Kommentar zu Wischhusens Beratervertrag

Bremer FDP-Fraktionschefin handelt Instinktlos

Bremens FDP-Frontfrau Lencke Wischhusen bezieht Honorare von einem Verband, mit dessen Akteuren sie familiär verbunden ist. Sie selbst findet das offenbar in Ordnung. Ist es aber nicht, meint Jürgen Theiner.
29.08.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Bremer FDP-Fraktionschefin handelt Instinktlos
Von Jürgen Theiner
Bremer FDP-Fraktionschefin handelt Instinktlos

Bremens FDP-Fraktionsvorsitzende Lencke Wischhusen bezieht Honorare von einem Verband, mit dessen führenden Akteuren sie familiär verbunden ist.

ECKHARD STENGEL

An Lencke Wischhusen scheiden sich die Geister. Den einen gilt die Bremer FDP-Fraktionschefin als erfrischend anders, als unbefangene Seiteneinsteigerin, die dem Politikbetrieb mit ihrem quirligen Stil guttut. Andere sehen in ihr ein Leichtgewicht, das mangelnden inhaltlichen Tiefgang durch Selbstinszenierung und flotte Sprüche kompensiert.

Die Kritiker dürften sich durch Wisch­husens Umgang mit ihrem Consulting-Vertrag beim Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft bestätigt sehen – zu Recht. Es ist einigermaßen instinktlos, als Beraterin bei einer Organisation anzuheuern, in der Personen aus dem eigenen Familienkreis den Ton angeben. Wer so etwas macht, setzt sich unwillkürlich dem Verdacht aus, etwas zugeschanzt bekommen zu haben.

Ob diese Vermutung im konkreten Fall zutrifft, ist letztlich nicht entscheidend. In einer Zeit wachsenden Misstrauens gegenüber der gesamten politischen Klasse dürfen Mandatsträger nicht einmal den Anschein einer Vorzugsbehandlung erwecken – oder gar durch intransparentes Verhalten entsprechende Spekulationen nähren. Doch dafür fehlt Lencke Wischhusen offenbar jegliches Gespür.

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