Auf dem Jacobs-Campus entsteht Mehrzweckgebäude mit 1500 Plätzen / Fördergelder fangen Kostenexplosion auf "Kleine Stadthalle" für Bremen-Nord

Grohn. Der Senat gewährt der Jacobs University weitere Mittel zum Ausbau ihres "Sport and Convention Center" (SCS). Die Mehrzweckhalle auf dem Campus, die sich noch im Rohbau befindet, wird das mit Abstand größte Veranstaltungszentrum in Bremen-Nord. Es soll auch für nicht-akademische Nutzungen verfügbar sein. Sportvereine, Unternehmen und die Großgastronomie haben bereits ihr Interesse bekundet.
08.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jürgen Theiner

Grohn. Der Senat gewährt der Jacobs University weitere Mittel zum Ausbau ihres "Sport and Convention Center" (SCS). Die Mehrzweckhalle auf dem Campus, die sich noch im Rohbau befindet, wird das mit Abstand größte Veranstaltungszentrum in Bremen-Nord. Es soll auch für nicht-akademische Nutzungen verfügbar sein. Sportvereine, Unternehmen und die Großgastronomie haben bereits ihr Interesse bekundet.

Für die Jacobs-Uni selbst war das Projekt bisher kein ungetrübtes Vergnügen. Denn was sonst eher bei Bauten der öffentlichen Hand auftritt, ist jetzt der Privathochschule passiert: Die Kosten laufen völlig aus dem Ruder, und die Realisierung hinkt dem Zeitplan mächtig hinterher. Kalkuliert war das Multifunktionsgebäude mit 3,8 Millionen Euro. Inzwischen liegt man bei 6, 25 Millionen Euro, und weitere Teilbeträge für Innenausstattung und Infrastruktur sind damit noch nicht abgedeckt.

Kostentreiber Nummer eins ist offenbar das geplante Ruder-Trainingszentrum, das der Jacobs-Mannschaft auf lange Sicht eine Spitzenstellung im Uni-Sport sichern soll. Anfangs war vorgesehen, die Beckenanlage im Erdgeschoss unterzubringen. Das ließ sich nicht realisieren. So wurde eine Teilunterkellerung in problematischem Baugrund erforderlich. Das Tiefgeschoss musste als "weiße Wanne" aus wasserundurchlässigem Beton angelegt werden. Vor dem Hintergrund der Kostenexplosion hat sich die Uni-Leitung offenbar entschieden, ein weiteres Bauprojekt auf dem Campus zu streichen und das Wirtschaftsressort zu bitten, bereits gewährte Zuschüsse umzuschichten.

"Überregionaler Veranstaltungsort"

Zurückgreifen kann die Privathochschule auf einen Förderrahmen von 10 Millionen Euro, den der Senat für die Jahre 2010/11 bereit gestellt hatte. Ursprünglich sollten in dieses finanzielle Korsett neben dem SCS noch zwei weitere Projekte passen: die Herrichtung eines Gebäudes aus Bundeswehr-Zeiten für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ("South Hall") für 2,2 Millionen Euro und der Ausbau diverser Dachgeschosse zum Preis von insgesamt 4 Millionen Euro. Diese Position wird nun eingespart. Die zusätzlichen Flächen, die in den Dachgeschossen vorgesehen waren, will die Uni stattdessen im Science Center anmieten, dem geplanten Ankergebäude des Science Parks, in dem nördlich des Campus auf mittlere Sicht High-Tech-Firmen angesiedelt werden sollen.

Saldiert man Kostensteigerungen und Einsparungen, verbleiben aus dem zugesagten staatlichen Förderrahmen 1,75 Millionen Euro. Die Wirtschaftsdeputation der Bürgerschaft hat gestern gegen die Stimme der Linken dem Wunsch der Uni zugestimmt, dieses Geld für Endausbau und Ausstattung des Sport and Convention Center zu verwenden. Im Einzelnen geht es um Mobiliar, Informations- und Kommunikationstechnik, Anpassung der Stromversorgung auf dem Campus und die Ruderbeckenanlage für den Leistungssport.

In der Beschlussvorlage für die gestrige Sitzung machte die Verwaltung den Deputierten die Entscheidung mit der Aussicht schmackhaft, für Bremen-Nord eine Art Stadthalle zu bekommen, unter deren Dach Großveranstaltungen mit bis zu 1500 Besuchern stattfinden können. Stichworte sind Ligasport, gastronomische Großevents, Kongresse aller Art und Präsentationen von Unternehmen. Auch sei geplant, die Deutsche Kammerphilharomie künftig im Rahmen des Bremer Musikfestes im SCS auftreten zu lassen. "Die vorgenannten Beispiele zeigen exemplarisch", heißt es in der Vorlage, "welche Möglichkeiten mit dem SSC angestrebt werden, um Bremen-Nord auch als Veranstaltungsort mit überregionaler Wirkung aufzuwerten."

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