Bettwanzen-Befall in Flüchtlingsheim Kontrolle wird verstärkt

Nach dem Bettwanzen-Befall in der alten Zentralen Aufnahmestelle (ZASt) will das Gesundheitsamt künftig Flüchtlingsunterkünfte noch stärker kontrollieren. Um welche Einrichtungen es sich konkret handelt, wird derzeit noch untersucht.
17.06.2015, 08:13
Lesedauer: 2 Min
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Kontrolle wird verstärkt
Von Sabine Doll

Das Gesundheitsamt will Flüchtlingsunterkünfte in Zukunft noch stärker kontrollieren als bisher. Das ist eine Folge des Bettwanzen-Befalls in der alten Zentralen Aufnahmestelle (ZASt) in der Steinsetzerstraße, in der rund 200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind.

Ganz besonders im Blick seien dabei große Wohnheime sowie Einrichtungen, in denen minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind, sagt der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Jens Schmidt. Ein Katalog, um welche Einrichtungen es sich konkret handelt, werde derzeit zusammengestellt. „Außerdem werden die Träger aller Einrichtungen noch einmal grundlegend über Hygienevorschriften und Präventionsmaßnahmen informiert“, so Schmidt. Dabei werde deutlich formuliert, was das Gesundheitsamt vor dem Hintergrund des Infektionsschutzgesetzes von den Einrichtungen erwarte.

Neben eigenen Begehungen sei das Amt auf Meldungen der Träger angewiesen, wenn es Hinweise auf Erkrankungen oder Hygiene-Probleme gebe. Grundsätzlich würden alle Flüchtlinge – minderjährige und erwachsene – nach der Erstaufnahme innerhalb von 72 Stunden ärztlich untersucht sowie der Impfstatus überprüft. Fehlten Impfungen oder gebe es keinen Nachweis, würden diese nachgeholt. „Das ist seit zwei bis drei Monaten insbesondere bei Masern der Fall, weil es in einigen Herkunftsländern Ausbrüche gibt“, so Schmidt.

Beim Verdacht auf hochansteckende Krankheiten wie etwa offene Tuberkulose werden die Betroffenen in einer Klinik untersucht und dort bis zur Klärung isoliert untergebracht. Außerdem gebe es in den Erstaufnahmen Sprechstunden des Gesundheitsamtes, nach rund drei Wochen hätten die Flüchtlinge eine eigene Gesundheitskarte, mit der sie bei gesundheitlichen Problemen zu Ärzten gehen könnten. „Problematisch ist aber immer eine Überbelegung in Wohnheimen“, so Schmidt.

Unterdessen sind die Vorbereitungen für eine neue Unterkunft angelaufen: Auf dem Gelände der Scharnhorst-Kaserne in der Neustadt sind am Dienstag erste Wohncontainer angeliefert worden. Ab Herbst sollen dort rund 200 Menschen einziehen. Wegen der hohen Flüchtlingszahlen rechnet die Behörde aber damit, dass für eine Übergangszeit auch weitere Zelte aufgestellt werden müssten. „Die Wahrscheinlichkeit steigt von Tag zu Tag und mit jedem zusätzlichen Asylbewerber. Wir bereiten diesen Schritt daher konkret vor“, sagt Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne).

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