Ralf Michel über Dealer und Polizei

Kommentar: Fatales Signal

Gut, dass die Polizei eine Strategie hat, um gegen die afrikanischen Drogendealer vor dem Bahnhof vorzugehen. Dass sie ein Einsatzkonzept ausgearbeitet hat und Schwerpunktmaßnahmen durchführt.
17.08.2016, 00:00
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Kommentar: Fatales Signal
Von Ralf Michel
Kommentar: Fatales Signal

Drogendeals gibt es in Bremen vor allem rund um den Hauptbahnhof.

dpa

Gut, dass die Polizei eine Strategie hat, um gegen die afrikanischen Drogendealer vor dem Bahnhof vorzugehen. Dass sie ein Einsatzkonzept ausgearbeitet hat und Schwerpunktmaßnahmen durchführt.

Dumm nur, dass dies die Täter nicht weiter zu stören scheint. Denn die dealen munter weiter. Ungestört, wie es scheint. Warum auch nicht, wo es der Polizei doch nur noch darum geht, den Straßendeal auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Doch was ist ein erträgliches Maß für Geschäftsleute, denen diese Kleinkrimellen die Kundschaft vergraulen? Wie viel Drohungen sind erträglich für die Angestellten in den Läden? Wie viel anzügliche Blicke für Frauen, die an dem Spalier der jungen Männer vorbei müssen?

Nun stehen die afrikanischen Drogendealer am Bahnhof ebenso wie Taschendiebe und Antänzer gewiss und zu Recht nicht an erster Stelle bei der Kriminalitätsbekämpfung in Bremen. Aber gerade diese Täter entwickeln eine enorme Außenwirkung und beeinflussen damit nachhaltig die gesellschaftliche Grundstimmung in der Stadt. Nichts wäre deshalb fataler als das Signal, mit dieser Form von Kriminalität nicht fertig zu werden. ralf.michel@weser-kurier.de

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