Vizeweltmeisterin über die Liebe zum Bauchtanz Königin aus 1001 Nacht

Wenn Katarina Then ihr Kostüm überstreift, verwandelt sie sich in „Cleopatra“. Ein passender Künstlername, wie die Vizeweltmeisterin im Bauchtanz findet. Schließlich hat der orientalische Tanz seine Wurzeln im Land der ägyptischen Pharaonin.
08.04.2015, 09:53
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Königin aus 1001 Nacht
Von Kristin Hermann

Wenn Katarina Then ihr funkelndes Kostüm überstreift, verwandelt sie sich in „Cleopatra“. Ein passender Künstlername, wie die Vizeweltmeisterin im Bauchtanz findet. Schließlich hat der orientalische Tanz seine Wurzeln im Land der ägyptischen Pharaonin.

Für Then drückt diese Art von Bewegung Lebensfreude und die pure Weiblichkeit aus – und genau das will sie mit ihren Zuschauern teilen. Bei ihrem ersten Auftritt in Bremen, im syrischen Restaurant Al Dar, erzählt die Leipzigerin, wie sie es geschafft hat, ihr Hobby zum Beruf zu machen.

Getanzt hat die gebürtige Russin schon immer gern, jedoch nie im Verein und nie mit Hilfe eines professionellen Trainers. Vor dem Fernseher tanzte Then zu orientalischen Musikvideos und brachte sich so die Bewegungen aus 1001 Nacht bei. Die Chance, ihr Können auch anderen zu zeigen, ergab sich eher durch Zufall. „Mein damaliger Freund hatte ein ägyptisches Restaurant, in dem ich tanzen durfte“, erzählt Then. „Da wurde ich quasi ins kalte Wasser geworfen, habe aber schnell einen Draht zum Publikum bekommen.“

Vizeweltmeisterin mit 22

Die Auftritte kamen so gut an, dass die ersten Gäste Privatstunden bei „Cleopatra“ buchten. Dadurch entwickelte sich bei Then langsam der Gedanke, das Tanzen etwas ernsthafter anzugehen. Die junge Frau besuchte Workshops, unter anderem in Ägypten und Dubai, und mehrere Meisterschaften. Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte sie 2005, als sie nach der erfolgreichen Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft mit 22 Jahren Vizeweltmeisterin im orientalischen Tanz wurde. Wie der Zufall es wollte, errang sie den Titel ausgerechnet in ihrer Heimat Russland.

Spricht Katarina Then über das Tanzen, merkt man, wie sehr sie ihren Beruf liebt. Für sie ist Bauchtanz „nicht bloß ein bisschen mit den Hüften wackeln“, es ist Leistungssport. „Ich trainiere jeden Tag, mache Yoga und Pilates und habe mich zusätzlich zur Fitnesstrainerin ausbilden lassen“, sagt sie.

Ihr Wissen gibt sie an Frauen weiter, die in ihr Tanzstudio kommen oder einen Kursus der Volkshochschule belegen. „Wenn man gut werden will, muss man verstehen, wie die Bewegungen entstehen“, sagt Then. All die Bauchwellen kämen nicht etwa aus dem Bauch, sondern aus den Beinen, klärt die Tänzerin auf. „Verschiedene Körperzentren müssen sich zur selben Zeit bewegen. Das ist sehr anspruchsvoll.“

An vielen Wettkämpfen nimmt Then nicht mehr teil. Die Reisen zu den Workshops und Meisterschaften seien unterm Strich sehr zeitintensiv. Heute freut sich die Bauchtänzerin mehr über die vielen Auftritte, für die sie gebucht wird und von denen sie nach eigenen Angaben gut leben kann. In Hotels, Restaurants, auf Messen oder Privatfeiern tritt sie als Solistin oder zusammen mit einem Partner auf. Hauptsache, die Lieder sind energiegeladen und schnell. „Ruhige Musik ist nichts für mich“, sagt die Powerfrau. Die Kostüme für ihre Shows entwirft Then selbst. Das wichtigste dabei: Es muss richtig glitzern und funkeln. Thens Oma ist für die Umsetzung zuständig. „Die hat ihre Mühe mit all den Strasssteinen“, sagt sie lachend.

Katarina Then beobachtet die Entwicklung der deutschen Bauchtanz-Szene mit einem guten Gefühl. „Früher mussten wir noch viel zwischen Restaurant-Tischen tanzen“, sagt sie, „heute wird es immer mehr zu einer Art Kunstform mit Bühne und ist nicht mehr nur Beiwerk zum Essen.“ Die Ex-Vizeweltmeisterin träumt davon, dass ihr Sport einmal genauso große Theatersäle füllt wie eine Ballettaufführung.

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