Freie Plätze in Restaurants der Region

Kohl für Kurzentschlossene

Die Kohlfahrtsaison ist in vollem Gange. Oft werden Party-Termine in den Gasthäusern lange im voraus gebucht. Einige Restaurants in Bremen-Nord und umzu haben aber noch Kapazitäten.
23.01.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Imke Molkewehrum

Die Kohlfahrtsaison ist in vollem Gange. Oft werden Party-Termine in den Gasthäusern lange im voraus gebucht. Einige Restaurants in Bremen-Nord und umzu haben aber noch Kapazitäten.

Dick eingemummelte Spaziergänger bei klirrender Kälte in einer malerischen Winterlandschaft mit Sonnenschein: Dieses Szenario wünscht sich wohl jeder für eine zünftige Kohltour. Viele Gruppen haben längst gebucht, aber auch kurzentschlossene Kohlfans können sich freuen, denn einem spontanen Ausflug mit anschließendem Essen – womöglich sogar mit Tanz – steht in der Region nichts im Weg.

Bis Anfang oder Mitte März dauert die Kohlsaison – je nach Gaststätte. Vor allem an den Wochenenden lassen sich die Gäste in den Sälen der klassischen Ausflugslokale den Kohl schmecken. Anschließend sorgen Discjockeys dafür, dass die gesättigten Kohlfahrer in Bewegung kommen. Wer dabei sein will, hat durchaus Möglichkeiten. Einige Restaurants in Bremen-Nord und umzu haben noch Kapazitäten – auch für größere Gruppen. Pro Person kostet „Kohl und Pinkel satt mit Vorsuppe und Nachtisch“ zwischen 46 und 50 Euro. Programm inklusive.

„Wir kriegen an den meisten Sonnabenden noch Gruppen à 20 bis 30 Personen unter“, versichert Carsten Köpke, Chef des Restaurants „Zum grünen Jäger“ in Farge. 130 Gäste fasst der Saal. Köpke: „Die Getränke und die Musik sind mit drin“ – Schlager, Pop und Rock querbeet. Generell sei das Publikum zwischen 18 und 50 Jahre alt. „Die Älteren mögen die laute Musik nicht, können aber in die hinteren Räume ausweichen“, sagt der Wirt. „Aber die Leute können auch unter der Woche vorbeikommen – wir machen jeden Tag Kohl und Pinkel. Ich selbst esse zwischen November und März 30 bis 40 Mal Kohl und Pinkel.“

Januar und Februar seien die idealen Monate für die Kohlfahrer, findet Köpke. Und der aktuelle Kälteeinbruch sei für einige ein Anlass, ganz spontan auf Tour zu gehen. Hartgesottene Kohlfahrer ließen sich aber auch durch Sturm und Regen nicht von bereits geplanten Touren abhalten.

„Die Kohlgruppen kommen auch bei zwölf Grad plus“, erzählt Friedrich Flehmke, Inhaber der Schwaneweder Waldgaststätte Brunnenhof. „Wir haben deshalb auch schon Anfang Oktober Kohl auf der Karte, weil die Leute das wollen. Das hat mit dem Wetter nichts mehr zu tun.“ Schön längst seien im Brunnenhof alle Freitage und Sonnabende ausgebucht. „Wir sind komplett voll.“ An den Wochenendtagen sei im Saal des Hauses immer Rambazamba, so Flehmke. Nur am letzten Kohl-Wochenende, also am 18. und 19. März, gebe es noch Kapazitäten. Wer mit einer Kohlgruppe in den Brunnenhof möchte, könne aber auch unter der Woche kommen. „Da haben wir auch viele Firmenkohltouren“, so der Gastwirt.

Generell enden die Kohltouren in allen Gaststätten um Mitternacht. „Das ist Tradition“, sagt Flehmke. „Die Leute haben ja schon mittags mit dem Trinken angefangen und können dann nicht mehr.“ Nach knapp sechs Monaten Kohlgeruch im Brunnenhof freut sich Flehmke dann immer auf die Spargel- und Matjes-Saison. „Ich esse selbst ganz selten Kohl, weil ich damit groß geworden bin“, erklärt er. „Jeden Sonnabend und Sonntag gab es Kohl – irgendwann reicht‘s.“

Das ist bei Klaus Bischoff anders. „Liebend gern esse ich Kohl“, sagt der Inhaber des Gasthofs „Zur alten Schänke“ in Ganspe. „Mal mit Kassler, mal mit Kochwurst, mal mit Pinkel.“ Bei den Kohlfeiern an den Wochenenden hat er nur noch Restplätze im Angebot. Auf der Tanzfläche und an den Tischen des Saales amüsieren sich dann 200 Gäste zwischen 20 und 70 Jahren. Kleinere Kohlgruppen können sich aber unter der Woche noch anmelden. „Dann natürlich ohne Musik und Tanz“, betont Bischoff. In seinem Haus ende die Kohlsaison eigentlich Anfang März. „Je nach Wetter gibt es vielleicht noch Kohl bis Mitte März, aber dann ist Schicht im Schacht.“

Auch im Rekumer Hof enden die Kohlpartys um Mitternacht. Ein traditionelles Highlight zum Abschluss der Kohlsaison ist der Auftritt der Oldenburger Band United Four. „Seit Jahren spielen die bei uns, und die Leute kommen von überall her“, freut sich Simone Winterhoff, Juniorchefin des Rekumer Hofs. Bundesweit bekannt wurde das rockige Quartett durch die Sendung „Das Supertalent“, bei dem die vier Männer kurz vor dem Finale ausschieden. Ihr Markenzeichen sind die Outfits im schwarz-weißen Kuh-Design. „Der Hammer ist der Sänger. Er ist voll der Brecher und singt mit hoher Stimme ‚Time of my life‘“, schwärmt Simone Winterhoff. Bei dieser besonderen Kohlparty zum Saisonabschluss am 4. März seien noch einige Plätze frei.

Am Freitag, 27. Januar, 12 Uhr, lädt der „Workshop Kochen“ in die Begegnungsstätte Farge (Eva-Seligmann-Haus), Farger Straße 136, zum gemeinsamen Essen ein. Dieses Mal wird ein deftiges Kohl- und Pinkel-Essen zubereitet und gegessen. Die Teilnahme ist kostenpflichtig. Information unter Telefon 04 21 / 68 23 85. Und bekanntlich lädt in diesem Jahr auch das Gustav-Heinemann-Bürgerhaus in Vegesack zur Kohlparty. Für das Fest am 11. Februar mit Buffet und DJ Tim Scholz sind noch Restkarten zu haben.

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