Die Ernte von Gemüse aus den Nachbarschaftsbeeten in Tenever wird am Freitag gefeiert Kochschule zum Erntedank

Tenever. Zuchini, Kürbisse und Wildtomaten – auch in den Beeten des Gartenprojekts „Querbeet“ in Tenever ist die Erntezeit angebrochen. Damit Nachbarn und Anwohner sich ein näheres Bild von den Gemeinschaftsgärten an der Neuwieder Straße 23 machen können, veranstalten die Macher vom „Querbeet“ am Freitag ein Erntedankfest mit einem Rahmenprogramm für Kinder und Erwachsene.
29.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von CHRISTIAN HASEMANN

Tenever. Zuchini, Kürbisse und Wildtomaten – auch in den Beeten des Gartenprojekts „Querbeet“ in Tenever ist die Erntezeit angebrochen. Damit Nachbarn und Anwohner sich ein näheres Bild von den Gemeinschaftsgärten an der Neuwieder Straße 23 machen können, veranstalten die Macher vom „Querbeet“ am Freitag ein Erntedankfest mit einem Rahmenprogramm für Kinder und Erwachsene.

Seit diesem Jahr steht das Projekt unter der Leitung von Roland Wozniewski vom Verein Treffpunkt Natur und Umwelt. Der gebürtige Dortmunder hat an der Bremer Universität Biologie studiert, lebte einige Zeit in Berlin und ist in diesem Jahr nach Bremen zurückgekehrt – auch um das Projekt Querbeet zu retten, das nach dem Rückzug zweier Organisatorinnen auf der Kippe stand.

Inzwischen hat Roland Wozniewski mit Helfern das Gelände, es sind insgesamt fast 8500 Quadratmeter, weiterentwickelt. Kernstück ist der sogenannte Marktplatz: ein großer Unterstand mit Terrasse, wo an regnerischen Tagen Besucher und Gärtner Unterschlupf finden können. „Aber auch kleine Veranstaltungen wie Lesungen sind dort denkbar“, so Roland Wozniewski, der die Fläche auch gerne anderen Akteuren aus dem Stadtteil zum Nutzen anbieten möchte.

Für den Freitag wird zurzeit eine kleine Küche eingerichtet. „Am Erntendankfest wird dort ein Koch eine Kochschule für Kinder anbieten“, sagt Roland Wozniewski. Später am Lagerfeuer werde es außerdem Stockbrot geben.

Neben dem Marktplatz ist in diesem Jahr auch ein Gewächshaus entstanden. Hier soll nach dem Willen von Roland Wozniewski im nächsten Frühjahr mit der Aussaat von Salat, Gurken und Co. begonnen werden. „Dieses Jahr haben wir noch Jungpflanzen gekauft, aber im nächsten Jahr wollen wir Pflanzen aus Samen ziehen“. Das Gewächshaus konnte erst durch das Wiederverwenden, Umnutzen und Aufwerten von Material entstehen - im Neudeutschen auch „Upcycling“ genannt. Im Falle des Gewächshauses waren es zum Beispiel alte Fenster und Holzreste, die sonst im Zuge einer Sanierungsmaßnahme in der Nachbarschaft im Container gelandet wären.

Derzeit betreibt Roland Wozniewski das Projekt als One-Man-Show: Die Organisation liegt vollständig in seinen Händen. „Da ich das Projekt derzeit alleine organisiere, sind ein paar Sachen auf der Strecke geblieben“, muss der Biologe zugeben. „Im nächsten Jahr möchte ich viel mehr mit Schulklassen machen und Kooperationen anschieben.“

Zukünftig sollen daneben noch mehr Anwohner als bisher eingebunden werden. Bei denen stößt er allerdings noch auf eine gewisse Skepsis. „Inzwischen machen ein paar Anwohner mit – unter anderem eine Rentnerin mit ihrem Enkel, aber es können gerne mehr Anwohner sein, die Lust haben, sich zu beteiligen.“ Er vermutet, dass die Idee von Gemeinschaftsgärten oder auch „Urban Gardening“ im Stadtteil noch nicht so bekannt ist, wie in manchen Vierteln in Berlin oder Bremen. Der Grund, warum er dennoch die Aufgabe angenommen hat: „Hier hat man die Perspektive, auf einer großen Fläche wirklich etwas zu entwickeln.“ Das Projekt solle dabei von unten wachsen. „Das Projekt soll später von den Teilnehmenden weiter vorangetrieben werden“, erklärt Roland Wozniewski. Im Idealfall sollte sich seine Rolle irgendwann auf die Organisation und das Schreiben von Förderanträgen beschränken.

Die Hochbeete, in denen die kleinen roten Früchte der Wildtomaten locken, sollen zukünftig für Schulklassen zur Verfügung stehen. Für Roland Wozniewski ist dabei wichtig, dass jede Klasse genügend Platz zum Gärtnern bekommt. „Die Schulklassen sollen möglichst auch was ernten können.“ Sonst hätten Gärten oft den Charakter eines Anschauungsgartens. „Das wollen wir hier vermeiden.“

Aber nicht nur an den Hochbeeten sollen zukünftig Schüler stehen, sondern auch direkt auf der Scholle. „Wir wollen hier richtig Ackerbau mit den Schülern machen und suchen derzeit einen Landwirt, der uns hier ein Stück Land umpflügt.“ Dann könnte man zum Beispiel Kartoffeln setzen. Für Anwohner bietet das Querbeet Flächen von je zehn Quadratmetern zur Bewirtschaftung an. „Das ist für einen Anfänger gut zu überblicken“, sagt Roland Wozniewski. Dazu kommt dann noch der gemeinsam bebaute Gemeinschaftsgarten, der genutzt werden kann. 60, beziehungsweise 48 Euro ermäßigt, kostet die Vereinsmitgliedschaft für eine Gartensaison im Querbeet.

Am Freitag ab 13 Uhr können sich alle Nachbarn ein Bild vom Querbeet machen. „Es wird in Kooperation mit dem Mütterzentrum ein internationales Buffet geben, es wird eine tamilische Tanzgruppe auftreten und Musiker der Hochschule für Künste spielen.“ Für die Kinder wird es Kinderschminken, eine Kochschule und Spiele geben. Am Abend tritt außerdem noch die deutsch-madagassische Band „Raoky“ auf.

Weitere Informationen zum Erntedankfest des Gartenprojekts Querbeet finden sie auf: www.tnu-bremen.de.

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