Fluchtversuche und sonstige Tricks

Kreative Schmuggelei im Gefängnis

In der Justizvollzugsanstalt Oslebshausen verfehlte im Dezember eine Drohne offensichtlich ihr Ziel: Der zum Drogenkurier umfunktionierte Multicopter, an dem eine Kugel 10 Gramm Marihuana befestigt war, zerschellte auf dem Gefängnishof der JVA. Welche skurrilen Schmuggel-Geschichten noch aufflogen, lesen Sie hier.
15.01.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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In der Justizvollzugsanstalt Oslebshausen verfehlte im Dezember eine Drohne offensichtlich ihr Ziel: Der zum Drogenkurier umfunktionierte Multicopter, an dem eine Kugel 10 Gramm Marihuana befestigt war, zerschellte auf dem Gefängnishof der JVA. Welche skurrilen Schmuggel-Geschichten noch aufflogen, lesen Sie hier.

Der Vorfall mit der Drohne ist nicht der erst seiner Art. In Dublin wurde schon einmal versucht, Rauschmittel via Luftpost ins Gefängnis zu transportieren. In einem Päckchen flogen die Drogen per Drohne über den Hof der Wheatfield-Haftanstalt, einem der größten Gefängnisse Irlands. Doch der fliegende Helikopter verfing sich in einer Vorrichtung, die genau solche Fluggeräte aufhalten soll.

Drogen in Baguette und Snickers-Riegel

Auf kulinarischem Wege versuchte es ein Rechtsanwalt. In Brötchen und Schokoriegeln brachte Norbert K. seinen Mandanten Rauschgifte in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Uelzen – in nicht geringen Mengen. Ein Insasse soll sie im Gefängnis dann gewinnbringend weiterverkauft haben. Bis zu 750 Gramm Haschisch soll der Anwalt bei seinen Besuchen eingeschleust haben. Über ein Handy, das der Anwalt zuvor heimlich ins Gefängnis schleuste, bestellte der Inhaftierte bei Drogendealern in Lüneburg und Wolfsburg die Ware: Haschisch, Heroin, Marihuana oder auch Kokain. Ein Kleinkrimineller brachte sie dem Anwalt aus Osnabrück. Der verpackte die Drogen in kleinen Tüten, die in Baguettebrötchen und Snickers-Riegeln versteckt wurden – tatsächlich zum Verzehr.

Schmuggelei per Lieferservice

Drogen per Lieferservice: Diesen Fall gab es in der JVA Moabit. Von Dezember 2013 bis März 2014 gelangten Haschisch, Kokain, die Heroinersatzdroge Subutex, das Schmerzmittel Tilidin, Handys und Alkohol über die wöchentlichen Einkäufe der Häftlinge ins Gefängnis. Der Angeklagte verkaufte sie von dort weiter.

Die Sache wurde bekannt, als ein Handy gefunden wurde. Der Angeklagte hatte die Waren scheinbar bei dem Ehemann seiner Cousine bestellt. Haschisch landete dann für den Schmuggelakt in einer kleinen Schachtel, Handys in der Fischdose. Das Kokain sei aber einfach so mitgeliefert worden, sagte der Angeklagte. Der Lieferant, ein Student, bekam Geld von ihm. Er behauptete, dass er nicht wusste, neben harmlosen Mitbringseln auch Drogen und Medikamente für den Insassen zu schmuggeln.

Im Hamburger Gefängnis Santa Fu ging es um ganz andere Schmuggelwaren: Steaks, Entenbrust, Blütenhonig. Der Chef der Gefängnis-Bäckerei und eine Gefängnis-Psychologin sollen für einen Insassen, einem wegen Vergewaltigung Verurteilten, gegen Geld geschmuggelt haben. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegen sie lautet Bestechlichkeit. Bei Gefangenen fand man außerdem ein Handy – das ist den Häftlingen in Santa Fu nicht erlaubt.

Fluchtversuch im Koffer

Den umgekehrten Weg, also heimlich etwas – oder viel mehr jemanden – aus dem Gefängnis zu schmuggeln, unternahm eine junge Frau in Mexiko. In einem großen Koffer versuchte María del Mar Arjona Rivera ihren Mann aus dem Gefängnis in Chetumal zu befreien. Beinahe hätte es geklappt. Als jedoch ein Rad des Koffers abbrach, in dem sich dreckige Wäsche befinden sollte, wurden die Gefängnismitarbeiter skeptisch. Im Koffer fanden sie Häftling Juan Ramírez Tijerina – nur in Unterhose und Socken bekleidet. Er war laut Nachrichtenagentur Efe 2007 zu zwanzig Jahren Haft verurteilt worden, wegen Drogenhandels und illegalem Waffenbesitz. Von seinem Posten los kam unfreiwillig nur der Direktor des Gefängnisses: Er wurde nach dem Fluchtversuch abgesetzt.

Mit Hilfe einer Katze wollte sich ein Häftling im brasilianischen Arapiraca aus der Zuchtanstalt befreien: Als das Tier gerade durch das Haupttor ging, bemerkten sie die Wärter. Am Bauch der Katze waren Feilen, Handy, Ladegerät, Ohrstöpsel und Bohrerspitzen mit Klebeband befestigt.

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