Findorffer Kinder brachten mit dem Theater „Schnurzepiepe“ das Rotkäppchen auf die Bühne

Keine Angst vorm bösen Wolf

Weidedamm. Von berühmten Schauspielern hat man es ja schon öfter gelesen: Auf der Bühne und vor der Kamera macht es viel mehr Spaß, die „Bad Guys“ zu spielen als die langweiligen Braven. Der schauspielernde Nachwuchs sieht das offensichtlich ganz ähnlich.
13.02.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Velten
Keine Angst vorm bösen Wolf

Die Rotkäppchen vom Weidedamm haben keine Angst vor den bösen Wölfen, aber viel Spaß am Theaterspielen. Und vor allem darum geht es beim „Theater Schnurzepiepe“.

Roland Scheitz

Weidedamm. Von berühmten Schauspielern hat man es ja schon öfter gelesen: Auf der Bühne und vor der Kamera macht es viel mehr Spaß, die „Bad Guys“ zu spielen als die langweiligen Braven. Der schauspielernde Nachwuchs sieht das offensichtlich ganz ähnlich. Bei den aktuellen Inszenierungen von „Rotkäppchen und der Wolf“ gab es nicht nur einen, sondern gleich zwei, drei oder sogar fünf böse hungrige Wölfe.

Ensembles aus dem Kindergarten „Fidibus“, aus der Kindertagesstätte der Martin-Luther-Gemeinde und der Grundschule am Weidedamm erarbeiten gerade parallel Inszenierungen des Märchenklassikers, und sie hatten es so entschieden. Geleitet wird die Theaterarbeit von dem jungen Findorffer Schauspieler- und Theaterpädagogenpaar Tanja und Felix Wegner alias „Kindertheater Schnurzepiepe“.

Die meisten Eltern oder Großeltern werden sich vielleicht zunächst an einen schauerlichen Kindheitsschocker mit albtraumfördernden Szenen erinnern, mit dem sich auch reihenweise renommierte Psychotherapeuten befasst haben. Ein „Märchen über Selbstbestimmtheit, Vorurteile und dem Wunder von besonderen Begegnungen“ sehen die beiden Theaterprofis in der Grimmschen Vorlage. Das passt wunderbar zu den diesjährigen Bremer Grundschultagen: „Für ein friedliches Miteinander“ lautet nämlich das Motto, und bei der neuen Rotkäppchen-Produktion des Schnurzepiepe-Theaters hatten die Kinder ein wichtiges Wörtchen mitzureden.

„Wir haben mit den Kindern viel darüber geredet: Was ist das eigentlich, das Böse?“, erzählt Tanja Wegner. Es ist „wütend und hungrig“, erklärte einer der jungen Wölfe vom Weidedamm. Aber: Das Böse wird letztendlich besiegt, und es ist ohnehin nur eine Rolle, die nach dem Schlussapplaus mit Kostüm und Schminke sofort wieder abgelegt werden kann. „Theaterspielen heißt, sich in andere Gefühle hineinzuversetzen“, erzählte eine andere kleine Akteurin am Weidedamm.

Auf die Idee, neben selbst geschriebenen Kinderstücken genau dieses Märchen auf die Bühne zu bringen, habe sie der eigene Sohn gebracht, erklären die Wegners. Der Dreijährige fand es „immer so toll, und wollte es immer wieder hören“, berichtet Tanja Wegner. „Kinder wissen am besten, was sie sehen wollen, und deshalb arbeiten wir so eng wie möglich mit ihnen zusammen“, sagen die Theaterprofis, die seit 2010 unter dem Namen „Schnurzepiepe“ Kindergärten, Grundschulen, Bürgerhäuser und Freilichtbühnen in ganz Norddeutschland bespielen.

Parallel arbeiten die ausgebildeten Theaterpädagogen regelmäßig in Kitas und Grundschulen, begleiten die Kinder professionell bei Theaterprojekten, die immer in einer gemeinsamen Aufführung münden. Dabei gehe es ihnen um „altersgerechte Theatererlebnisse, die die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflussen und eine möglichst lebenslange Lust am Theater wecken beziehungsweise erhalten sollen“, sagen die Wegners, die vor zwei Jahren aus Neuss nach Findorff gezogen sind.

Teil ihres Findorffer Projekts ist schließlich auch eine Neuinszenierung des „Rotkäppchen“, bei der Tanja und Felix Wegner selbst auf der Bühne sämtliche Rollen übernehmen werden. Die Regieassistenz hatten die Mädchen und Jungen der Martin-Luther-Gemeinde, die jede Menge eigener Ideen und Verbesserungsvorschläge einbrachten, erzählen die Wegners.

Im Mai wird „Schnurzepiepes Rotkäppchen“ dann als Findorffer Beitrag zu den Grundschultagen im Bürgerhaus Weserterrassen aufgeführt. Aber alle Findorffer Kinder, die gerade zum „Making of“ beitragen, bekommen demnächst eine exklusive „Preview“.

Einrichtungen und Kulturstätten, die Interesse an einer Kooperation oder einer Aufführung mit dem Kindertheater „Schnurzepiepe“ haben, finden nähere Informationen und Kontaktdaten über die Internetadresse www.schnurzepiepe.de.
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