Kommentar zur Maskenpflicht bei der BSAG

Bremen setzt die Regeln nicht durch

Bei der Kontrolle der Maskenpflicht in Bus und Straßenbahn sehen sich weder die Bremer Straßenbahn AG noch Bremens Innenbehörde in der Verantwortung. Das kritisiert Florian Schwiegershausen in seinem Kommentar.
03.07.2020, 05:00
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Bremen setzt die Regeln nicht durch
Von Florian Schwiegershausen
Bremen setzt die Regeln nicht durch

Ein Mann mit Schutzmaske sitzt in der Bremer Straßenbahn. Doch niemand kontrolliert gegenwärtig die Maskenpflicht in Bus und Straßenbahn.

Sina Schuldt/DPA

Es ist schön, dass sich viele Fahrgäste an die Maskenpflicht in den Bussen und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG halten. Aber einmal mehr zeigt ein konkretes Beispiel: Wer sich nicht daran hält, hat nichts zu befürchten. Die BSAG verweist darauf, dass die Durchsetzung der Maskenpflicht nicht ihre Aufgabe sei. Bremens Innenbehörde teilt dagegen mit, dass der BSAG in den Bussen und Straßenbahnen die Kontrolle der Maskenpflicht obliegt – im Rahmen ihres Hausrechts. So schiebt man die Verantwortung schön auf den anderen ab. Und die BSAG-Fahrer müssen selbst zusehen, wie sie während der Fahrt dieses Hin- und Hergeschiebe ausbaden können – ebenso wie die Fahrgäste.

Wenn in einer Kneipe die Masken- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden, droht dem Wirt ein Ordnungsgeld. Wenn es aber um einen Eigenbetrieb wie die BSAG geht, scheint es der Stadt weniger wichtig zu sein, die Regeln zum Schutz der Fahrgäste so durchzusetzen, dass sie für Maskenmuffel auch ernsthafte Konsequenzen haben können. Das stärkt nicht das Vertrauen der Fahrgäste, von denen die BSAG wieder mehr begrüßen möchte. So grüßt nur täglich der zahnlose Tiger.

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