Neubau für Klinikum Mitte in Bremen Krankenhaus wird zur gigantischen Baustelle

Bremen. Der zentrale Abschnitt der Bismarckstraße wird sein Gesicht verändern: In 'Kamm-Struktur', so die Bezeichnung der Planer, sollen vier Gebäudeteile im rechten Winkel an der Strecke zwischen Friedrich-Karl-Straße und St.-Jürgen-Straße entstehen.
05.05.2010, 06:00
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Krankenhaus wird zur gigantischen Baustelle
Von Wigbert Gerling

Bremen. Der zentrale Abschnitt der Bismarckstraße wird sein Gesicht verändern: In 'Kamm-Struktur', so die Bezeichnung der Planer, sollen vier Gebäudeteile im rechten Winkel an der Strecke zwischen Friedrich-Karl-Straße und St.-Jürgen-Straße entstehen.

Die Fassaden der viergeschossigen Flügel nehmen mit ihrer Ziegelstein-Verblendung die Optik eines denkmalgeschützten Kliniktraktes in unmittelbarer Nachbarschaft auf. Es entsteht ein kompakter Klinik-Neubau der städtischen Dachgesellschaft 'Gesundheit Nord' (GeNo), die damit zugleich weite Teile des bisher genutzten Geländes räumt: Fast 14 Hektar werden frei - Platz genug für ein neues Wohnviertel, das bereits den Arbeitstitel 'Hulsberg-Quartier' trägt.

'Für uns ist dies ein ganz, ganz wichtiger Tag,' sagte gestern Diethelm Hansen, Geschäftsführer der GeNo, zu der die kommunalen Krankenhäuser mit ihren rund 7000 Beschäftigten an den vier Standorten in Bremen Ost, Mitte, Links der Weser und Nord gehören. Nach langen Planungen werde es 'nun endlich konkret', ergänzte er. Es gehe nicht mehr um das 'Ob' und auch nicht mehr um das 'Wann'. Vor diesem Hintergrund stellte er gestern die Planungen und Modelle für das neue Klinikum vor, das 2014 eingeweiht werden soll.

Generalplaner Michael Ludes, dessen Architektur- und Ingenieurbüro mit 80 Beschäftigten an fünf Standorten in Deutschland vertreten und auf Gebäude für die Medizinversorgung spezialisiert ist, attestierte den Bremern, sie verfolgten 'ein zukunftsträchtiges Konzept in stattlicher Größenordnung'. Nach seiner Einschätzung handelt es sich um das 'interessanteste Neubauprojekt in Deutschland'.

Herzstück ist ein Trakt mit 16 Operationssälen

Der neue Gebäudekomplex für das Klinikum Bremen-Mitte ist bewusst kompakt ausgelegt. Das Erscheinungsbild wurde gestern mit den Begriffen 'gradlinig, markant und klar' beschrieben. Im Inneren der Anlage sorgten Lichthöfe dafür, dass die neuen Räumen hell und ansprechend seien. Herzstück ist ein Trakt mit 16 Operationssälen im ersten Obergeschoss.

Heute hat das Klinik-Gelände eine Größe von 19,4 Hektar - eingegrenzt von Bismarckstraße, Friedrich-Karl-Straße, Am Schwarzen Meer und St.-Jürgen-Straße. Diese Größe entspricht etwa der Fläche von 30 Fußballplätzen. Wenn aber der Neubau fertig ist, werden rund 14 Hektar frei für das bereits vieldiskutierte Hulsberg-Quartier. Die Gewoba, so hieß es jüngst, sei an der Entwicklung des neuen Areals in unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Krankenhauses interessiert. Und die Bremer Heimstiftung richtet ihre Blicke bereits unverkennbar auf das große historische Gebäude der Augenklinik an der St.-Jürgen-Straße. Darin kann sie sich gemeinsames Wohnen von Jung und Alt und auch eine kulturelle Nutzung vorstellen.

Zunächst aber stehen am heutigen Klinikgelände ab Herbst unter anderem Abrissarbeiten auf dem Programm, gefolgt vom Ausheben der Baugrube für die neue Klinik. Der Lastwagenverkehr, so hieß es gestern, werde dabei über Zufahrten an der Bismarckstraße geführt. Damit solle sichergestellt werden, dass nicht die umliegenden Wohngebiete belastet werden.

Das neue Klinikum wird nun konzentriert im Eck Bismarckstraße/St.-Jürgen-Straße gebaut. Klar ist offenbar, dass das chirurgische Zentralgebäude, das markante rot-verkleidete Hochhaus rechts neben dem Haupteingang, abgerissen wird. Noch nicht ganz geklärt ist hingegen, wie die frei werdende Fläche genutzt wird - ob sie endgültig dem Krankenhausgelände zugeordnet bleibt oder ob sich hier direkt an der Grenze zum Hulsberg-Quartier eine gemeinschaftliche Nutzung anbietet. Entlang dieses Hochhaus-Grundstücks dürfte später einmal eine Zufahrtstraße zum neuen Wohngebiet liegen. Die Planer haben unter anderem vor Augen, dort Parkplätze anzulegen.

Dieses Thema spielt aber nicht erst eine Rolle, wenn das chirurgische Zentralgebäude gefallen ist und der Krankenhausneubau steht. Weite Teile des heutigen Krankenhausgeländes werden geräumt - und sobald die Abrissbirne des Baggers kreist, fallen bereits in absehbarer Zukunft auch Parkplätze weg. Dies haben die Planer vorempfunden und Ersatz einkalkuliert. Demnach werden zwei große Interims-Parkflächen auf dem Klinik-Gelände ausgewiesen. Eine auf einer Freifläche fast im Zentrum des heutigen Areals, die andere unmittelbar hinter der Augenklinik nicht weit von der Gabelung der Straßenbahnlinien 2 und 3.

Die Planungen für den Krankenhausneubau haben laut Geschäftsführer Hansen nun nichts mehr mit Zukunftsmusik zu tun. Schon in den nächsten Wochen, so die Gesundheit Nord, beginnen 'die konkreten Vorbereitungen auf den Bau: Zunächst einmal muss ein Teil des jetzigen Krankenhauses weichen, um Platz für eine gigantische Baustelle zu machen'.

Die Vorlage und Vorstellung der Planungen gestern bedeute einen großen Schritt voran. Diethelm Hansen: 'Für uns ist mit der Präsentation des Modells und der ersten Baupläne ein wichtiger Schritt geschafft: Nun können wir zeigen, wie das Klinikum Bremen-Mitte der Zukunft aussehen wird.'

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