Kletterzentrum in Bremen

Klettern wie in den Bergen

Bürgermeister Carsten Sieling hat dem Kletterzentrum des Bremer Alpenvereins einen Besuch abgestattet. Anlass war das zweijährige Bestehen der Halle.
11.12.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christine Leitner

Bei Höhenangst ist Klettern nicht unbedingt der geeignete Sport. Doch Irene Lange hat sich überwunden und mittlerweile ist der Klettersport für sie zur Lebensphilosophie geworden. Gemeinsam mit anderen an der Wand zu hängen ist für sie ein Erlebnis, das man im Fitnessstudio nicht unbedingt erlebt. Für Lange ist Klettern perfekt, um fit zu bleiben und die Leidenschaft in Gemeinschaft zu teilen.

Am Sonntag öffnete das DAV-Kletterzentrum Bremen seine Türen für Besucher. Sportfreudige waren an diesem 2. Adventssonntag eingeladen, in der Halle des Alpenvereins den Klettersport näher kennenzulernen. Anlass ist das zweijährige Bestehen der Halle.

Den Alpenverein gibt es bereits seit 1886, also schon seit 131 Jahren. „In jeder größeren Stadt befindet sich eine Kletterhalle des Alpenvereins. Wir sind hier die Sektion Bremen“, erklärt Manfred Gangkofer, erster Vorsitzender des Vereins in Bremen. Der Dachverband habe seinen Sitz in München. Insgesamt zähle der Verband 1,2 Millionen Mitglieder alle Altersgruppen aus ganz Deutschland.

Mit 4500 Mitgliedern ist das DAV-Kletterzentrum in Bremen der drittgrößte Verein der Stadt. „Pro Tag haben wir, ohne die Kurse, 90 Eintritte“, erzählt Betriebsleiter Jonas Loss. Sportbegeisterte Besucher können sich an der 14 Meter hohen Wand austoben, für Profis gibt es sogar Überhänge.

Anfänger dürfen sich in Schnupperkurse probieren. „Die meisten hier haben aber keinen alpinen Background“, so Loss. Viele seien vom Fitnesscenter in den Verein gewechselt. Anlässlich des zweijährigen Bestehens der Halle war auch Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) vor Ort. Er bedankte sich bei den Ehrenamtlichen für deren Einsatz.

Der Bürgermeister nannte die Kletterhalle ein großartiges, vor allem aber auch ein mutiges Projekt. „Es ist ein Projekt, das für Nähe und eine familiäre Struktur sorgt. Damit unterscheidet es sich auch von den kommerziellen Fitnesscentern“, sagte Sieling. Der Standort direkt hinter der Universität an der Endhaltestelle der Linie 6 sei optimal.

2024 die ersten Mitglieder zur Olympiade schicken

Im Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins leitet Irene Lange als ehrenamtliche Mitarbeiterin die Familiengruppen. Es gehe nicht darum, besonders ehrgeizig zu sein und die anderen mit seinen Leistungen auszustechen, so Lange. „Das ist sowieso nicht möglich, denn die Jüngeren holen die Älteren in der Regel ein“, so Lange schmunzelnd. Wichtiger sei es, stattdessen Verantwortung zu übernehmen, Freundschaften zu schließen und gemeinschaftlich das Klettern zu lernen.

Rafael Guadarrama stimmt seiner Kollegin zu. Er klettert schon seit 40 Jahren. „Klettern ist ein Spiel“, sagt er. Ein Spiel mit Risiken, bei dem man die Regeln einhalten muss. Auch für ihn ist das Klettern eine Leidenschaft, bei der man lernt, seine eigenen Grenzen zu überwinden und die Natur zu respektieren. Für ihn ist es besonders die Verbundenheit zur Natur, die das Klettern so besonders macht. Deshalb bietet der Verein auch regelmäßig Touren für seine Mitglieder an.

Doch ganz ohne Leistung geht es natürlich nicht. Der große Traum des Vereins ist es, 2024 die ersten Mitglieder aus Bremen zur Olympiade zu schicken. Dafür möchte der Vorstand Kader und Leistungsgruppen bilden und besonders die Zwölf- bis Vierzehnjährigen fördern. Darüber hinaus gelte es, ein weiteres Ziel zu verwirklichen, heißt es beim Vorstand: Klettern soll als Schulsport etabliert werden. Gespräche mit dem Landesinstitut für Schule fänden bereits statt.

Insgesamt zeigen sich der Vorstand, der Betriebsleiter und die Mitglieder zufrieden. Einziges Sorgenkind sei die Bremer Hütte in den Stubaier Alpen. Diese sei nur drei Monate im Jahr betriebsfähig, so Gangkofer. Auf 2400 Metern Höhe bekomme man den Klimawandel deutlich zu spüren.

So sei der Gletscherbach, der als Wasserquelle und zur Stromversorgung diene, gefährdet und Schlammlawinen häuften sich. Um das „Flagschiff Bremens“ zu retten, gelte es, Lösungen zu finden, denn auf den Bremer Fleck inmitten der Tiroler Alpen könnten die Ehrenamtlichen stolz sein, so Gangkofer.

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