Tarifkonflikt bei der Bremer Müllabfuhr

Kommentar: Viel auf dem Spiel

Der Tarifkonflikt bei der Bremer Müllabfuhr steuert auf eine Entscheidung zu. Lassen die Beschäftigten das Angebot der Arbeitgeber am Freitag durchfallen, hätte das weitreichende Folgen, meint Jürgen Theiner.
13.12.2018, 21:45
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Kommentar: Viel auf dem Spiel
Von Jürgen Theiner
Kommentar: Viel auf dem Spiel

In dem Tarifkonflikt bei der Bremer Müllabfuhr soll es an diesem Freitag zu einer Entscheidung kommen.

Frank Thomas Koch

Wenn die Bremer Müllwerker an diesem Freitag über das Tarifangebot der Arbeitgeberseite abstimmen, dann geht es um mehr als eine Lohnsteigerung – um viel mehr. Votieren sie für einen Streik, wäre das zum einen der größte anzunehmende Unfall für ein Lieblingsprojekt der Sozialdemokraten, die Rekommunalisierung der Abfallwirtschaft. Die SPD wollte den Beschäftigten etwas Gutes tun, indem sie Müllabfuhr und Straßenreinigung teilweise aus der Privatwirtschaft zurückholten. Falls es nun wenige Monate nach Inkrafttreten der Strukturreform gleich zum Arbeitskampf kommt und kurz vor Weihnachten die Tonnen stehen bleiben, fällt das Projekt den Sozialdemokraten krachend auf die Füße.

Ein Streik wäre zudem der Sargnagel für weitere Rekommunalisierungen. In wenigen Jahren steht eine Entscheidung darüber an, ob die Stadtentwässerung wieder in öffentliche Regie überführt wird. Sollte sich bei der Politik der Eindruck verdichten, dass ein solcher Schritt nur Ärger bringt, wird sich keine Hand dafür rühren, nicht mal bei der SPD. Was die Müllwerker jetzt entscheiden, wirkt weit in die Zukunft.

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