Insgesamt 25 Kitas mit der Plakette "Haus der kleinen Forscher" ausgezeichnet Kinder bringen Kartoffeln zum Schwimmen

Bremen-Nordost. Kartoffeln können schwimmen. Wie das geht? Die Kinder der Awo-Kita "Singdrossel" in Schwachhausen haben es demonstriert. Ein Glas, Wasser und Salz - mehr ist nicht nötig. In der Kita experimentieren die kleinen Forscher regelmäßig und erkunden die Natur. So lüften sie mit Taschenlampen das Geheimnis des Schattens oder gehen Farben mal so richtig auf den Grund.
27.01.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Silja Weisser

Bremen-Nordost. Kartoffeln können schwimmen. Wie das geht? Die Kinder der Awo-Kita "Singdrossel" in Schwachhausen haben es demonstriert. Ein Glas, Wasser und Salz - mehr ist nicht nötig. In der Kita experimentieren die kleinen Forscher regelmäßig und erkunden die Natur. So lüften sie mit Taschenlampen das Geheimnis des Schattens oder gehen Farben mal so richtig auf den Grund.

Die Einrichtung hat sich wie 24 andere die Plakette "Haus der kleinen Forscher" verdient. Kleine und große Vertreter von Tagesstätten, Kinder- und Familienzentren und Kindergruppen nahmen die Auszeichnungen jetzt im Universum entgegen. Die Jugendsenatorin und das Universum sind lokale Netzwerkpartner der bundesweiten Initiative "Haus der kleinen Forscher". Heidemarie Rose, Abteilungsleiterin Junge Menschen und Familie bei der Senatorin für Arbeit, Frauen, Jugend, Gesundheit und Soziales, und Universum-Geschäftsführer Martin Cepek überreichten die Plaketten nebst Urkunden.

Der Startschuss für das Projekt fiel vor zweieinhalb Jahren. Das Ziel: spielerisch und nachhaltig die Begeisterung der drei- bis sechsjährigen Mädchen und Jungen an naturwissenschaftlichen und technischen Phänomenen zu fördern. Zu diesem Zweck sei eine Zusammenarbeit mit den Grundschulen wichtig, betonte Rose. "Eine Unterteilung zwischen Kita und Grundschule ist dabei nicht relevant, sondern ein gemeinsames Bildungsverständnis", sagte sie und bekräftigte: "Das 'Haus der kleinen Forscher´'ist eine gute Investition."

Stolz nahmen die Geehrten ihre Plakette entgegen. Schließlich steckt eine Menge Arbeit in dem Projekt: Fortbildungen und Workshops für Erzieherinnen, Forschertage in den Einrichtungen und im Universum sowie Exkursionen ins Universum und eine Dokumentation der Experimente sind Voraussetzungen, um sich "Haus der kleinen Forscher" nennen zu dürfen.

Wie einfach, aber wirkungsvoll die Versuche sein können, demonstrierte Christine Schorr, Leiterin der Bildungsabteilung des Universums, mit einem kollektiven Experiment. Alle im rappelvollen Saal sollten ihre Hände zu Fäusten ballen, eine Hand anlecken und über beide Hände pusten. "Die eine ist kalt", staunte ein kleiner Junge über die so entstandene Verdunstungskälte.

Neben zehn Nachfolgeauszeichnungen erhielten sechs Neueinsteiger eine Plakette sowie neun Quereinsteiger, also Einrichtungen, die bereits erfahren in Forschungsprojekten sind. Was die Kinder untersucht haben und wie die kleinen Forscher ans Werk gegangen sind, zeigten einzelne Kitas auf einer "Ideenmesse" im Universum an Pinnwänden, auf Tischen oder mittels Computerpräsentationen.

Der Elternverein Kakadu in Schwachhausen etwa nahm die Kinder mit auf eine "Reise zum Mond" - mit Raketen aus Brausetablettenröhrchen und viel Fantasie. "Das macht einfach Spaß. Die Kinder merken gar nicht, dass sie etwas lernen", erläutert Leiterin Karen Weiß den spielerischen Ansatz. Die Auszeichnung für die Arbeit des vergangenen Jahres in der Hand berichtet sie bereits über das aktuelle Projekt: Winter, Eis und was passiert mit Schnee, wenn ich ihn mit ins Haus nehme?

Überschäumender Vulkan

Derweil befasst sich Amelie vom Kinderhaus Lesum am Nachbartisch mit einem eher heißen Thema. Die Sechsjährige bastelt einen Vulkan. In die Wasserflasche kommen Spülmittel, Essig und Backpulver - bis die Mischung überschäumt und die Kinderaugen strahlen.

"Uns hat das Forschen unwahrscheinlich viel Spaß gemacht", sagt Sylwia Pawlusinski, Leiterin der Awo-Kita "Singdrossel". Geplant sei, das Kita-Gartenhaus umzufunktionieren und ein Forscherlabor einzurichten, in dem die Kinder künftig eigenständig naturwissenschaftliche Phänomene für sich entdecken können.

Jede Betreuungseinrichtung kann sich für die offizielle Auszeichnung "Haus der kleinen Forscher" bewerben. Voraussetzung ist, dass sie mit den Kindern regelmäßig auf Entdeckungsreise geht. Die Projekte sind für einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt. Die Plakette bleibt für immer. Informationen zu den Anforderungen und Bewerbungsverfahren gibt es im Internet unter www.haus-der-kleinen-forscher.de.

Folgende Einrichtungen wurden jetzt ausgezeichnet: Neueinsteiger: Kinderhaus Lesum, Evangelischer Kindergarten Oberneuland, Awo-Kita "Singdrossel", Kindergarten "Murmel", die Einrichtung Kinder Leben, Evangelische Jona Kiga/Krippe. Quereinsteiger: Kinder und Familienzentrum Löwenzahn, Kita Technologiepark, Kinder- und Familienzentrum Hardenbergstraße, Kita Kakadu, Kita Fritz-Gansberg-Straße, Kinder und Familienzentrum Hammersbeck, Kita Reepschlägerstraße, Kinder und Familienzentrum Zeppelinstraße, Kita Vorstraße. Folgeauszeichnung: Kindertagesheim Am Fleet, Kindergruppe Delmestraße, Kita Krögersweg, Kinder- und Familienzentrum Engelkestraße, Kita der Abraham-Gemeinde, Kita Engadiner Straße, Kita Haferkamp, Kita Mülheimer Straße, Kita St. Marien und Kita Stichnathstraße.

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