Auch Zwischenlösungen mit Mobilbauten geplant / FQZ bewirbt sich als Mehrgenerationenhaus

Konkrete Pläne für Kita-Ausbau in der Vahr

Vahr. „Wir brauchen nicht nur eine gute Planung, sondern jetzt muss auch umgesetzt werden“ – Beiratssprecher Bernd Siegel (SPD) machte deutlich, dass es nun auf Taten beim Ausbau der Kinderbetreuung in der Vahr ankommt. Zuvor hatte Fatmanur Sakarya-Demirci von der Bildungsbehörde die überarbeiteten Pläne für den Ausbau der Krippen- und Kindergartenversorgung dem Beirat vorgestellt.
15.12.2016, 00:00
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Von CHRISTIAN HASEMANN
Konkrete Pläne für Kita-Ausbau in der Vahr

FQZ Vahr

PETRA STUBBE

Vahr. „Wir brauchen nicht nur eine gute Planung, sondern jetzt muss auch umgesetzt werden“ – Beiratssprecher Bernd Siegel (SPD) machte deutlich, dass es nun auf Taten beim Ausbau der Kinderbetreuung in der Vahr ankommt. Zuvor hatte Fatmanur Sakarya-Demirci von der Bildungsbehörde die überarbeiteten Pläne für den Ausbau der Krippen- und Kindergartenversorgung dem Beirat vorgestellt.

Schon im kommenden Jahr plant die senatorische Behörde insgesamt drei neue Gruppen in der Vahr ein. Zwei Krippengruppen sollen in der ehemaligen Sparkasse an der Wilseder-Berg-Straße in der Gartenstadt Vahr entstehen. Eine weitere Gruppe für Kindergartenkinder soll zusätzlich in der Kita August-Bebel-Allee eingerichtet werden. Ein Jahr später, so sehen es die Planungen vor, folgen weitere Gruppen in der Kinderkrippe Vahrinis, in der Kita St. Hedwig und insgesamt acht Gruppen im geplanten Neubau auf dem sogenannten Ampelspielplatz an der August-Bebel-Allee. Insgesamt wären dies zehn neue Gruppen in der Vahr bis zum Kindergartenjahr 2018/2019.

Zusätzlich möchte die Behörde Zwischenlösungen mit sogenannten Mobilbauten, also Containern, schaffen. „Wir haben uns mit dem Beirat mehrere Grundstücke und Gebäude angesehen“, sagte Fatmanur Sakarya-Demirci. So könnten zum Beispiel an der Kita Heinrich-Imbusch-Weg zwei weitere Gruppen entstehen. „Diese Gruppen sind aber Interimslösungen und auf maximal drei Jahre begrenzt“, so die Behördenvertreterin weiter. Danach würden die Zwischenlösungen von den neu entstehenden Aus- und Neubauten abgelöst.

Der Bedarf an Kita-Plätzen ist in der Vahr nach wie vor hoch. 87 Kinder ohne Betreuungsplatz seien ihr gemeldet worden, berichtete Fatmanur Sakary-Demirci. Die Hälfte der Verfahren seien inzwischen abgeschlossen, das bedeutet, dass die Eltern noch einen Platz bekommen haben, die Anmeldung zurückgezogen haben oder aber weggezogen sind. 44 Fälle sind noch nicht entschieden, das heißt, die Behörde konnte den Eltern noch keinen Platz anbieten. Wie viele Eltern sich aber erst gar nicht an die Behörde gewandt haben, blieb allerdings offen.

Insgesamt bewertete der Beirat die Zahlen und die Planungen aus der Bildungsbehörde als ausreichend. Beiratssprecher Bernd Siegel: „Ich denke, es ist auf einem ganz guten Weg.“ Eine feste 50-Prozent-Quote, die in Bremen als Versorgungsquote für Krippenkinder bis drei Jahren angestrebt wird, lehnt er aber ab. „Wenn wir höhere Bedarfe haben, dann müssen die auch abgedeckt werden“, lautet seine Forderung.

Beiratsmitglied Martin Michalik (CDU) wollte von der Behördenvertreterin wissen, ob es Pläne zu flexibleren Betreuungszeiten, die sich zum Beispiel den Bedürfnissen von Schichtarbeitern anpassen, gibt. In der Bildungsbehörde habe sie bisher keine Rückmeldung von den Trägern der Einrichtungen bekommen, sagte Sakarya-Demirci. Dirk Sommer, Regionalleitung Mitte von Kita-Bremen, konnte aus der Praxis seines Hauses berichten. „Bisher fragen wir die Wünsche der Eltern im Rahmen dessen ab, was wir an Betreuungszeiten anbieten.“

Man habe den Kontakt mit der senatorischen Behörde in der Frage gesucht, aber sei bisher nicht weitergekommen. Dass das Thema von flexibleren Betreuungszeiten inzwischen auf der politischen Agenda gelandet ist, konnte der Bürgerschaftsabgeordnete und Mitglied der Deputation für Bildung und Kinder, Helmut Weigelt (SPD), bestätigen. „Der Ausschuss beschäftigt sich mit dem Thema. Die Bedarfe sind sehr unterschiedlich und es wird überlegt, im nächsten Jahr eine Umfrage zu machen.“

Neben dem Ausbau der Kita-Versorgung gibt es in der Vahr auch Pläne, das Familien- und Quartierszentrum (FQZ) in der August-Bebel-Allee auszubauen. Das FQZ bietet unter seinem Dach Beratungs-, Bildungs- und Freizeitangebote an. Daneben finden aber auch Sprachkurse, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen statt. „In diesem Jahr gab es eine neue Ausschreibung für das Aktionsprogramm ‚Mehrgenerationenhäuser‘“, berichtete Dirk Stöver, Quartiersmanager Neue Vahr. „Das FQZ hat an dem Interessenbekundungsverfahren teilgenommen und muss bis Ende des Jahres den Antrag abgeben.“ Dafür sei es notwendig, dass das zuständige kommunale Gremium, in diesem Falle der Beirat Vahr, eine Stellungnahme abgibt.

Das Bundesprogramm löst zum 1. Januar das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II ab. 450 Häuser erhalten mit dem Programm die Möglichkeit, den demografischen Wandel und das generationenübergreifende Arbeiten zu gestalten. „Das bedeutet, dass der Bund für drei Jahre 30 000 Euro zur Verfügung stellt, das Sozialressort müsste 10 000 zur Verfügung stellen.“ Letzteres habe schon seine Absichtserklärung abgegeben.

Bremenweit wäre das FQZ das zweite Mehrgenerationenhaus – wenn der Antrag angenommen wird. Sollte dies geschehen, könnten schon zum 1. April zusätzliche Angebote gemacht werden, erklärte Dirk Stöver. „Ich finde, das ist ein tolles Angebot, und alle Kollegen im FQZ haben sich eine Menge Gedanken gemacht, um diese Dinge auf den Weg zu bringen.“

Der Beirat votierte einstimmig für einen Beschluss, der die Bewerbung des Familien- und Quartierszentrums unterstützt. Er betont, dass das Mehrgenerationenhaus ein wichtiger Bestandteil zur Gestaltung des demografischen Wandels sei, und fordert alle verantwortlichen Stellen auf, die Weiterentwicklung der Einrichtung voranzutreiben.

„Wenn wir höhere Bedarfe haben, dann müssen die auch abgedeckt werden.“ Beiratssprecher Bernd Siegel
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