Gesundheit Nord plant Investitionen Klinikum baut Psychiatrie aus

Bremen-Nord. Der kommunale Krankenhausverbund Gesundheit Nord (GeNo) investiert in den nächsten beiden Jahren rund 7,4 Millionen Euro in zwei Projekte am Klinikum Nord. Größter Einzelposten ist die Erweiterung der Psychiatrie am Standort Aumunder Heerweg.
09.07.2010, 15:20
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Klinikum baut Psychiatrie aus
Von Jürgen Theiner

Bremen-Nord. Der kommunale Krankenhausverbund Gesundheit Nord (GeNo) investiert in den nächsten beiden Jahren rund 7,4 Millionen Euro in zwei Projekte am Klinikum Nord. Größter Einzelposten ist die Erweiterung der Psychiatrie am Standort Aumunder Heerweg. Die Baumaßnahmen sind Bestandteil des medizinischen Zukunftskonzeptes der GeNo, das eine Umverteilung von Behandlungsangeboten innerhalb des Verbundes zur Folge hat.

Ziel ist die Bündelung von Kompetenzen an einzelnen Standorten. In dieser Beziehung hat der Standort in Aumund-Hammersbeck bereits Vorleistungen erbracht, man könnte auch sagen: Opfer. Die chirurgischen Kapazitäten des Brustzentrums wurden ans Klinikum Mitte verlegt, Chefarzt Mustafa Aydogdu wanderte gleich mit ab. Ein Teil der Verwaltung wurde an den Standort Links der Weser verfrachtet. Den meisten Staub wirbelte die Entscheidung der GeNo-Spitze auf, die Versorgung besonders kleiner Frühchen aus der Neonatologie in Bremen-Nord abzuziehen und sie ebenfalls an die St.-Jürgen-Straße zu geben.

Hätte man mit der Verlegung der Frühchenversorgung im vergangenen Jahr noch gewartet, wäre sie 2010 allerdings so oder gekommen, argumentiert GeNo-Chef Diethelm Hansen. Nach seinen Angaben hat der Gemeinsame Bundesausschuss - ein Fachgremium der Träger des Gesundheitswesens - kürzlich neue Mindestfallzahlen für die Behandlung von Extrem-Frühchen (bis 1250 Gramm Geburtsgewicht) verfügt. Diese Zahlen würden am Klinikum Nord nicht erreicht, so dass die Gesundheit Nord spätestens jetzt hätte handeln müssen.

Die GeNo nimmt indes nicht nur, sie gibt auch. Insbesondere im psychiatrischen Bereich sollen die Angebote des Klinikums Nord deutlich ausgedehnt werden. 5,4 Millionen Euro werden ab dem Sommer 2011 in bauliche Erweiterungen des Standortes Aumunder Heerweg gesteckt. Dort enstehen unter anderem 10 bis 15 zusätzliche Behandlungsplätze. In den Entwurf für den Bremer Krankenhausplan aufgenommen, aber noch nicht endgültig beschlossen ist ferner eine kinder- und jugendpsychiatrische Tagesklinik. Sie könnte 2011/12 ihren Betrieb aufnehmen und mit ihrem ambulanten Bereich nach Hansens Einschätzung die Angebotslücken im Bereich der niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten in Bremen-Nord ausgleichen.

Rund 2 Millionen Euro investiert die GeNo in die Einrichtung einer Komfort- beziehungsweise Privatstation am Klinikum Nord. Über solche Luxusangebote, denen das Odium der Zweiklassenmedizin anhaftet, sprechen die GeNo-Manager nicht sehr weitschweifig. Diethelm Hansen belässt es bei der Feststellung: 'Jedes Krankenhaus hat so etwas.' Die Station soll Mitte 2011 fertig sein.

Gegen Ende des laufenden Jahres wird der Krankenhausplanungsausschuss des Landes noch darüber zu entscheiden haben, ob die bereits angekündigte 'Stroke Unit' zustande kommt. Die Bezeichnung steht für eine Spezialstation für Schlaganfallpatienten. Dort soll allerdings nur ein Teilspektrum der Leistungen einer vollwertigen 'Stroke Unit' angesiedelt werden, nämlich ohne die Lyse, die Auflösung eines Blutgerinnsels.

Noch nicht ganz klar ist, in welchem Maße das Zentrum für Gefäßmedizin am Klinikum Nord aufgewertet werden soll. Dessen Leiter Heiner Wenk war erst vor wenigen Wochen in der Liste deutscher Top-Ärzte aufgetaucht, die alljährlich von der Zeitschrift 'Focus' veröffentlicht wird. Der habilitierte Mediziner gilt als ausgewiesener Experte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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