Verein startet Aktionen zum zehnjährigen Bestehen

Klinikclowns feiern Geburtstag

Östliche Vorstadt·Neustadt. Zöpfe, Schuhgröße 48 und eine kugelrunde rote Nase: So sieht Julia Wiegmann aus, wenn sie als "Wilma" in der Profesor-Hess-Kinderklinik durch Flure und Patientenzimmer stapft. Mit "Loretta", "Henriette" und noch drei anderen gehört sie zu den Bremer Klinikclowns. Den gemeinnützigen Verein gibt es nun seit zehn Jahren. Und viele Unterstützer feiern den Geburtstag mit.
31.10.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Volker Althoff

Östliche Vorstadt·Neustadt. Zöpfe, Schuhgröße 48 und eine kugelrunde rote Nase: So sieht Julia Wiegmann aus, wenn sie als "Wilma" in der Profesor-Hess-Kinderklinik durch Flure und Patientenzimmer stapft. Mit "Loretta", "Henriette" und noch drei anderen gehört sie zu den Bremer Klinikclowns. Den gemeinnützigen Verein gibt es nun seit zehn Jahren. Und viele Unterstützer feiern den Geburtstag mit.

Gründungsdatum war der 18. September 2001. Julia Wiegmann ist ein Clown der ersten Stunde. Nach ihrer Ausbildung als Krankenschwester und ihrem Psychologiestudium war sie an der Clownschule in Hannover. "Das war ein echter Wendepunkt für mich, weil ich mich auf unsicheres Eis begab: von der klassischen Berufsschiene hin in einen künstlerischen Bereich", sagt sie. Und weil sie in dem Beruf weiterarbeiten wollte, gründet sie die Klinikclowns.

Das Konzept stammt aus den USA. Laura Vernandez, Lehrerin für darstellendes Spiel, exportierte das Modell in den Neunzigerjahren nach Deutschland und trainiert seither auch die Bremer Gruppe. "Wir sind seit unserer Entstehung gewachsen", sagt Wiegmann. Waren es anfangs drei Clowns, treten nun sechs auf - in Altersheimen, im Kinderhospiz von Friedehorst in Bremen-Nord, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bremen-Ost, der Kinderklinik im städtischen Krankenhaus Delmenhorst und in der Professor-Hess-Kinderklinik.

"Wir fragen die Schwestern, zu welchen Kindern wir dürfen, weil ja auch einige schwerkrank sind", sagt Wiegmann. Das Spiel beginnt schon auf dem Flur mit kleinen Rhythmus- oder Bewegungseinheiten. Wenn es dann in die Zimmer geht, freuen sich viele Kinder. "Es gibt aber auch einige, die ängstlich reagieren. Jedes Zimmer ist eine andere Bühne." Auch für die Eltern, Verwandten oder Freunde ist der Auftritt Entspannung und Abwechslung.

Damit das sechsköpfige Ensemble qualitativ gute Arbeit leisten kann, muss es geschult und trainiert werden. Das kostet natürlich Geld, das von Firmen, privaten Initiativen oder Privatspendern kommt. "Das funktioniert seit zehn Jahren ganz gut", sagt die Mitbegründerin. Zu den Spendern gehören unter anderem die Bäckerei Meyer-Mönchhof aus Ganderkesee und die Bremer Backstube mit Hauptsitz in Vegesack. "Wir verkaufen bis 10. Dezember in unseren Filialen und in vielen Bremer Naturkostläden das Pünktchenbrot. Das ist ein Mischbrot mit weißen Pünktchen. Vom Verkaufspreis gehen 30 Cent an den Verein Klinikclowns", sagt Firmenchef Rainer Knoll. Seine älteste Tochter hat während ihrer Schulzeit eine Jahresarbeit über Klinikclowns geschrieben. Auf diese Weise habe er etwas über den Bremer Verein gehört.

Die Bremer Klinikclowns feiern ihren Geburtstag am Dienstag, 1. November, in der Professor-Hess-Kinderklinik mit den Kindern und deren Verwandten, mit Klinikpersonal, Freunden und Förderern. Der Verein hat seinen Sitz in der Rüdesheimer Straße 19, Telefon 7948416. Wer die Arbeit unterstützen möchte kann Spenden auf das Konto 10627370 bei der Sparkasse Bremen,

Bankleitzahl 29050101 überweisen.

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