Vorbildliche Gemeinschaftsaktion: Kajakfahrer haben jede Menge Müll aus der Weser gefischt Kanusportfreunde räumen auf

Peterswerder. Marvin B. hat seine EC-Karte eingebüßt.
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Kanusportfreunde räumen auf
Von Monika Felsing

Marvin B. hat seine EC-Karte eingebüßt. In der Weser hat sie sich wieder angefunden, zerknautscht und unbrauchbar, in einer mit Steinen beschwerten Plastiktüte. Kanuten haben sie aus dem Wasser geholt, zusammen mit jeder Menge anderem Müll.

Einiges davon habe der Verein der Polizei übergeben, sagt Norbert Klockgether, der Bootshauswart der Kanusportfreunde. Der Rest sei dank der Vermittlung von „Bremen räumt auf“ von Eno-Mitarbeitern abgeholt und kostenlos entsorgt worden. Auch zwei Plakate der CDU aus dem Bürgerschaftswahlkampf 2015.

Was die Paddler, besonders die Kajak-Jugend, beim wöchentlichen Training sonst noch so alles aus der Weser gefischt hat, hat Norbert Klockgether aufgelistet wie bei einer Inventur: Zwei Geldbörsen waren dabei, Schlüssel in einer Mülltüte, eine Brechstange und ein weiteres Einbruchswerkzeug, zwei kleine Schmucketuis, ein Aktenkoffer mit persönlichen Dokumenten, ein Skateboard, ein Regenschirm, ein Fahrradvorderreifen, zwei Rettungsringe, zwei Absperrkegel, zwei Paddel, ein Feuerlöscher, Hunde- und Kinderspielzeug, Frisbeescheiben, ein Lenkrad, Fuß- und Tennisbälle, Kinderspielzeug, ein Skateroller, Anglerzubehör, eine Klobrille, samt Klobürste und Klodeckel, eine Gehhilfe, ein Fernsehsockel, Schuhe, Handschuhe, ein Teppichklopfer, Sitzkissen, Unmengen von Plastikfolien, Tüten, Dosen, und sehr viel anderer Müll. Mit den Fotos der Fundstücke, originell und eindrucksvoll in Szene gesetzt, könnte der Verein eine kleine Ausstellung bestücken. Die Bälle und einiges andere sind sauber gemacht worden und werden wieder benutzt.

Besonders viel Unrat treibt regelmäßig vor der Gastromeile an der Schlachte und zwischen Wilhelm-Kaisen und Bürgermeister-Schmidt Brücke auf der Weser, wissen die Wassersportler aus leidiger Erfahrung. „Trotz der vielen Abfallbehälter lassen viele Leute ihren Müll einfach stehen, und der findet sich dann beim kleinsten Windstoß in der Weser wieder“, sagt Norbert Klockgether. „So findet man dort viele dieser To-Go-Getränkebecher, Plastikflaschen, Einkaufstüten und so weiter. Besonders schlimm ist leider auch der Flohmarkt an der Schlachte.“ Danach liegt vieles im Wasser, was nicht ins Wasser gehört.

„Als ökologisch orientierter Verein liegt uns die Sauberkeit unseres Paddelreviers sehr am Herzen“, schreibt der Bootshauswart. „Plastikteile, Mikroplastik sowie deren Zersetzungsprodukte in unseren Flüssen und Meeren und deren erhebliche Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme sind längst als weltweites Problem erkannt.“ Auf eines mussten die Freiwilligen bei der Müllabfuhr auf dem Wasser besonders achten: dass sie beim Versuch, etwas für die Umwelt zu tun, nicht kentern. Ein ganz besonderer Trainingseffekt.

Mehr auf www.kanusportfreunde.de. Einige junge Kanuten sind ganzjährig aktiv.

Jugendwarte: Christian Kantak und Birgit Grotheer.

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