Kommentar zu verschuldeten Studierenden

Hürden senken

Das Bafög braucht eine Reform, die diesen Namen verdient. Es kann nicht sein, dass nur etwas mehr als jeder zehnte Studierende diese staatliche Hilfe bekommt, meint Sara Sundermann.
02.05.2021, 20:52
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Hürden senken
Von Sara Sundermann
Hürden senken

Noch immer kann in den Hörsälen der Bremer Universität kein normaler Lehrbetrieb stattfinden.

Frank Thomas Koch

Auf zwei Pfeiler hat der Bund in der Krise gesetzt, um Studierenden in Finanznot zu helfen: auf Zuschüsse und Kredite. Zuschüsse bekommen nur sehr wenige, die Zahl der Kredite ist explodiert. Der eigentliche Missstand aber ist pandemieunabhängig und betrifft das Bafög: Nur zwölf Prozent der Studierenden bekommt die Hilfe noch. Das ist eine geringe Quote. Immerhin hatten vor Corona fast drei Viertel aller Bremer Studierenden einen Nebenjob. Manche fallen aus dem Bafög, weil sie länger studieren. Andere lassen sich vom bürokratischen Aufwand abschrecken oder davon, dass ein Teil zurückgezahlt werden muss.

Die Hürden müssen gesenkt werden. Eine Reform, die dazu führt, dass mehr Studierende Bafög bekommen, ist überfällig. Sie wird schon länger gefordert, zuletzt von Hochschulrektoren. Bisher hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek Veränderungen nur in homöopathischen Dosen vorgenommen. Sie führten nicht zu einer Öffnung. Dass trotz der Änderungen die Förderquote weiter gesunken ist, spricht für sich.

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