"Figaros Hochzeit" im Theater am Deich Liebe, Macht und Eifersucht

„Figaros Hochzeit“ ist eine turbulente Komödie über Liebe, Macht und Eifersucht. Das Stück feiert nun im Theater am Deich in Borgfeld Premiere.
07.09.2021, 23:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sabine von der Decken

Borgfeld. „Freitag ist endlich Premiere, darauf haben wir zwei Jahre lang hingearbeitet“, sagt Regisseurin Mary Janz voller Erleichterung während der Hauptprobe. Sie haben einen langen Atem gehabt, um „Figaros Hochzeit“ nun endlich auf die Bühne des Theaters am Deich zu bringen.

Im Frühjahr 2020 war die Premiere bereits in Sicht, einen Tag vor der Generalprobe aber musste alles aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Als dann wieder gespielt werden durfte, so Mary Janz, hatten zwei Schauspieler das Borgfelder Ensemble verlassen. Erst musste noch Ersatz her. Kaum hatte das Ensemble dieses Problem gelöst, tauchte eine neue Schwierigkeit auf. Die Abstandsregelung. So hatte Corona direkte Auswirkungen auch auf die Inszenierung. „Das hat einiges an Arbeit gekostet“, erinnert sich Mary Janz, die das Stück so umschrieb, dass nie zu viele Menschen gleichzeitig auf der Bühne stehen. Großes Glück: Zwei Darsteller dürfen sich näher kommen, denn beide sind abseits der Bühne ein Paar. 

Die Ende des 18. Jahrhunderts von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais geschriebene turbulente Komödie über Liebe, Macht und Eifersucht sei heute noch aktuell, sagt die Regisseurin. 1794 wurde „Figaros Hochzeit“ zur Begeisterung des Publikums, aber zum Missfallen des Königs, aufgeführt und diente Mozart wenige Jahre später als Vorlage für seine Oper. Dem Borgfelder Ensemble bietet das Stück viele Freiheiten für Gesang und Slapstickeinlagen, freut sich die Regisseurin. Alle Einfälle der Borgfelder Schauspieler orientieren sich aber eng an der Originalvorlage und sind so gestaltet, dass sie Text und Autor respektieren.

Am Hochzeitstag von Kammerdiener Figaro und Kammerzofe Susanne fordert Graf Almaviva das Recht der ersten Nacht ein. Mit allerlei Tricks versuchen Figaro, Susanne und die Gräfin Rosine, ihn von seiner Absicht abzubringen. Nach der Uraufführung Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Figur des Figaro zum Prototypen eines Menschen, der an Macht zwar unterlegen, durch Gescheitheit, Aufsässigkeit und Witz aber zu seinem Recht kommt. In der Aufführung voller großer Gefühle und mit turbulenten, witzigen Szenen thematisiert das Borgfelder Ensemble auch diesen Handlungsstrang.

„Wir sind optimistisch“, so Janz, „wir können auf jeden Fall anfangen und haben Termine bis in den November gemacht.“ Unterschied ist allerdings, dass die Schauspieler dieses Mal nur vor 29 statt 99 Theaterbesuchern ihr Stück aufführen. Für die „kleine Menge Mensch“, so Janz, hätten sie den Zuschauerraum gemütlich gestaltet, und es würden dort an den Tischen Getränke serviert. Corinna König, zweite Vorsitzende des Hanseaten-Klubs Bremen, betont, dass sich die Aufführung finanziell nicht unbedingt lohne. „Aber wir wollten unbedingt zeigen, dass wir noch leben“, so ihre Erklärung. „Wir haben auch gemerkt, dass es ein ganz großes Bedürfnis nach Theater gibt“, sagt Mary Janz. Die Premiere ist bereits ausverkauft, aber bis Ende November spielen die Borgfelder Schauspieler fast an jedem Wochenende.

Info

Das Stück "Figaros Hochzeit" hat am Freitag, 10. September, Premiere, die bereits  ausverkauft ist. Die Komödie wird am Sonnabend und Sonntag, 11. und 12. September, jeweils um 17 Uhr aufgeführt  sowie am 17. September (19.30 Uhr), 19. und 25. September (17 Uhr)  Weitere Termine sind der 10., 15., 16. und 17. Oktober, sowie der 23., 24., 30. und 31. Oktober. Im November sind neun Aufführungen geplant.  Der komplette Spielplan steht im Internet unter www.theateramdeich.de. Voraussetzung für den Theaterbesuch im Haus Am Lehester Deich 92a ist die Einhaltung der 3-G-Regeln. Kartenvorbestellungen unter karten-theateramdeich@gmx.de oder Telefon 0421/271234 oder 0172-2794735.

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