Regionalausschuss Galopprennbahn: Pferderennen 2018 möglich

Kompensation gefordert

Hemelingen. Noch uneins zeigte sich der Regionalausschuss Galopprennbahn der Beiräte Hemelingen und Vahr in seiner jüngsten Sitzung. Während einige Mitglieder des Ausschusses konkrete Forderungen, wie eine Höchstgrenze der Wohnungen, in ein Positionspapier einbringen wollen, mahnten andere zur Zurückhaltung.
09.11.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von CHRISTIAN HASEMANN

Hemelingen. Noch uneins zeigte sich der Regionalausschuss Galopprennbahn der Beiräte Hemelingen und Vahr in seiner jüngsten Sitzung. Während einige Mitglieder des Ausschusses konkrete Forderungen, wie eine Höchstgrenze der Wohnungen, in ein Positionspapier einbringen wollen, mahnten andere zur Zurückhaltung.

Zuvor hatten Ronald Risch vom Stadtplanungsamt und Dirk Kühling aus dem Wirtschaftsressort den aktuellen Stand der Planungen vorgestellt. Besucher, die konkrete Untersuchungsergebnisse erwartet hatten, wurden enttäuscht: Noch befindet sich das Vorhaben in einer Phase, in der vornehmlich Informationen gesammelt werden. Immerhin: Die Fachgutachten zu Ökologie, Baugrund, Hydrologie und Verkehr seien inzwischen beauftragt, sagte Ronald Risch. Sobald die Gutachten fertig sind, sollen sie der Bevölkerung vorgestellt werden. Dem schließt sich eine Ideenwerkstatt an, in dem die Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Wünsche einbringen können. Vorbild könnte das Werkstattverfahren zum Könecke/Coca-Cola-Gelände sein, das viel Lob bekommen hat.

Noch unbeantwortet bleibt die Frage, was mit der Tribüne der Galopprennbahn geschehen soll. Entgegen des weit verbreiteten Glaubens ist diese noch nicht denkmalgeschützt. „Aber das ist natürlich ein reizvolles Thema“, sagte Ronald Risch.

Zu den Verhandlungen des Wirtschaftsressorts mit dem Betreiber der Golfrange, die für fast vier Millionen Euro aus den langlaufenden Pachtvertrag aussteigt, sagte Dirk Kühling: „Wir haben für Grundlagen der Verhandlungen das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst und Lang beauftragt.“ Im Zuge der Verhandlungen musste die Golfrange Zahlen offenlegen: Knapp 200 000 Euro Gewinn pro Jahr macht die Golfrange. „Von daher wussten wir, was auf uns zukommt.“ Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung habe das Ressort eine grob geschätzte Fläche von 20 Hektar angenommen, aus deren Grundstückserlösen Geld zurückfließen wird. Das Fazit: „Das ist nicht nur städtebaulich sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich.“ Dirk Kühling konnte auch mitteilen, dass nicht die gesamte Fläche bebaut werden wird. „Der Park in der nordöstlichen Ecke mit der Hundeauslauffläche wird nicht überplant.“

In der Frage der Zwischennutzung sieht er positive Zeichen dafür, dass auch im kommenden Jahr Pferde auf der Galopprennbahn laufen. „Es gibt die Bereitschaft, weitere Rennen stattfinden zu lassen.“ Drei Termine im Frühjahr, darunter der traditionelle Karfreitag-Renntag, seien im Gespräch.

Bernd Siegel (SPD), Beiratssprecher in der Vahr, forderte für das Positionspapier des Regionalausschusses eine grobe Obergrenze für die Anzahl der Wohnungen. Außerdem wünscht er sich eine „Kompensation“, zum Beispiel eine Sanierung der Schulen und Schwimmbäder für die Stadtteile Hemelingen und Vahr.

Ralf Bohr (Grüne) dagegen mahnte zur Zurückhaltung. „Wir sollten uns nicht schon vor der Ideenwerkstatt auf Zahlen festlegen.“ Ingo Tebjen (Linke) forderte mit einem Beschlussentwurf seiner Partei, möglichst viele Teile des Geländes unter öffentlicher Kontrolle zu behalten und brachte ein Erbpachtsystem ins Spiel, wie es die Bremer Heimstiftung auf dem neuen Ellener Hof anwendet. Auf eine endgültige Ergänzung des Positionspapiers konnte sich der Ausschuss nicht einigen. Dies soll auf der nächsten Sitzung, voraussichtlich im Frühjahr, nachgeholt werden.

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