Bremen-Hemelingen "Komplette Palette" kann doch noch starten

Verkürzte Saison für die "Komplette Palette" in Bremen-Hemelingen: Ein Rettungsweg ermöglicht aber doch noch Start des Kulturprojekts.
13.06.2018, 16:35
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Hasemann

Der Aufbau in Sachen "Die Komplette Palette" am Weserufer in Hemelingen steht bevor. Ein Rettungsweg wird derzeit gebaut. Damit kann das Kulturprojekt eine notwendige Auflage erfüllen.

Der Musiker Immo Wischhusen durchlebte in den letzten Wochen ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem der Beirat Hemelingen schon im vergangenen Herbst sein Ok für eine Neuauflage des Kulturprojekts "Die Komplette Palette" gegeben hatte, wollte es danach nicht recht vorangehen. Zum einen musste sich der Musiker von dem anstrengenden Abbau erholen, zum anderen forderte die Feuerwehr einen Rettungsweg. Dieser ist eine der Voraussetzungen für die Genehmigung des Kulturprojekts. Der provisorisch angelegte Weg aus dem Vorjahr ist nicht mehr befahrbar.

Baugenehmigung erwartet

Unklar war bis zuletzt, wer die Baukosten für den neuen Weg trägt und wer für den Unterhalt zuständig ist und wo der Weg lang führen soll. Nun aber bewegt sich etwas am Hemelinger Weserufer: Der geplante Rettungsweg, der sich vom Wassersportverein zur Landspitze schlängelt, soll noch in dieser Woche fertiggestellt werden. Damit könnte auch die Anlieferung für die "Palette" beginnen. Aber hier hakt es noch – eine Baugenehmigung steht aus, unter anderem musste noch einmal ein Statiker ran. Immo Wischhusen geht aber davon aus, dass er zumindest eine Teilgenehmigung in Kürze in den Händen halten wird.

Überraschend hatte der Beirat Hemelingen in seiner Aprilsitzung die Pläne für einen Rettungsweg kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt und diesem zugestimmt. Diese Zustimmung war notwendig, damit Mittel für den Bau freigegeben werden konnten. Diese Mittel kommen aus dem Förderprogramm Soziale Stadt und seien ausdrücklich keine Gelder, so betont es Thomas Lecke-Lopatta aus dem Referat Stadtentwicklung beim Bauressort, für die "Palette", sondern für einen Rettungsweg an den Hemelinger Sand – dem Sandstrand auf der Landspitze südlich des Fuldahafens, der nach dem Willen des Hemelinger Beirates künftig besser von Hemelingern genutzt werden soll. Es folgten viele Abstimmungsrunden, unter anderem mit dem Sportamt, dem Wassersportverein Hemelingen und dem Bau- und Sozialressort. Der Weg wird in Zukunft ausschließlich für Rettungskräfte und für die Anlieferung genutzt werden können – eine Fahrt mit dem Auto direkt an den Strand ist nicht möglich. Eine endgültige Genehmigung für den Bau des Rettungsweges stand allerdings bis zuletzt immer noch aus. Diese wurde dann in der vergangenen Woche endgültig erteilt.

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Für das Kulturprojekt führt das lange Hin und Her zu einer verkürzten Saison. Vor fast genau einem Jahr öffnete die "Palette" am Hemelinger Sand zu seiner Eröffnungsparty, in diesem Jahr steht bisher noch nicht eine der Paletten, aus denen später die Bühne entstehen wird. Ohnehin hatte Immo Wischhusen angekündigt, die gesamte Palette zu verkleinern und weniger Menschen auf das Gelände zu lassen – je mehr Besucher kommen, desto höhere Auflagen sind auch einzuhalten, zum Beispiel mehr Toiletten und Rettungskräfte. Damit steigen die Kosten, die der Musiker zunächst aus eigener Tasche bezahlen muss, denn eine Förderung durch die Stadt gibt es nicht. Das komplette Projekt, an dem viele ehrenamtliche Helfer mitarbeiten, muss sich über die Eintrittsgelder zu den Partys refinanzieren. Im verregneten Sommer des vergangenen Jahres hatte der Musiker hohe Verluste gemacht, das soll sich nach Möglichkeit in diesem Jahr nicht wiederholen.

Helfer gesucht

Immo Wischhusen hofft, dass er noch im Juni die Bar eröffnen kann und dass Anfang Juli schon die Bühne aus Palette steht. "Wir brauchen aber noch ein paar Helfer für den Aufbau", sagt der Musiker. Das Organisation- und Aufbauteam setzt sich ausschließlich aus Ehrenamtlichen zusammen. Trotz der verkürzten Saison blieben noch drei Monate. "Wir ziehen es jetzt durch, es wäre ja quatsch nichts zu machen, wenn der Weg da ist", sagt Immo Wischhusen. Ein paar Unwägbarkeiten bleiben allerdings: So begleitet der Kampfmittelräumdienst die Bauarbeiten am Weg – sollten Bomben gefunden werden, würde sich der Bau des Rettungsweges verzögern. Bombensplitter sind tatsächlich schon gefunden wurden, Überbleibsel der Bombenangriffe der Alliierten auf die Hemelinger Hafenanlagen.

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