Erfolgreiches Integrationsprojekt in Lüssum: 16 Mädchen und Jungen bestehen ihre erste Karate-Prüfung Kinderhorde wird zum disziplinierten Team

Seit Oktober treffen sich die Teilnehmer eines Sport-Integrationsprojektes einmal in der Woche im Haus der Zukunft, um gemeinsam Karate zu trainieren. Die Ausbildung übernehmen Trainer der SG Aumund-Vegesack, die Vereinsbeiträge für die 22 Kinder bezahlt die Beamten-Baugesellschaft. Jetzt legten 16 von ihnen ihre erste Karate-Prüfung ab.
16.02.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Kosak und Julia Ladebeck

Seit Oktober treffen sich die Teilnehmer eines Sport-Integrationsprojektes einmal in der Woche im Haus der Zukunft, um gemeinsam Karate zu trainieren. Die Ausbildung übernehmen Trainer der SG Aumund-Vegesack, die Vereinsbeiträge für die 22 Kinder bezahlt die Beamten-Baugesellschaft. Jetzt legten 16 von ihnen ihre erste Karate-Prüfung ab.

Lüssum. Der Spaß am Sport und der Stolz auf die erreichte Leistung war den strahlenden Gesichtern der Mädchen und Jungen anzusehen. 16 Kinder haben am Montagabend im Haus der Zukunft erfolgreich ihre erste Karate-Prüfung abgelegt. Es war der vorläufige Höhepunkt eines Integrationsprojektes, bei dem 22 Kinder aus sechs Ländern von Trainern der SG Aumund-Vegesack (SAV) in Karate unterrichtet werden. Die Beiträge für die Vereinsmitgliedschaften der Kinder zahlt die Beamten-Baugesellschaft (BBG).

Die Idee zu diesem Projekt hatte SAV-Karate-Trainerin Claudia Barg. Sie ist Erzieherin im Haus der Zukunft und kennt viele Kinder aus dem Lüssumer Stadtteil durch ihre tägliche Arbeit. Gemeinsam mit Quartiersmanagerin Heike Binne, Sozialarbeiterin Iris Kraft und Andreas Seiler, dem Leiter der SAV-Karateabteilung, entwickelte sie das Konzept. Im Herbst war das Integrationsprojekt gestartet. Seit Oktober treffen sich die jungen Teilnehmer im Alter von acht bis 15 Jahren jeden Montag in der Gymnastikhalle im Haus der Zukunft zum Training. Karate-Trainerin Sylvia Bergholz berichtet von den anfänglichen Schwierigkeiten: "Zuerst war alles sehr durcheinander und die Kinder hatten große Probleme, sich aufeinander einzustellen."

Disziplin und Respekt sind wichtig

Unter den Nachwuchskarateka sind türkische, rumänische, russische, deutsche, kurdische und polnische Kinder. "Inzwischen wird das Projekt sehr gut angenommen. Vor allem, weil wir verlässlich jeden Montag für die Kinder da sind und sie merken, dass wir mit ihnen etwas aufbauen wollen", erläuterte Co-Trainerin Claudia Barg. Die kleinen Einzelkämpfer seien zu einem festen Team zusammengewachsen. "Einige haben so viel Talent, dass sie in einer anderen Gruppe in unserem Verein zusätzliches Training bekommen", sagte Andreas Seiler. In dem Kursus trainieren die Kinder neben den Kata-Übungen Disziplin, Körperbeherrschung und ihren Gleichgewichtssinn. Außerdem geht es um Respekt.

"Alle Kommandos werden japanisch gesprochen", erzählte Sylvia Bergholz. "Dadurch müssen alle Kinder genau zuhören und darauf achten, was welches Kommando bedeutet." In wenigen Wochen ist aus der wilden Kinderhorde eine Mannschaft geworden. Mit den Prüfungen, die von Seiler abgenommen wurden, haben die Karatekas nun ein weiteres Ziel erreicht. "Alle haben die Prüfung zum 9. Kyu bestanden, das ist der erste Schülergrad und erlaubt das Tragen des weiß-gelben Gürtels", erläuterte Seiler. Die Kosten für die Gürtelprüfungen wurde mit Mitteln aus dem Programm Wohnen in Nachbarschaften finanziert. Ihre erste Karateprüfung zum 9. Kyu bestanden Acar Dilges, Juan Dag, Diana Gacenbiller, Furkan Köhler, Yowita Krajewska, Katrin Schötz, Svenja Schötz, Yigit Schubert, Adam Skorupski, Krystian Skorupski, Evin Teymuroglu, Mehmet Teymuroglu, Meryem Teymuroglu, Stefanie Welsch, Zbigniew Wesolowski und Zidan Yildirim.

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