen werden. Damit es mit der Baumaßnahme zügig vorangeht, soll Thomas Wesch zufolge auch sonnabends gearbeitet werden. Besonders große – und laute – Geräte werden voraussichtlich kaum zum Einsatz kommen, da an dieser Stelle im Boden neben dem Kanal auch eine sehr große Fernwärmeleitung, Elektrokabel und eine große Wasserleitung liegen. Durch diese hohe Dichte an Versorgungsleitungen ist es sehr eng, weshalb hier besonders sensibel gearbeitet werden muss.

Für Fahrradfahrer bringt die Baumaßnahme eine langfristige Verbesserung: Nach Beendigung der Erdarbeiten soll bei der Ampel in der Langen Reihe auf der Fahrbahn eine Aufstellfläche für sie eingerichtet werden.

Wie immer bei Kanalsanierungen können Fußgänger und Radfahrer auch in diesem Fall die Baustelle nahezu problemlos passieren. Anders sieht es dagegen für Autos, LKW und Busse aus: Während für den Durchgangsverkehr ab Utbremer Kreisel, Paradice und Nordstraße Umleitungsstrecken über das BSAG-Depot beziehungsweise die ­Hansestraße ausgeschildert werden, können Anwohner während der Baumaßnahme bis an die Baustelle heranfahren und dort wenden.

Auch die Buslinien 20, 26 und N7 sind von der Baustelle beziehungsweise den Umleitungsmaßnahmen betroffen. Die Buslinie 26 endet während der Baumaßnahme nicht wie gewohnt an der Emder Straße, sondern an der Haltestelle Waller Straße der Straßenbahnlinien 2 und 10. Der Bus bedient am Bahnhof Walle nur die Haltestelle „Bahnhof Walle Steig E“, biegt rechts auf die Waller Heerstraße ab und macht dann einen U-Turn, bevor er nach Huckelriede zurückfährt. Die Haltestellen „Bahnhof Walle Steig C“, Lange Reihe, Waller Ring und Emder Straße entfallen auf der Linie 26 in diesem Zeitraum.

Die Linie 20 fährt ab Bahnhof Walle über die Waller Heerstraße/Utbremer Straße und dann bis zur Haltestelle Waller Ring im Verlauf der Linie 28, deren Haltestellen sie auch bedient. Ab dort fährt die Linie 20 wieder ihren gewohnten Kurs. Lediglich die Haltestellen „Bahnhof Walle Steig C“ und Lange Reihe entfallen.

Statt über die Strecke Nordstraße / Bremerhavener Straße / Werftstraße / Stapelfeldtstraße fährt die Nachtlinie N7 zwischen Bahnhof Walle und Gröpelingen über die Waller Heerstraße / Gröpelinger Heerstraße. Die Haltestellen, die nicht vom Bus angefahren werden, werden vom Linien-Taxi N17 bedient. Diese Linie bringt Fahrgäste zur Hansestraße, wo sie in die N10 Richtung Hauptbahnhof umsteigen können. Fahrgäste, die mit der N10 vom Hauptbahnhof kommen, können an der Hansestraße umgekehrt auch ins Linien-Taxi umsteigen. Das Taxi muss nicht telefonisch bestellt werden. Lediglich die Haltestelle Lange Reihe kann auch vom Linien-Taxi nicht bedient werden.

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