Kinder beschäftigen Wenn Mama und Papa zum Spielen zu müde sind

Der Tag war lang und nun setzt die Müdigkeit ein. Die Kleinen sind aber noch voller Energie. Was nun? Ein paar Tipps, wie man den Nachwuchs bei Laune hält und dabei sogar im Liegen entspannt.
14.02.2021, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Marie-Chantal tajdel und Verena Maria Schurr

Eltern wissen, dass es nur sehr selten – wenn überhaupt – so abläuft wie in der Werbung: Die Kinderzimmer sind tadellos aufgeräumt, und die Kleinen tollen mit roten Bäckchen still und friedlich im Garten herum. Die Realität sieht anders aus: Eltern sind für das Wohl der Kinder, für gesundes Essen und Getränke zuständig – und auch noch dafür, dass der Nachwuchs die Welt spielerisch mit ihnen gemeinsam entdeckt. Und auch wenn lebhaftes Spielen, Lärmen und Brüllen bei Kindern untrennbar zusammen gehören, gibt es Augenblicke, in denen man Ruhe braucht. Was können Eltern also tun, wenn sie völlig erschlagen von der Arbeit nach Hause kommen und am liebsten vor dem Abendessen noch ein kleines Nickerchen halten würden?

Ob im Bett, auf dem Sofa oder auf dem Boden: Beim sogenannten Horizontal
Parenting schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Man beschäftigt die Kleinen und erholt sich sogar ein wenig dabei.

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Horizontal Parenting ist ein Begriff, der in den USA geprägt wurde und wörtlich übersetzt so viel heißt wie „horizontale Erziehung“ oder „Erziehung in der Waagerechten“. Dabei werden die Kinder bespaßt, während man selbst die Füße hochlegt. Angeblich raten sogar Experten dazu. Denn wer selbst entspannt ist, geht auch entspannt mit seinem Kind um.

Und auch wenn man es kaum glauben mag, aber zwei oder drei Kinder machen manchmal weniger Arbeit als eines. Wenn das Kind allein ist, sollte man einfach einen seiner Freunde einladen – und schon sind ein paar Minuten Freizeit drin. Ansonsten braucht es für müde Mamas und Papas oft nur ein wenig Fantasie.

Wie beim Arzt-Spiel: Als Patient ist man quasi zur strengen Bettruhe verdonnert, das Kind muss einen untersuchen und verarzten. Das geht gut mit richtigem Spielzeug, aber auch das ein oder andere Küchengerät kann dafür zum Einsatz kommen. Viele Kinder haben besonders Spaß daran, einmal die Rollen zu tauschen und die Verantwortung zu haben.

Besonders ruhig wird es beim Ninjaspiel: Hierfür einfach die Augen schließen und die Kleinen so leise wie möglich an einem vorbei- oder über einen rüber schleichen lassen. Sind sie zu laut, müssen sie wieder von vorn anfangen. Vorteil hierbei: Das Kind ist leise und ein kleines Nickerchen ist vielleicht auch noch drin. Eine Abwandlung des Ninja-Spiel ist Keiner-sagt-etwas. Die Spielregeln sind einfach und das Spiel ist sofatauglich: Niemand darf etwas sagen oder ein anderes Geräusch von sich geben, auch Lachen ist nicht gestattet. Wer als erstes losprustet, hat verloren, der Gewinner bekommt eine kleine Belohnung. Einen Wermutstropfen gibt es aber: Auch Schnarchen ist nicht erlaubt.

Ebenfalls ein beliebtes und sehr entspanntes Spiel ist es, das Kind Wörter, Zahlen oder Bilder mit dem Finger auf den Rücken malen zu lassen, welche die Eltern dann im Anschluss erraten müssen.

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Mit ein klein wenig Aufwand verbunden: Bürsten, Pinsel und Schwämmchen braucht es für eine kleine Schminksession. Vielleicht können die Farben und Utensilien zum Einsatz kommen, die Mama eh schon aussortiert hat. Einfach einen alten Pullover anziehen, schön still liegen bleiben und der Fantasie des Nachwuchses freien Lauf lassen. Und wenn gar nichts anderes mehr geht, gibt es immer noch den Klassiker, nämlich ein Buch vorlesen.

Ebenfalls beliebt: das Hörbuch. In der Bremer Stadtbibliothek gibt es eine gute Auswahl an Hörbüchern, die die Kleinen fesseln und die Fantasie anregen. Märchen, Geschichten und Kindersendungen stehen als altersgerecht aufbereitete Hörbücher zur Verfügung – für den Fall, dass man eindeutig zu müde zum Vorlesen ist. Während man mit den Kindern auf der Couch kuschelt, ist vielleicht sogar noch ein Power Nap drin.

Neben Hörbüchern sind mittlerweile auch Podcasts für Kinder beliebt. Die Sendung mit der Maus hat zum Beispiel ihren eigenen Podcast mit einer großen Auswahl an Beiträgen. Einen eigenen Podcast-Kanal für Kinder gibt es auch, zu hören unter www.kidspods.de.

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Was bei den Kleinen auch immer geht: Malen. Das entspannt nicht nur Eltern und Kind, sondern soll sogar für die Entwicklung der Kleinen wichtig sein und ihr Selbstvertrauen stärken. Oft genügen lediglich ein Blatt Papier und ein Stift. Es gibt aber auch Kinder, die sich gern anleiten lassen. Wie wäre es also mit Schattenmalen oder Kritzelkratzel? Beim Schattenmalen geht es darum, die Konturen von Quietscheenten, Pferd und Co. nachzuzeichnen. Im Anschluss werden die Formen ausgemalt. Für die Kritzel-Malereien müssen zunächst wirre Linien auf ein Blatt gemalt werden. Die Felder, die durch das Überschneiden der Linien entstehen, werden anschließend in verschiedenen Farben ausgemalt. Falls im Garten ebene Bodenplatten verlegt wurden, kann der Nachwuchs auch mit Straßenmalkreide ganz große Kunst erschaffen.

Entspannen im Bad: Nicht zum Schlafen, aber zumindest zum Herunterfahren kommt man, wenn man den Kindern die Badewanne füllt und sie im warmen Wasser planschen lässt. Für jede Menge Spaß in der Wanne sorgt beispielsweise Malseife, mit der sich die Kleinen gegenseitig bemalen und sich gleichzeitig sauber waschen. Der Vorteil: Die erschöpfte Mama oder der müde Papa können sich einfach im Bad in einen Stuhl oder auf die Badematte setzen, einen Tee trinken und ein Buch lesen. Im Sommer lässt sich der Badespaß auch bequem nach draußen verlegen. Im Planschbecken kann der Nachwuchs dann eventuell mit den Nachbarskindern im Wasser wirbeln. Der Vorteil: Möglicherweise hat der Nachbar Zeit für die Aufsicht, und die müde Mama kann sich für ein Nickerchen hinlegen.

Wenn die Kinder doch lieber ein Gesellschaftsspiel auspacken wollen, bietet sich beispielsweise ein Kartenspiele wie Uno an. Das kann man sogar auf dem Bauch liegend auf dem Sofa spielen.

Das Inselspiel: Wenn es draußen einmal wieder grau und regnerisch ist, kann man mit dem Nachwuchs auch im Wohnzimmer spielen. Eltern legen einfach einige „Inseln“ auf dem Boden aus, das können etwa rutschfeste Gymnastikmatten, Sofapolster oder ein Hula-Hoop-Reifen sein. Die Kinder müssen von Insel zu Insel hüpfen und dürfen den Boden dazwischen nicht berühren, denn da lauert das müde Papa-Krokodil – geeignet aber nur für diejenigen, denen das begeisterte Gekreische nichts ausmacht.

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