Körperverletzung im Amt

Bremer Polizist muss 3000 Euro bezahlen

Kein Schuldspruch, keine Vorstrafe, das Verfahren gegen einen Bremer Polizisten wegen Körperverletzung im Amt wird eingestellt. Aber ganz ungeschoren kommt der Beamte nicht davon.
08.05.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Bremer Polizist muss 3000 Euro bezahlen
Von Ralf Michel
Bremer Polizist muss 3000 Euro bezahlen

Der angeklagte Polizist beim Prozessauftakt im November.

Ralf Michel

Das Amtsgericht hat gegen Zahlung einer Geldauflage das Verfahren gegen einen Bremer Polizisten eingestellt, der wegen Körperverletzung im Amt und Nötigung angeklagt war. Damit endete dieser Prozess nun doch so, wie alle anderen Verfahrensbeteiligten es sich schon beim Prozessauftakt im November hätten vorstellen können. „Bieten Sie mir ein Schmerzensgeld, dann ist die Sache für mich erledigt“, hatte seinerzeit der Anwalt des Opfers dem Beamten offeriert. Der jedoch lehnte ab und pochte im Glauben an einen Freispruch auf eine Verhandlung.

Bei einer nächtlichen Verkehrskontrolle zweier Brüder im Juli 2018 auf der Kirchhuchtinger Landstraße soll der 34-jährige Polizist einen der beiden Männer ohne Grund in den Schwitzkasten genommen und ihm einen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben. Der Mann trug eine Platzwunde davon, Fotos seines blutüberströmten Gesichtes dokumentierten dies.

Lesen Sie auch

Die Staatsanwaltschaft wollte den Vorfall ursprünglich mit einem Strafbefehl erledigen. 90 Tagessätze, die Mindeststrafe für Körperverletzung im Amt, angesiedelt exakt unterhalb der Grenze zur Vorstrafe. Dagegen jedoch legte der Polizist Einspruch ein, es kam zur Verhandlung vor dem Amtsgericht. Dort wurden in einem sogenannten Rechtsgespräch der Verfahrensbeteiligten die Weichen gestellt, um die Angelegenheit doch noch ohne strittige Hauptverhandlung vom Tisch zu bekommen: Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage. Der Angeklagte wäre damit deutlich besser gefahren als mit dem Strafbefehl. Er hätte zwar zahlen müssen, aber kein Schuldspruch und erst recht keine Vorstrafe.

Doch dieser Deal kam für den Polizisten nicht in Betracht. Damit wiederum wurde eine größere Beweisaufnahme mit Zeugen und Sachverständigen notwendig. Zu deren Vorbereitung wurde das Verfahren im November ausgesetzt. Die Fortsetzung verzögerte sich, geschuldet der Corona-Pandemie, bis in den Mai dieses Jahres. Am Freitag sowie am 27. Mai sollte verhandelt werden. Nachdem der Angeklagte zwischenzeitlich der Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage doch zustimmte, konnten diese Termine nun aufgehoben werden.

Zahlen muss der Polizist 3000 Euro, wovon 1000 als Wiedergutmachung an den Geschädigten gehen und 2000 an die Staatskasse.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+