Schwaneweder Bauhof stellt am Tag der offenen Tür sein Leistungsspektrum und Berufsbilder vor Kinder auf der Kehrmaschine

Schwanewede. Seit 1974 ist der Bauhof am Lycker Weg Dreh- und Angelpunkt der unterschiedlichsten Gewerke. Vielen Einwohnern der Gemeinde ist dennoch weitgehend unbekannt, wer sich hier auf welche Art für das Wohl der Schwaneweder Bürger einsetzt.
07.09.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Alexander Bösch

Seit 1974 ist der Bauhof am Lycker Weg Dreh- und Angelpunkt der unterschiedlichsten Gewerke. Vielen Einwohnern der Gemeinde ist dennoch weitgehend unbekannt, wer sich hier auf welche Art für das Wohl der Schwaneweder Bürger einsetzt. Aus diesem Grund hatte das Team des Bauhofs beschlossen, nach neun Jahren wieder einen Tag der offenen Tür zu veranstalten.

„Viele sind überrascht, dass wir 2770 Straßenlaternen betreuen, zehn Hektar Grünflächen pflegen und allein 5000 Gullys reinigen“, erzählt Stefan Gröger. Der Bauamtsleiter freut sich nicht nur über den Nebeneffekt, dass „mal wieder alles auf Vordermann gebracht“ wurde.

Viele Mitarbeiter hätten nach dem Motto „Was macht Papa eigentlich?“ die Gelegenheit genutzt, um ihren Familien ihre Tätigkeit näherzubringen. Überdies sind viele Ehemalige gekommen. Vorsichtshalber hatte man die Hallen ausgeräumt, damit die Gäste im Trockenen den selbst gebackenen Kuchen der Landfrauen Schwanewede genießen können. In den Werkstätten warten Geduldsspiele und kreative Angebote. Schautafeln stellen die Mitarbeiter und ihre Arbeit vor. Wer gut aufpasst, der kann Sachpreise wie zwei Fuder Holz bei einem Quiz gewinnen. Den ersten Preis (eine Familien-Jahreskarte fürs Bad) gewann nach Auskunft der Gemeinde Ute Otten, der zweite Preis ging an Johanne Diercks, der dritte an Heiko Synowziks.

Zufrieden beobachtet Bauhofleiter Herbert Poppe die Kinder, die aufgeregt die Führerhäuser von Minibaggern, Kehrmaschinen und Radladern besetzen. „Der Muldenkipper setzt die Container ab, in die Laub und Gras gefüllt wird, mit dem Unimog werden die Straßenseitenräume gemäht“, erklärt Poppe. Wer wissen möchte, was man unter einem Lichtraumprofil versteht und welche Handgeräte sich auf den Transportern der Gartenkolonne befinden, bekommt ebenfalls Auskunft.

Aus der Werkstatt der Bauhofelektriker Peter Unger und Andreas Karnahl dringen surrende Klingeltöne, begleitet von gelegentlichem Fluchen. Das Geduldsspiel „Der heiße Draht“ erfordert eine ruhige Hand. „Bei unserem Job darf man keine Höhenangst haben“, erzählt Peter Unger. Bereits die Hälfte der 2770 Leuchtmittel und Laternen habe man auf LED- und Energiesparlampen umgestellt. Mulmig wird dem Elektriker nicht, wenn er in luftiger Höhe eine Lampe auswechselt: „Eigentlich ein schönes Gefühl!“ Auch in Grundschulen, Kindergärten oder im Dorfgemeinschaftshaus müssen er und sein Kollege zuweilen ran – „oder wenn durch Vandalismus was kaputtgeht“.

Neben der Schlosserei, dem Tiefbau und der Gärtnerei stellt sich auch die Tischlerei vor. André Freitag hat 30 Vogelhäuschen gefertigt, die von Kindern bemalt werden. Der Tischler ist seit 16 Jahren ein Meister im Umgang mit natürlichen Baustoffen. Vom Anfertigen von Schulbuswartehäuschen, Holztischen und -bänken bis hin zu ganzen Hochebenen in Kindergärten samt Miniküche reicht sein Aufgabenbereich.

Azubis in spe zeigt der Tischlermeister die Kreissäge, den Langlochbohrer und das Massivholzlager an ihrer möglicherweise künftigen Ausbildungsstätte. „Am liebsten sind mir Azubis, die schon ein Berufsbildungsjahr hinter sich haben. Die lass ich als erstes einen Schrank bauen, dann staunen die immer“, verrät André Freitag.

Für Bodo ist all das noch Zukunftsmusik . Der 3-Jährige spielt wie versessen mit einem Spielzeugtraktor auf einem aufgeschütteten Sandhaufen. „Seine ersten Worte waren Papa, Mama, Trecker“, verrät Mutter Meike lächelnd.

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