Abwechslungsreiches Programm beim Tag der offenen Tür Kreative Schüler mit Ochsenmasken

Östliche Vorstadt. Zwei Tage lang stand Repräsentation auf dem Stundenplan der Gesamtschule Mitte. An diesen Tagen der offenen Tür zeigten die Schülerinnen und Schüler Filme, stellten Kunstprojekte aus und spielten Schülerbands. Die Besucher kamen in Strömen - und staunten über die Ergebnisse aus dem Wahlpflichtbereich II, der Bereiche wie Medien oder Theater umfasst.
07.02.2010, 08:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Behrens

Östliche Vorstadt. Ein paar weiße Wohnhäuser mit roten Dächern, eine Krankenstation, eine Kirche mit einem Pfarrhaus, ein Fußballstadion und ein wenig außerhalb ein See mit Sandstrand. Das ist 'Honey Future', eine Stadt aus Pappe, von Jule und Hannah. Die beiden Fünftklässlerinnen haben den detailverliebten Ort innerhalb von drei Wochen im Matheunterricht in Geometrie gebastelt. 'Das ist alles genau berechnet', sagt die zehnjährige Jule aus dem Peterswerder.

Die beiden Mädchen vertraten ihre Gruppe beim jährlichen Tag der offenen Tür der Gesamtschule Mitte (GSM), der am vergangenen Mittwoch im Schulstandort Hemelinger Straße stattfand. Im ganzen Gebäude zeigten die Schülerinnen und Schüler Filme und stellten Kunstprojekte aus. Auf der Bühne der Mehrzweckhalle traten Schülerbands auf.

Die Veranstaltung erstreckte sich über zwei Tage, am vergangenen Donnerstag war der zweite Standort der Schule in der Brokstraße an der Reihe. Beim Tag der offenen Tür wurden die Ergebnisse aus dem Wahlpflichtbereich II präsentiert. Ab der siebenten Klasse wählen die Schüler einen Kurs aus Bereichen wie Medien oder Theater, wo sie praxisorientiert und kreativ arbeiten können.

Werbung mit zwei Ochsenköpfen

Mitten durch die Menschenmassen, die sich zäh durch die vollen Gänge schoben, liefen zwei Jungen mit Ochsenmasken: Lars Kaiser und Jacob Lipps. Die riesigen Kopfbedeckungen hatten sie für das Theaterstück 'Krabat' angefertigt. Jetzt wollten sie ein bisschen Werbung für das Theaterprojekt machen.

'Mit den Masken kann man gut Leute erschrecken. Leider sieht man durch die kleinen Löcher für die Augen nicht so viel', sagte Jacob, der in Hastedt wohnt. Sein Ochse war etwas exotischer geraten - mit grünlicher Haut und kurzen, schwarzen Haaren. So wurde leider nur der braune Ochsenkopf von Lars Kaiser aus Schwachhausen im Stück verwendet.

Ein paar Meter weiter stellte der Wahlpflichtkurs Kunst des zehnten Jahrgangs Tonfiguren aus. Sie sind Fotografien nachempfunden, die mit den Skulpturen präsentiert wurden. 'Mit den Haaren habe ich mir besonders viel Mühe gegeben', sagte Nina Hillmann, Schülerin aus dem Viertel.

Die Locken ihrer Skulptur schlängelten sich weit auf den Rücken hinunter. Vier Wochen hatte sie unter der Leitung von Beate Joch an der Figur gearbeitet. In einem anderen Klassenraum referierte Eckardt Kreye über die Filmproduktion seines Wahlpflichtkurses Medien.

Wahlpflichtkurs Medien beteiligt sich an Wettbewerb

Mit der Reportage zum Thema Cyberbullying will der Kurs beim Wettbewerb 'Kid Witness News' antreten. Die Aufnahmetechnik stellt ein Elektronikhersteller. Der Film ist eine Mischung aus gespielten Szenen und einem Interview mit dem Experten Markus Gerstmann, der über die Gefahren von Mobbing im Internet aufklärt. Jeder vierte Jugendliche werde ein Opfer von Cyberbullying, zum Beispiel über das soziale Netzwerk SchülerVZ.

'Mein Kurs hatte ein halbes Jahr Zeit für den Film, was ich viel zu wenig finde', sagte Eckardt Kreye. Ursprünglich hätten seine Schüler an einem Spielfilm gearbeitet, bis dann heraus gekommen sei, dass eine Reportage benötigt werde. 'Den Spielfilm machen wir aber trotzdem fertig. Momentan ist der noch nicht ganz zu Ende produziert. Den können wir höchstens den Eltern zeigen", stellte der Lehrer fest.

Auf einem langen Tapeziertisch lagen Bücher verschiedener Genres. Dahinter standen Maite Dreyer und ihre Mitschüler. Sie verkauften Bücher, um ein bisschen Geld für ihre Abschlussfahrt zu sammeln. 'Dann können wir da mal ein Eis essen gehen', sagte die 16-jährige Schülerin aus dem Peterswerder.

Die Zehntklässler fahren zum Abschied nach Spiekeroog. 'Wir haben schon einige Bücher verkauft. Wir machen das heute auch nicht zum ersten Mal.' Der größte Teil der Bände stammte von Eltern und Verwandten, die für den guten Zweck aussortiert haben.

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