Nach dem Ende des BID fehlt das Geld

Keine Weihnachtsbeleuchtung für das Bremer Viertel

Es fällt schwer, sich das Ostertor und das Steintor ohne weihnachtliche Beleuchtung vorzustellen. Doch aus finanziellen Gründen wird es in diesem Jahr keine Lichterketten geben.
22.11.2014, 16:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Monika Felsing und Britta Kluth
Keine Weihnachtsbeleuchtung für das Bremer Viertel

Mit Ende der fünfjährigen Projektphase besteht die Initiative im Viertel seit Mitte Oktober offiziell nicht mehr.

Christina Kuhaupt

Es fällt schwer, sich das Ostertor und das Steintor ohne weihnachtliche Beleuchtung vorzustellen. Doch es wird in diesem Jahr keine Lichterketten geben.

Advent, Advent, kein Lichtlein brennt – für die mit Lichterketten geschmückten Bäume und die originelle Adventsbeleuchtung ist dieses Jahr kein Geld da. Ab 2009 kam das Geld dafür aus dem Topf des Viertel-BID (Business Improvement District), in den Hauseigentümer an dem Wirtschaftsverbesserungsgebiet einzahlen mussten. Die Interessengemeinschaft „Das Viertel“ (IGV) hat unter anderem auch den Lichterschmuck organisiert.

Die fünfjährige Laufzeit des BID ist im Oktober zu Ende gegangen. „Ohne BID kann es aber vieles, was wir sowohl im Ostertor als auch im Steintor eingeführt haben, nicht geben“, sagt Norbert Caesar. „Das schließt die Weihnachtsbeleuchtung genauso mit ein wie beispielsweise die Begrünung im Frühjahr.“ Dem Inhaber des gleichnamigen Haushaltswarengeschäfts im Ostertor und Vorsitzenden der IGV macht es zu schaffen, dass der Lichterglanz in diesem Jahr ausbleibt: „Wenn die Menschen von der prächtig beleuchteten Innenstadt in Richtung Viertel kommen, werden sie sich ohne Frage wundern.“

Über 300 Betriebe im Stadtteil seien deshalb angeschrieben worden, um per anonymer Umfrage auszuloten, wer für eine Beleuchtung selbst aufkommen würde, sagt Norbert Caesar. Die meisten Lichterketten hängen noch in den Bäumen, allein die kunstvoll gestalteten Straßenlampen (siehe Kasten) sind nach sieben Jahren aus Sicherheitsgründen ausrangiert worden.

„Damit die Kosten nicht explodieren, hätten etwa 150 Geschäfte mitmachen müssen“, sagt Norbert Caesar Caesar, „aber nur drei der angeschriebenen haben Bereitschaft signalisiert.“ Mit der fehlenden Weihnachtsbeleuchtung möchte die IGV jetzt auch ein Zeichen dafür setzen, dass mehr Initiative im Stadtteil notwendig ist. Das von einigen Immobilienbesitzern kritisierte BID sollte zur Erhöhung der Standortattraktivität beitragen. Seine Befürworter würden gern weitermachen. Derzeit sei man auch schon dabei, die Wiederauflage für 2015 vorzubereiten und das Konzept neu zu gestalten, sagt Norbert Caesar, der sich ein „vielfältiges und attraktives Stadtteilleben“ wünscht.

Nichts läuft von alleine

„Es läuft eben nicht alles von alleine“, sagt auch Ronald Kurmis von Blumen-Lauprecht aus der Horner Straße, „den Wegfall des BID bekommen wir schon jetzt zu spüren, weil zum Beispiel ein Teil der Werbung wegfällt.“ Auch die Weihnachtsbeleuchtung hätte der Neustädter gerne beibehalten. Denn ohne die Lichterketten in den Bäumen vor seinem Geschäft gehe viel Atmosphäre verloren. Für die Kosten wäre er zwar freiwillig aufgekommen, sagt er, aber ein Elektriker habe das Kabel zu seinem Blumenladen gekappt.

Wer dafür verantwortlich gewesen sei, wisse er nicht. Jetzt hängen die Lichter zwar noch in den Bäumen, bleiben aber dunkel – nicht zuletzt aus solidarischen Gründen, wie Ronald Kurmis erklärt.

Brigitte Muschter vom Sonnenstudio Sunshower in der Horner Straße findet es zwar ebenfalls sehr schade, dass es in diesem Jahr keine festliche Beleuchtung im Viertel geben wird. Für Extraausgaben habe sie auf der anderen Seite aber auch leider keine Luft. „Die Mieten hier sind hoch, und es gibt nur wenige Geschäfte, die viel verdienen“, sagt die Geschäftsfrau. Von der Viertelinitiative habe sie sich mehr versprochen, als geschehen sei.

Von selbst geschieht im Moment nichts. Damit das Ostertor und das Steintor im nächsten Advent geschmückt sind, ist noch einiges an Engagement und Überzeugungsarbeit nötig.

Wer sich doch noch für eine weihnachtliche Beleuchtung im Viertel engagieren möchte, kann sich an die Interessengemeinschaft „Das Viertel“ wenden, E-Mail info@dasviertel.de.

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