'Karin Friedrichs - Werkschau der Bremer Künstlerin' im Overbeck-Museum

Christina Klemke
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Christina Klemke

Vegesack. Dass Kunst mehr sein kann als ein bloßes Farbenspiel auf Leinwand oder Papier zeigt die Ausstellung 'Karin Friedrichs - Werkschau der Bremer Künstlerin' im Overbeck-Museum, die am vergangenen Sonntag eröffnet wurde. Neben klassischen Siebdruck-Gemälden, die zu einer intensiven Betrachtung einladen, bietet die Ausstellung auch eindrucksvolle Skulpturen zum Anfassen und Erleben. In der Kunstausstellung des Overbeck-Museums prallen derzeit zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. Zum einen verbreiten die Ölgemälde von Künstler Fritz Overbeck den Charme vergangener, fast vergessener Tage, indem sie bäuerliche Landschaften oder Frühlingsszenarien naturgetreu darstellen. Zum anderen bieten die Werke von Karin Friedrichs einen Einblick in eine ganz andere, moderne Welt der Künste. Dabei nutzt die Bremer Künstlerin jedes Material - von Holz bis Spiegelglas - um ihre Kreativität und Vielseitigkeit zum Ausdruck zu bringen. 'Für Künstler ist ein Werk

keine leere Projektionsfläche, sondern etwas, das zu einem Dialog mit dem Betrachter einlädt. Ein Bild ist immer das Ergebnis einer geistigen Interaktion zwischen Maler und Betrachter. Ohne unser Bewegen bleiben die Kunstwerke stumm', erklärt Friederike Daugelat, Leiterin des Overbeck-Museums.

Ihre Worte beziehen sich dabei ganz konkret auf Friedrichs? Werke, deren Wirkung und Charakter erst dann zum Vorschein kommen, wenn sich die Betrachter auf jedes einzelne Kunstwerk einlassen und damit interagieren. Denn Friedrichs? Werke zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie nicht bloß betrachtet, sondern auch angefasst und erlebt werden können. Mit 'Tanz in der Tür 1' aus dem Jahre 1991 drückt die studierte Sängerin und Künstlerin beispielsweise ihre Vorliebe für die menschliche Figur und die Bewegung aus. Mit einer Verbindung von Malerei und Sculpturage ist es Friedrichs mit diesem Werk gelungen, aus einer gewöhnlichen Holztür ein eindrucksvolles Kunstwerk zu schaffen, das die menschliche Bewegung kunstvoll inszeniert. Dreht der Betrachter an der bemalten Skulptur, beginnt sie zu tanzen.

Ob mit derartigen Drehmechanismen oder den farbenfrohen Pinselstrichen - die Künstlerin schafft es, in jedes ihrer Werke Dynamik zu bringen. 'Kunst und jede Art von Kunst bedeutet Leben für mich. Ob es der Tanz, die Musik oder eben die Malerei ist, man kann alles auf unterschiedlichste Weise miteinander verbinden und in einen harmonischen Einklang bringen', erklärt Karin Friedrichs. Diese Wandlungsfähigkeit ist es auch, die die Besucher der Ausstellungseröffnung am meisten schätzten. 'Ich finde die unterschiedlichen Techniken und den außerordentlichen Ideenreichtum der Künstlerin sehr beeindruckend. Außerdem harmonieren die alten Gemälde von Fritz Overbeck wunderbar mit den modernen Kunstwerken von Frau Friedrichs', sagt Hanns-Jörg Scupin.

Bis zum 16. Januar bietet die Ausstellung 'Karin Friedrichs - Werkschau der Bremer Künstlerin' Besuchern die Möglichkeit, sich intensiv und ganz individuell auf die moderne Kunst einzulassen und ihre vielseitigen Gestaltungs- und Deutungsmöglichkeiten zu erleben.

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