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Kostenloser Kirchenaustritt für Bremer derzeit nicht möglich

Der kostenfreie Austritt aus der Kirche durch persönliches Erscheinen im Haus der Kirche und Atrium Kirche ist eine Bremer Besonderheit. Durch die Pandemie ist das aber derzeit nicht möglich.
26.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Kostenloser Kirchenaustritt für Bremer derzeit nicht möglich
Von Ulrike Troue

Weil der Austritt aus der Kirche ein juristischer Schritt ist, führt am persönlichen Erscheinen kein Weg vorbei. Normalerweise ist in Deutschland ein Kirchenaustritt nur beim Standesamt oder Notar gegen eine Gebühr möglich, wenn der Personalausweis und Informationen über Datum, Ort und Kirche der Taufe vorgelegt werden. Doch Bremen bildet eine Ausnahme: Wer persönlich Haus der Kirche oder im Atrium Kirche vorstellig wird, kann kostenlos aus der Glaubensgemeinschaft austreten. Aber das ist aktuell nicht möglich.

Wegen der Vorsorgemaßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus sind das Haus der Kirche der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK), Franziuseck 2-4, und das Info-Zentrum Atrium Kirche, Hohe Straße 7, des Katholischen Gemeindeverbandes derzeit praktisch geschlossen. Für den Kirchenaustritt muss vorab ein Termin vereinbart werden, teilt Sabine Hatscher, Pressesprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche, auf Anfrage mit. Aber: „Die sind momentan ausgebucht.“ Als Grund nennt sie die für den BEK-Verwaltungssitz festgelegte Obergrenze für Kontakte pro Tag, um die Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten gewährleisten zu können.

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Im Klartext: Erst wenn der Lockdown beendet ist, können bei der BEK unter der Telefonnummer 559 72 36 wieder Termine für die kostenlose Austrittserklärung im Haus der Kirche vereinbart werden. Diese Prämisse gilt ebenso für den Katholischen Gemeindeverband Bremen.

Sobald es Lockerungen gibt, können nach Auskunft von Christof Haverkamp aus dem dortigen Referat für Presse, Medien und Öffentlichkeitsarbeit unter der Telefonnummer 369 43 00 wieder Termine für Kirchenaustritte gemacht werden. Dies gilt jedoch nur für Katholiken, die in Bremen-Stadt wohnen. Für Bremen-Nord gelten andere Vorgehensweisen, da dieser Teil nicht mehr zum Bistum Osnabrück zählt, sondern zum Bistum Hildesheim.

Etwa zehn Austrittsanfragen pro Woche gehen nach Auskunft von Christof Haverkamp an den Katholischen Gemeindeverband. Die meisten Menschen würden Verständnis für die Regelung zeigen, sagt er.

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Wer seinem Entschluss indes sofort in die Tat umsetzen möchte, muss dafür in die Tasche greifen. Gegen eine Gebühr von 5,50 Euro für die Beglaubigung der Unterschrift kann eine Kirchenaustrittserklärung derzeit beim Standesamt ausgefüllt werden. Die Standesämter Bremen-Mitte und Bremen-Nord sind eingeschränkt geöffnet. Allerdings können auch sie nur nach vorheriger Terminvereinbarung persönlich betreten werden. Dies ist unter der Bürgertelefonnummer 115 und 36 18 86 74 oder per E-Mail an standesamtmitte@inneres.bremen.de und standesamtbremen-nord@inneres.bremen.de möglich.

Mit 25 Euro Kosten kann für die notarielle Beglaubigung der Unterschrift gerechnet werden. Für die Bestätigung der Austrittserklärung in Form einer Niederschrift berechnet eine Kanzlei gemeinhin zehn Euro Gebühr.

Wer der Glaubensgemeinschaft den Rücken gekehrt hat, muss die Austrittserklärung eigenständig an die zuständige Kirche weiterleiten, damit der Kirchenaustritt durch die Austrittsbescheinigung wirksam wird, die von der Kirche erstellt wird. Die Kirchensteuerpflicht endet erst mit Ablauf des Kalendermonats, in dem die Erklärung des Kirchenaustritts wirksam geworden ist.

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