Künstler Jinsu Du stellt Zeichnungen im Bremer Konfuzius-Institut aus / Probleme der chinesischen Gesellschaft thematisiert

Karikaturen aus dem Reich der Mitte

Bremen. Seine Zeichnungen sind bunt und verspielt, aber nicht unkritisch. Der chinesische Karikaturist und Künstler Jinsu Du, mit Künstlernamen Lao Du, stellt zurzeit eine Auswahl seiner Zeitungskarikaturen im Konfuzius-Institut in Bremen aus.
23.01.2014, 00:00
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Von MIRIAM APKE
Karikaturen aus dem Reich der Mitte

Karikaturist Lao Du aus Peking zeigt Zeichnungen und Illustrationen aus den Jahren 1995 bis 2013.

Karsten Klama

Seine Zeichnungen sind bunt und verspielt, aber nicht unkritisch. Der chinesische Karikaturist und Künstler Jinsu Du, mit Künstlernamen Lao Du, stellt zurzeit eine Auswahl seiner Zeitungskarikaturen im Konfuzius-Institut in Bremen aus. In seinen Zeichnungen geht er auf Probleme der chinesischen Gesellschaft ein: „Ich versuche in meinen Bildern Geschichten zu erzählen und zum Nachdenken und Handeln anzuregen“, sagt er.

Lao Du begann 1995 als Zeitungskarikaturist für die Tageszeitung Beijing Youth Daily zu zeichnen. Seine Illustrationen bezogen sich auf aktuelle Nachrichten und Schlagzeilen. Auf diese Weise hatte er die Möglichkeit, politische und gesellschaftliche Themen zu kommentieren: „In gewissem Maße ist es möglich, das System Chinas zu kritisieren“, sagt er, „das geht in Karikaturen manchmal einfacher, als in Berichten“. Allerdings habe er stets darauf geachtet, die Grenzen der Pressefreiheit zu respektieren, um kein Publikationsverbot zu bekommen. „Mit meiner Ausstellung in Bremen will ich zeigen, dass Chinas Gesellschaft sich entwickelt hat und auch bei uns kritische Themen in Tageszeitungen behandelt werden“, sagt Du. Manche der behandelten Themen, wie beispielsweise Umweltverschmutzung oder Kindererziehung, seien auch in Deutschland aktuell. Ab 2005 illustrierte Du dann hauptsächlich Themen aus Leserbriefen und arbeitete im Auftrag unterschiedlichster Medien im In- und Ausland. Für seine Arbeiten erhielt der Künstler mehrfach den Pekinger Medienpreis. Mittlerweile zeichnet Du aber immer weniger für Zeitungen: „Es gibt inzwischen sehr viele Karikaturisten in China, deswegen fokussiere ich mich zukünftig auf andere künstlerische Projekte.“

Für nicht chinesische Besucher sind die Aussagen der Illustrationen teilweise schwer zu verstehen. Deswegen hängt neben jedem Bild eine kurze Erklärung und die Übersetzung der Sprechblasen. „Diese Bilder wurden in dieser Form noch nie vorgestellt, schon gar nicht im Ausland“, sagt Maja Linnemann, Geschäftsführerin des Konfuzius-Instituts. „Für Bremer ist es eine einmalige Gelegenheit mehr über Chinas Gesellschaft zu erfahren“, meint sie. Interessierte können sich die Ausstellung bis zum 9. März im Konfuzius-Institut, Ansgaritorstraße 1, ansehen. Die Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 14 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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