Die Namen der Nominierten stehen fest - vorläufig / Vor allem in Gröpelingen ist noch viel Spiel drin

Kötter meistgewählter Kandidat in Findorff

Bremen-West. Wer sind die neuen Beiräte? Die vorläufigen Namen stehen inzwischen fest; die Auszählung der Personenstimmen birgt dabei teilweise Überraschendes. Diese Woche nun wurden die potenziellen Mandatsträger vom Ortsamt angeschrieben und gefragt, ob sie ihre Ämter auch tatsächlich antreten wollen.
03.06.2011, 05:00
Lesedauer: 5 Min
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Von Anne Gerling

Bremen-West. Wer sind die neuen Beiräte? Die vorläufigen Namen stehen inzwischen fest; die Auszählung der Personenstimmen birgt dabei teilweise Überraschendes. Diese Woche nun wurden die potenziellen Mandatsträger vom Ortsamt angeschrieben und gefragt, ob sie ihre Ämter auch tatsächlich antreten wollen.

Findorffer nutzen die Personenwahl

Die 13092 Findorffer Wählerinnen und Wähler, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, nutzten bei der Beirätewahl das neue Wahlrecht ausgiebig. Von den gültigen abgegebenen 61829 Stimmen entfiel ein knappes Drittel auf die Personen, die sich zur Wahl stellten. Wie es das neue Wahlsystem erlaubt, konnten die Bürgerinnen und Bürger den Kandidaten von unteren Listenplätzen damit einen Platz im Beirat sichern. Ein geradewegs sensationelles Ergebnis konnte dabei August Kötter für sich verbuchen. Mehr als zwölf Prozent sämtlicher in Findorff abgegeben Personenstimmen, und weit mehr als doppelt so viele Stimmen wie die nächst häufig gewählten Kandidaten, entfielen auf den CDU-Mann. In der gesamten Stadt bekamen nur zwei Kandidaten mehr Stimmen: Rolf Berger von der Huchtinger SPD (2906 Stimmen) sowie Ralph Saxe, Grünen-Kandidat in Schwachhausen, der mit 6062 Stimmen das persönliche Rekordergebnis dieser Wahl verbuchen konnte.

Mit der Bekanntgabe der Personenstimmen kann nun auch mit Namen benannt werden, wie sich der künftige Findorffer Beirat für die kommende Wahlperiode aller Voraussicht nach zusammensetzen wird - vorausgesetzt, sämtliche Kandidatinnen und Kandidaten nehmen ihre Wahl an.

Die SPD wird auf fünf Beiratssitzen weiterhin vertreten von Adelheid Locke (Listenplatz 1, 1031 Personenstimmen) und Hille Brünjes (3, 661). Neu für die SPD im Beirat sind Urs Wahl (2, 599 Stimmen) und Frank Schmitz (4, 379). Kandidatin Gonül Bredehorst erzielte mit 702 Stimmen das zweithöchste SPD-Ergebnis und rückte von Listenplatz 6 in den Beirat.

Die CDU-Fraktion wird im Beirat weiterhin von August Kötter angeführt, der auf seinem ersten Listenplatz 2356 von 19516 Findorffer Personenstimmen erhielt. Er sammelte alleine rund 43 Prozent aller CDU-Personenstimmen. Außerdem im Beirat bleiben wird Oliver Otwiaska (Listenplatz 2, 466 Stimmen). CDU-Kandidat Peter Puls schaffte es mit 526 Personenstimmen von Listenplatz 13 auf den dritten CDU-Sitz im neuen Beirat.

Für die Grünen bleiben im Beirat Anja Wohlers (Listenplatz 1, 1098 Stimmen), Peter Reinkendorf (2, 492), Stefan Bendrien (3, 347) und Rolf Steinhilber (4, 482). Bewerber Nima Pirooznia wurde mit 477 Stimmen von Platz 8 in den Beirat gewählt.

Die Fraktion der Linken wird in Zukunft alleine von Christian Gloede vertreten, der 767 Stimmen bekam. Beiratsmitglied Katharina Krieger schaffte mit 565 Stimmen nicht den Wiedereinzug. Dafür wird man in Zukunft gespannt sein dürfen, was die Piraten im Findorffer Beirat geplant haben. Einzelbewerber Mathias Döhle gelang es mit 489 Personenstimmen, sich den verbleibenden Beiratssitz zu erobern.

Blocklander wählen ganz persönlich

Sogar rund zwei Drittel aller abgegebenen gültigen Stimmen vergaben die 259 Wählerinnen und Wähler im Blockland an Personen: 802 von insgesamt 1215 Stimmen. Im Beirat mit seinen sieben Sitzen wird sich am Parteienproporz nichts ändern. Die SPD wird auf ihren beiden Sitzen weiterhin vertreten von Henning Garbade (65 Personenstimmen) und Joachim Marks (36 Stimmen). Für die CDU-Fraktion bleiben Gerhard Gartelmann (212 Stimmen), Hendrik Schumacher (99 Stimmen) und Hermann Gartelmann (79 Stimmen) im Beirat; neu einziehen kann Ingo Meyer (98 Stimmen). Den Beiratssitz der FDP übernimmt Harje Kaemena mit 59 Personenstimmen.

In Gröpelingen noch Veränderungen

Dabei sind vor allem in Gröpelingen noch einige Veränderungen zu erwarten, wo 9831 von 23322 Wahlberechtigten an die Urnen gingen und dabei 16451-mal ein Kreuz neben den Namen einzelner Kandidaten setzten. Zur eigenen Absicherung hatten gleich mehrere Politiker im Westen sowohl bei der Wahl zur Bürgerschaft als auch bei den Beiratswahlen kandidiert. Auf diese Weise hofften sie politisch im Geschäft bleiben zu können, wenn ihre Stimmen für ein Bürgerschaftsmandat nicht ausreichten. Wer in beiden Gremien einen Sitz gewonnen hat, muss sich allerdings für einen von beiden Posten entscheiden - seine Stimmen gehen der Partei nicht verloren, sondern kommen Nachrückern zugute.

Entscheiden müssen sich die Gröpelinger SPD-Kandidaten Elombo Bolayela und Aydin Gürlevik; beide wurden in die Bürgerschaft gewählt. Lehnen sie - was als wahrscheinlich gilt - ihre Beiratsmandate ab, rücken Ursula Neke (Listenplatz 6, 327 Personenstimmen) und Peter Ullrich (7, 322) nach, um Barbara Wulff (1, 1711), den bisherigen Beiratssprecher Dieter Adam (2, 682), Rolf Latt (9, 422) und Rolf Vogelsang (4, 2174) sowie die "Neuzugänge" Halime Cengiz, Petra Wontorra und Wolfgang Rohde - ein früherer Beiratssprecher - in der SPD-Fraktion zu verstärken. Trotz unterer Listenplätze kämen demnach aufgrund der für sie direkt abgegebenen Personenstimmen Wontorra (Listenplatz 11, 1123 Personenstimmen), Latt (9, 422), Bolayela (17, 409) und Rohde (16, 339) in das Gremium. Besonders spannend könnte es noch für den "stimmgewaltigsten" Kandidaten Rolf Vogelsang werden - er verbuchte als Bürgerschaftskandidat 1039 Stimmen und ist damit höchstwahrscheinlich unter den Bürgerschaftsnachrückern, wenn

die Senatoren gewählt und somit deren Bürgerschaftsmandate frei werden.

Aus den Reihen der CDU wurden Torsten Vagts (1, 469), Norbert Holzapfel (2, 389) und Nils Janssen (3, 367) in den Beirat gewählt, der bereits in der letzten Legislaturperiode als Sachkundiger Bürger im Fachausschuss "Bildung, Sport und Kultur" saß. Der Hintergrund: Die einzelnen Fraktionen können auch Nicht-Beiratsmitglieder als Fachleute - sogenannte "Sachkundige Bürger" - in die Ausschüsse entsenden, so lange Beiratsmitglieder zahlenmäßig die absolute Mehrheit dieser Gremien bilden.

Zwei weitere bekannte Gesichter würden mit den Grünen Rolf Wroblewski (1, 344) und Dieter Steinfeld (2, 197) in den Gröpelinger Beirat einziehen. Auch die gesetzten Linkspartei-Vertreter Raimund Gaebelein (1, 376) und Helga Ebbers (2, 214) waren in der letzten Legislaturperiode als Beiratsmitglied beziehungsweise Sachkundige Bürgerin dabei. Für die NPD wurde Gabriele Yardim (1, 158) neu in das Gremium gewählt.

In Walle weniger Wechsel erwartet

Weniger Wechsel ist wohl im vorläufig aufgestellten Waller Beirat zu erwarten; dort gingen 10 647 der 20 968 Wahlberechtigten tatsächlich wählen und verteilten ihre 16 197 Stimmen direkt an Kandidaten. Dort könnten mit Wolfgang Golinski (1, 1698), dem bisherigen Beiratssprecher Gerd-Rüdiger Kück (3, 641), Brigitte Grziwa-Pohlmann (4, 454) und der vormaligen Sachkundigen Bürgerin Nicoletta Witt (2, 693) für die SPD vier "Altgediente" einziehen; neu dabei wären Gerald Wagner (5, 337), Hans-Dieter Köhn (11, 513) und Özcan Kara (10, 409) - die letzteren beiden rücken durch die für sie abgegebenen Personenstimmen von unteren Listenplätzen auf. Die Grünen als in Walle weiterhin zweitstärkste Kraft können Cecilie Eckler-von Gleich (1, 1168), Lutz Wendeler (2, 203), Helga Mesch (3, 343), Joseph Heseding (4, 455) und als "Neue" Petra Fritsche-Ejemole entsenden, die mit 229 Personenstimmen von Listenplatz 7 aufsteigt. Für die CDU können neben dem beiratserfahrenen

Franz Roskosch (1, 898) neu Mirko Pätsch (2, 481) und Peter Warnecke (10, 460) in den Beirat einziehen und für die Linkspartei Jörg Tapking (1, 450), der schon Sachkundiger Bürger war, und erstmals Cornelia Barth (3, 365). Kristina Vogt hatte als Spitzenkandidatin ihrer Partei nicht mehr für den Beirat kandidiert und gehört zukünftig der Bürgerschaft an.

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