Anwohnerin und Ortsamtsleiter setzen sich für Abriss ein Kiosk auf dem Ulrichsplatz vermodert

Ostertor. Im Ostertor regt sich Unmut. Das Kioskhäuschen auf dem Ulrichsplatz verrottet. Eine Anwohnerin und der Ortsamtsleiter fordern den Abriss.
26.01.2014, 00:00
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Von Liane Janz

Im Ostertor regt sich Unmut. Das Kioskhäuschen auf dem Ulrichsplatz verrottet. Eine Anwohnerin und der Ortsamtsleiter fordern den Abriss.

Da muss was passieren, denkt Lolo Dinné jedes Mal, wenn sie an dem Kioskhäuschen auf dem Ulrichsplatz vorbei geht. Seit rund einem Jahr steht die zentral gelegene Bude leer, sie ist mit Brettern verrammelt und gammelt vor sich hin. Besonders an der Rückseite wird das sichtbar. An einer Ecke hat jemand Latten abgerissen, die Dämmung liegt frei und ist Wind und Wetter ausgesetzt. „Die Bürger sind sauer, weil das furchtbar aussieht“, sagt Lolo Dinné. Sie hält den Zustand des Häuschens außerdem für gefährlich. Einmal habe sie beobachtet, wie ein Kind an der beschädigten Ecke des Kiosks gespielt habe. Die Mutter habe es sofort weggezogen.

Der Beirat Mitte teile Lolo Dinnés Meinung, dass dort etwas passieren muss, sagt Ortsamtsleiter Robert Bücking (Grüne) auf Nachfrage. Der Beirat habe zwar nie einen Beschluss zu dem Thema gefasst, nehme aber regelmäßig zur Kenntnis, was dort passiert – und dass eben nichts passiert. Die Stadtteilpolitiker seien einhellig der Meinung, das Häuschen müsse weg. „Das ist die eigentlich logische Schlussfolgerung“, findet Robert Bücking. Mal davon abgesehen, dass es nicht ansehnlich sei, könnte das ohnehin enge Viertel ein bisschen mehr Platz an dieser Stelle gut gebrauchen.

"Er hat was für die Wartenden getan"

Bis vor wenigen Jahren haben die Eltern von Bettina Marten-Jähnke auf dem Platz Zeitungen und Zeitschriften verkauft. Heute betreibt die Tochter der einstigen Kioskbesitzer mit ihrem Mann Peter einen Zeitschriften- und Tabakladen im Steintor, gegenüber vom Ziegenmarkt. Die Bude auf dem Ulrichsplatz haben ihre Eltern verkauft. Eine Weile gab es dort Bratwürstchen. Der neue Besitzer aber soll das Häuschen inzwischen weiter verkauft haben. Wem es jetzt gehört, war bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung zu bringen.

Die meisten Viertelbewohner sind mit dem Kiosk vertraut. Identitätsstiftend sei das Häuschen dennoch nicht mehr, meint Robert Bücking. Der eigentliche Kiosk habe eine soziale Funktion gehabt. Wer auf die Straßenbahn wartete, konnte sich bei Regen dort unterstellen, es gab immer einen Schnack mit dem Zeitungsverkäufer und die neusten Nachrichten aus dem Viertel. „Er hat was für die Wartenden getan“, sagt Bücking. Das aber habe sich geändert. Eine Diskussion, wie es sie nach dem Austausch der alten Litfaßsäule gab, erwartet der Ortsamtsleiter nicht. Unter anderem die Grünen-Fraktion hatte die alte Säule zurückgefordert.

Im Moment läuft ein Widerspruchverfahren. Der Eigentümer habe eine Verfügung erhalten, weil er die Nutzung des Häuschens ohne Genehmigung zu einem Imbiss ausgeweitet habe, sagt Brigitte Köhnlein, die Sprecherin des Bauressorts. Der Eigentümer habe Widerspruch eingelegt. Eine Entscheidung stehe noch aus. „Aus Sicht der Stadtentwicklung wollen wir dort lieber einen freien öffentlichen Platz“, sagt die Sprecherin.

Im Buntentor ist ein alter, heruntergekommener Kiosk vom Beschäftigungsträger „Arbeiten für Bremen“ (Bras) gerettet worden. Als Deichschart-Kiosk ist er im Juni 2013 wieder eröffnet worden.

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