Konzepte und Manager Was Bremens Hochschulen für den Klimaschutz tun

Die vier staatlichen Hochschulen im Land Bremen setzen nach und nach ihre entwickelten Umweltkonzepte um. Geplante Stellen für Klimaschutzmanager sind aber noch nicht alle besetzt.
07.09.2020, 05:00
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Was Bremens Hochschulen für den Klimaschutz tun
Von Pascal Faltermann

Was den Klimaschutz betrifft, sind die vier staatlichen Hochschulen im Land Bremen gut aufgestellt. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Große Anfrage der rot-grün-roten Koalition hervor. Die Bildungseinrichtungen haben jeweils eigene Konzepte erstellt, wofür sie Bundesfördermittel erhalten. Stellen für Klimaschutzmanager und -managerinnen sollen demnach besetzt werden. Die Abgeordneten von SPD, Grüne und Linke zeigen sich zufrieden mit den Ergebnissen.

Die Koalitionsparteien wollten auf Initiative der Grünen in ihrer Anfrage wissen, wie weit die Maßnahmen der Klimaschutzkonzepte zum 31. Dezember 2019 umgesetzt sind. Detailliert hat der Senat die insgesamt 16 Fragen auf 23 Seiten beantwortet. Alle vier Hochschulen haben in ihren Konzepten Maßnahmen vorgeschlagen, wie Energie gespart oder CO2 reduziert werden kann. Die Universität Bremen hat 2015 insgesamt 30 Maßnahmen verfasst, wovon Projekte wie die Umstellung auf LED-Beleuchtung oder erneuerte Lüftungsanlagen bereits umgesetzt wurden. Eine Klimaschutzmanagerin ist im Dezember 2019 eingestellt worden – vom Konzept bis zur Vollzeitstelle dauerte es demnach vier Jahre.

72 Maßnahmen zur CO2-Reduzierung

An der Hochschule Bremen ist mit der Agentur Energiekonsens das Konzept in den Jahren 2015/16 erarbeitet worden. Der Plan sieht insgesamt 72 Maßnahmen vor, die eine CO2-Minderung von circa 4140 Tonnen pro Jahr bewirken sollen. So ist beispielsweise vorgesehen, die Wärmeversorgung auf Blockheizkraftwerke umzustellen. Laut der Senatsantwort sind in der Kategorie Mobilität sechs von acht Maßnahmen weitgehend erfüllt. Die Management-Stelle soll demnächst ausgeschrieben werden.

Bei der Hochschule für Künste (HfK) und der Hochschule Bremerhaven ist das bereits geschehen, die Positionen aber noch nicht besetzt. In Bremerhaven ist ein Plan mit 39 Maßnahmen 2018 erarbeitet worden, an der HfK im Jahr 2017 mit 98 Vorschlägen. „Wir müssen zusehen, dass die Klimaschutzmanagerinnen in Zukunft richtig ins Arbeiten kommen“, sagt Philipp Bruck, Sprecher für Klima- und Energiepolitik bei den Grünen. Die Politik müsse die Hochschulen bei dem übergeordneten Ziel der Klimaneutralität „maximal unterstützen“, so Bruck.

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„Insbesondere im Bereich Energieeffizienz und in den jeweiligen Curricula haben sich die Hochschulen gut aufgestellt“, sagt Miriam Strunge, wissenschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Die erstellten Klimaschutzkonzepte mit den dort aufgestellten Maßnahmen könnten dem Prozess jetzt noch mehr Schub verleihen, wenn sie denn auch konsequent und zeitnah umgesetzt werden und „nicht nur auf dem Papier hübsch aussehen“, so Strunge. Dafür sei es wichtig, dass die geschaffenen Stellen für die Klimaschutzmanager zügig besetzt werden, damit die verschiedenen vorgeschlagenen Instrumente eng begleitet werden können. Und: „Wichtig ist auch die weitere technische Aufrüstung der Hochschulen, gerade im Bereich erneuerbare Energien ist da noch Luft nach oben“, so Strunge.

Janina Brünjes, Sprecherin für Wissenschaft bei der SPD, zeigt sich zufrieden: „Das Land Bremen und die Hochschulen nehmen ihre Vorbildfunktion im Bereich Klimaschutz ernst und haben Erfolg.“ Das zeige sich in der kompletten Bandbreite: von Investitionen zur Modernisierung und Sanierung von Gebäuden, Verwendung umweltfreundlicher Energien und „großen Erfolgen“ beim Senken des Energieverbrauchs. „Herzstück sind jedoch die Studiengänge und deren Inhalte, die längst in großen Teilen Nachhaltigkeit thematisieren“, so Brünjes. Ein besonderer Fall sei dabei die Hochschule Bremerhaven. „Nachhaltigkeit ist hier nicht nur thematisch verankert, sondern sogar eines von vier prägenden Profilthemen der Einrichtung.“

Ein Ziel, dass sich Grünen-Politiker Bruck auch für die anderen Hochschulen wünscht: „Der Klimaschutz ist eine Generationen-Aufgabe, die in allen Studienfächern Thema sein sollte.“

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