Ausstellung Kolonialzeit hat Folgen

Wie die Kolonialzeit bis heute wirkt, soll „Homestory“ zeigen.„Decolonize Bremen“ holt die Wanderausstellung der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland in die Stadt.
08.05.2017, 14:28
Lesedauer: 1 Min
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Kolonialzeit hat Folgen
Von Detlev Scheil

Um Menschen mit schwarzer Hautfarbe in Deutschland, ihr Wirken und ihre Verdienste, aber auch um Rassismus und Verfolgung geht es in der Ausstellung „Homestory Deutschland“, die vom 31. Mai bis 1. Juli in der Unteren Rathaushalle zu sehen sein wird. Das Bündnis „Decolonize Bremen“, dem sowohl Organisationen wie der Flüchtlingsrat und das Afrikanetzwerk Bremen als auch Einzelpersonen angehören, hat die von der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) konzipierte Wanderausstellung nach Bremen geholt. Zudem gibt es ein Begleitprogramm mit Workshops, Schulklassen-Führungen, Stadtführungen auf den Spuren der Kolonialzeit, Filmen und Seminaren für Pädagogen.

Das Bündnis sieht die Ausstellung auch als einen Baustein in dem Bemühen, ein bremisches Erinnerungskonzept zum Kolonialismus zu erarbeiten. Einen entsprechenden Beschluss, der noch viel Arbeit bedeutet, hat die Stadtbürgerschaft vor einem Jahr gefasst. Die Ausstellung „Homestory“ soll nach Aussage der Initiatoren beispielhaft aufzeigen, wie Folgen der Kolonialzeit bis heute weiterwirken. Unter anderem kursierten weiterhin „stereotype Klischees, die nachhaltig von kolonialen Wahrnehmungsmustern geprägt sind“, kritisiert das Bündnis.

Die Ausstellung zeigt die Porträts und Biografien von 27 schwarzen Deutschen in Geschichte und Gegenwart, darunter ist mit Sunny Omwenyeke auch ein Bremer. Dazu gehört auch ein Porträt des späteren Philosophen und Juristen Anton Wilhelm Amo, der um 1710 als Sklave an den Hof von Braunschweig-Wolfenbüttel verschenkt wurde. Eine Installation erinnert an Laya-Alama Condé, der in Bremen als mutmaßlicher Drogenhändler in polizeiliches Gewahrsam genommen wurde und nach dem zwangsweisen Verabreichen von Brechmittel starb.

Für einige Begleitveranstaltungen sind Anmeldungen erforderlich. So können sich Menschen, die selbst Opfer von Rassismus geworden sind, bis zum 1. Juni für einen zweitägigen Workshop am 10. und 11. Juni anmelden, der sich mit „Strategien gegen Rassismus und für mehr Dekolonisierung im Alltag“ befasst. Die Teilnahme ist kostenlos.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm sind im Internet unter der Adresse www.decolonizebremen.com sowie per E-Mail an decolonize_bremen@posteo.de (auch für Anmeldungen) erhältlich.

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