Aktionstag im Viertel: Bremer Agentur zeigt, wie man mit einfachen Mitteln Energie sparen und den CO2-Ausstoß verringern kann Klimaschutz per Selbstverpflichtung

Bremen. Rund 1000 Klimafreunde gibt es in Bremen schon. Jetzt sollen weitere vor allem im Ostertorviertel dazukommen. Das gilt für Kaufleute und Gastronomen genauso wie für Hausbesitzer, Vermieter, Kunden und andere. Der Startschuss für diese Aktion der Bremer Klimaschutzagentur "Energiekonsens", die erst einmal auf ein Jahr angelegt ist, fiel beim verkaufsoffenen Sonntag.
21.04.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Bastienne Ehl

Bremen. Rund 1000 Klimafreunde gibt es in Bremen schon. Jetzt sollen weitere vor allem im Ostertorviertel dazukommen. Das gilt für Kaufleute und Gastronomen genauso wie für Hausbesitzer, Vermieter, Kunden und andere. Der Startschuss für diese Aktion der Bremer Klimaschutzagentur "Energiekonsens", die erst einmal auf ein Jahr angelegt ist, fiel beim verkaufsoffenen Sonntag.

Ein durchschnittlicher Bremer kommt auf etwa 10,7 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß (CO2) pro Jahr, das sind fast sechs Heißluftballons voll mit dem Abgas. Die Summe kommt zusammen, wenn man den CO2-Verbauch für das Heizen, den Strom, die Mobilität, Ernährung, Konsum und den Verbrauch der Allgemeinheit zusammenrechnet. Der noch klimaverträgliche Wert für den CO2-Ausstoß liegt dagegen bei etwa zwei Tonnen. Wie man mit gezielten Maßnahmen seine individuelle Bilanz verbessern kann, darüber informierten jetzt die Klimafreunde.

"Mit der Aktion ,Viertel voller Klimafreunde' wollen wir den Impuls für mehr Klimaschutz weitertragen", sagte Martin Grocholl, Geschäftsführer der Bremer Klimaschutzagentur Energiekonsens Geschäftsleute, Hausbesitzer und Bürger sollen sich zusammentun und gemeinsam aktiv werden. "Das Viertel ist ein guter Ort, eine neue Klimaschutz-Kultur einzurichten, die später natürlich auch auf andere Stadtteile übergehen soll", sagte Martin Grocholl.

Klimafreund ist am Aktionstag auch Norbert Caesar vom Vorstand der Interessengemeinschaft Das Viertel geworden. "Klimaschutz ist wichtig für die nachfolgenden Generationen. Schließlich wollen wir ihnen einen lebenswerten Planeten hinterlassen. Jeder ist in der Lage, das Klima zu schonen, jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten."

Er habe sich gerade erst zum Jahreswechsel mit seiner Stromrechnung befasst und dabei festgestellt, dass der Wechsel zu einem Ökostromanbieter gar nicht so teuer ist wie vorher angenommen, sagte Wolfgang Schirmer, Geschäftsmann und frisch gebackener Klimafreund im Viertel. Jetzt will er in seinem Geschäft darauf achten, wo er Energie einsparen kann. "Ein Flachbildschirm verbraucht beispielsweise sehr viel weniger Energie als die großen alten Kästen", sagt der Geschäftsmann. Und er will künftig auch seine Mitarbeiter für das Thema sensibilisieren.

Und so funktioniert es: Wer Klimafreund werden will, muss ein Klimaschutzversprechen abgeben. Anhand eines "Klimafreunde-Checks" mit Fragen aus den Bereichen Heizen, Strom, Konsum und Mobilität wird erst einmal der aktuelle Stand ermittelt. Nach der Auswertung ist klar, wer bereits ein Klimafreund, wer ein Klimabewusster und wer ein Klimafossil ist und also dringend Nachholbedarf in Sachen Energiesparen hat. "Im nächsten Schritt zeigen wir Ihnen, mit welchen Mitteln Sie wie viel CO2 pro Jahr einsparen können. Anschließend können Sie auswählen, was Sie ändern möchten, und sich und uns ein CO2-Versprechen geben", sagte Grocholl.

Darin sind Maßnahmen aufgeführt, die die persönliche CO2-Bilanz spürbar verbessern. Unterschieden wird zwischen "schon heute umsetzen", "morgen erledigen" und "langfristig ändern". Wer zum Beispiel heute schon nur noch so viel Teewasser kocht, wie er auch wirklich braucht, spart 32 Kilogramm CO2 und damit 7,20 Euro pro Jahr. Wer die Heiz-Temperatur um nur ein Grad senkt, spart 375 Kilogramm und 110 Euro. Wer sich langfristig vornimmt, Hauswände, Decken und Böden seines Hauses dämmen zu lassen, der senkt damit seine persönliche CO2-Bilanz gleich um 2000 Kilogramm und spart damit 750 Euro.

Das Versprechen geht dann unterschrieben an die Initiative Klimafreunde. "Es ist eine freiwillige, transparente Selbstverpflichtung, in der alle Klimafreunde konkrete Klimaschutzmaßnahmen festhalten, die sie zur nachhaltigen Reduktion ihres individuellen CO2-Ausstoßes umsetzen wollen", sagte Grocholl. Ein "Rettungsplan" mit allen Punkten kann sich der Klimafreund an den Kühlschrank kleben.

Um noch mehr Klimafreunde im Viertel zu gewinnen, sind weitere Aktionen geplant. Darunter beispielsweise eine Klima-Shopping-Woche, die Installation von Check-Points, an denen es Infos über die fünf Klimaschutzbereiche Mobilität, Heizen, Strom, Ernährung und Konsum gibt. Weiterhin sind Infoabende, Vorträge und ein Hausbesichtigungstag im Gespräch.

Klimafreunde, Bremer Energie-Konsens, Am Wall 172/173. Telefon: 0421/376 67 10.

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