Kommentar zur Polizei bei Werderspielen

Keine heile Fußballwelt

Dass das Fan-Projekt mit seinen Vorwürfen in die Öffentlichkeit geht, statt den Dialog mit der Polizei zu suchen, zeigt, dass keine heile Fußballwelt gibt. Auch nicht in der grün-weißen Kuscheloase an der Weser. Ein Kommentar von Ralf Michel.
11.02.2015, 00:00
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Keine heile Fußballwelt
Von Ralf Michel

Sie könnte so schön sein, die Bremer Fußballwelt. Ein Traumstart in die Rückrunde mit drei Siegen in Folge, Werder inzwischen dichter an den internationalen Rängen als am Abstieg. Und dann dies: Das Fan-Projekt Bremen kritisiert das massive Polizeiaufgebot bei Heimspielen von Werder Bremen und wirft den Beamten aggressives Verhalten gegenüber Fans und Zuschauern vor.

Das ist starker Tobak, den die Polizei natürlich vehement zurückweist. Doch allein, dass das Fan-Projekt überhaupt mit derart massiven Vorwürfen in die Öffentlichkeit geht, statt den Dialog mit der Polizei zu suchen, zeigt, dass es so etwas wie eine heile Fußballwelt nicht gibt. Auch nicht in der grün-weißen Kuscheloase an der Weser.

Und es kommt noch dicker. Denn da ist ja auch noch der Bremer Vorstoß, die Deutsche Fußball Liga an den Kosten für Polizeieinsätze bei Werder-Heimspielen zu beteiligen. Vor diesem Hintergrund könnte die Klage der Fans über eine völlig überhöhte Polizeipräsenz am Weserstadion sehr schnell eine überaus unappetitliche politische Dimension bekommen, die bundesweit für negative Schlagzeilen sorgen dürfte.

Deshalb gehören in dieser Angelegenheit alle Beteiligten an einen Tisch. Und das so schnell wie möglich. Es gilt das Eigentor des Jahres für die Stadt Bremen zu verhindern.

ralf.michel@weser-kurier.de

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