Kommentar zum Personalmangel in Kliniken

Das Personal ist an der Belastungsgrenze

Der Pflegekräftemangel war schon vor der Corona ein akutes Problem in den Kliniken. Die Pandemie wirkt wie ein Brennglas, sie zeigt, dass der Staat dringend ein Rettungspaket schnüren muss, mein Sabine Doll.
02.11.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Das Personal ist an der Belastungsgrenze
Von Sabine Doll
Das Personal ist an der Belastungsgrenze

Für ein Rettungspaket wäre jetzt die richtige Zeit.

Gaetan Bally / dpa

Wenn Politiker vor der Überlastung des Gesundheitssystems warnen, geht es vor allem um Bettenkapazitäten auf Intensivstationen. Keine Frage, dafür muss gesorgt sein. Anlass zur Sorge sollte vor allem auch der Personalmangel in der Pflege geben: Corona-Infizierte und andere schwerkranke Menschen müssen versorgt werden. Die Pflege ist an der Belastungsgrenze – und zahlenmäßig am Limit. Es gibt kein B-Team, wie bei hoch bezahlten Fußballspielern, das nach einer anstrengenden Partie einspringen kann. Die Reservebank ist leer.

Der Staat zeigt in der Pandemie, dass er mehr kann, als Applaus, gute Worte und Einmal-Boni zu spenden. Rettungspakete für ganze Branchen und Unternehmen werden geschnürt. Ein solches Paket brauchte die Pflege schon vor Corona. Bessere Arbeitsbedingungen, bessere Bezahlung, nur dann wird sich die Lage in „normalen“ und Pandemie-Zeiten ändern – und der Beruf attraktiv. Alternativlos ist derzeit eines der meist benutzten Wörter, wenn es um Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung geht. Ein Rettungspaket Pflege ist alternativlos.

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