Neue Gartenordnung

Keine Abschottung gegen Familien

Für die neue Gartenordnung setzt sich der stellvertretende Vorsitzende des Kleingartenvereins Fresenbult ein. Laut Bernd Schebesta bedarf es einer Besinnung auf die Wurzeln des Kleingartentums.
19.02.2018, 18:35
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Keine Abschottung gegen Familien
Von Frank Hethey
Keine Abschottung gegen Familien

Trampoline sollen künftig in Kleingärten nicht mehr erlaubt sein

Christina Kuhaupt

Im Streit um die neue Gartenordnung für Kleingärten in Bremen (wir berichteten) warnt der stellvertretende Vorsitzende des Kleingärtnervereins Fresenbulten, Bernd Schebesta, vor einer Aushöhlung des „kleingärtnerischen Gedankens“. Nach seiner Überzeugung „schielt“ die Stadt Bremen auf einige Kleingartengebiete als Baugrund. Darum sieht Schebesta in der zunehmenden Freizeitnutzung von Kleingärten eine Gefahr für deren Fortbestand. „Wenn wir weiter abdriften in Richtung Wochenendgebiet, werden nicht nur Gebiete umgewidmet, sondern auch Pachtzinsen stark steigen“, so Schebesta. Seine Schlussfolgerung: „Ergo müssen wir uns ganz klar wieder deutlich zu den Wurzeln des Kleingartentums zurückbesinnen.“ Als vorbeugende Maßnahme gegen Begehrlichkeiten von außen interpretiert Schebesta darum auch den Passus, den Garten selbst zu bewirtschaften.

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Die Hinweise des Landesverbands der Gartenfreunde auf die Unfallgefahr von Trampolinen hält Schebesta zwar für „überzogen“, da die Eltern klar verantwortlich seien. Dennoch stört auch er sich an Trampolinen, die „wie Pilze aus dem Boden geschossen“ seien und „eine ganze Menge Platz“ beanspruchten. Sein Appell an junge Familien: „Traut euren Kindern mehr Fantasie zu.“ Eines Trampolins bedürfe es nicht wirklich, bisweilen reiche „ein Eimer Wasser oder eine kleine 'Matschecke'“. Eine Abschottungstendenz gegen Familien mit Kindern kann Schebesta nicht erkennen, sei doch in der neuen Gartenordnung ausdrücklich festgehalten, dass Kinderlärm toleriert werden müsse.

Schebesta sieht in der Neufassung der Gartenordnung von 2001 keine Überreglementierung, sondern eine notwendige Anpassung an die sich wandelnde Mitgliederstruktur. Bislang „ungeschriebene Gesetze“ müssten aufgeschrieben werden, um den kleingärtnerischen Gedanken aufrecht zu halten. Die Vorschrift, auf einem Drittel der Gartenfläche Obst und Gemüse anzubauen, ist laut Schebesta „ein ganz alter Hut“, der jetzt nur „unmissverständlich“ formuliert sei.

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