Außerdem spielt BKT "39 Stufen" auf dem Stadtwerder

Krimitheater zieht's ins Scenario

Neustadt·Steintor. "Unglaublich viele Wiederholungstäter" kennt das Bremer Kriminal Theater (BTK). Über 5000 Zuschauer in den ersten drei Aufführungsblöcken sind für Geschäftsführer Ralf Knapp "ein fulminanter Erfolg" für die erst vor sechs Monaten gegründete Bühne. Doch die Kooperation mit der Schwankhalle ist beendet. Im Alten Saal hat das BKT bisher ermittelt - jetzt hat das Ensemble offenbar eine neue Spielstätte gefunden: das ehemalige Scenario an der Friesenstraße.
06.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Krimitheater zieht's ins Scenario
Von Ulrike Troue

Neustadt·Steintor. "Unglaublich viele Wiederholungstäter" kennt das Bremer Kriminal Theater (BTK). Über 5000 Zuschauer in den ersten drei Aufführungsblöcken sind für Geschäftsführer Ralf Knapp "ein fulminanter Erfolg" für die erst vor sechs Monaten gegründete Bühne. Doch die Kooperation mit der Schwankhalle ist beendet. Im Alten Saal hat das BKT bisher ermittelt - jetzt hat das Ensemble offenbar eine neue Spielstätte gefunden: das ehemalige Scenario an der Friesenstraße.

Eine Bühne, die ausschließlich Krimis spielt, hat es bislang in Bremen nicht gegeben. Umso mehr freut es die Profi-Schauspieler um Regisseur Ralf Knapp, dass schon vier Wochen nach dem Start die erste Vorstellung des Hauptstücks "Die 39 Stufen" von Alfred Hitchcock der neuen Bremer Institution ausverkauft gewesen ist.

Dieser große Erfolg ermutigt das künstlerische Team um Geschäftsführer Ralf Knapp, Perdita Kramer und Christian Aumer. "Und über Investitionen an anderer Stelle nachzudenken", sagt Knapp mit Blick auf eine verlässliche Perspektive. Die Kooperation mit der Schwankhalle war laut Ralf Knapp zunächst für ein halbes Jahr abgeschlossen worden, aber "nicht zeitlich begrenzt, sondern perspektivisch gedacht". Denn der Alte Saal hat jenen morbiden Charme, den sich das Ensemble gewünscht hat, um ein Krimitheater zu etablieren. Die Zeiträume für das zweite Halbjahr 2011, die die Schwankhalle angeboten habe, seien allerdings "indiskutabel", meint Ralf Knapp. Drei Drei-Wochen-Blöcke "in Kalenderwinkeln mit einem Monat Spielplanpause" würden den eigenständigen Regiebetrieb in den finanziellen Ruin führen. Damit ein so kleines Theater wie das BTK überleben kann, müssten nach Knapps Kalkulation pro Vorstellung 130 Gäste im Zuschauerraum Platz finden.

Die Komödie im Schnoor, das vormalige Packhaustheater, sei keine ernsthafte Alternative, sagt der Geschäftsführer auf Nachfrage unserer Zeitung und verweist auf die zwingend notwendige Gebäudesanierung (wir berichteten), die seiner Kenntnis nach einen siebenstelligen Betrag verschlingen würde. Überdies hat sich nach dem Absprung von Unternehmer Rolf Specht bisher kein Käufer für die traditionsreiche Schnoor-Bühne gefunden.

Das Krimi-Theater fahndete nach einer anderen Spielstätte - und schlug im Steintor zu. Die vormalige Spielstätte des Jungen Theaters Bremen, das zwischenzeitlich in Alte Liebe Produktionen übergegangen ist: das einstige Scenario, Friesenstraße 16. Die Räume kennt Knapp als ehemaliger künstlerischer Leiter der Freien Bühne gut, zudem liegen sie relativ zentral.

Als Nachteil der separaten Spielstätte sieht er fehlende Parkplätze an. Der Aufführungsraum könnte etwas länger sein. Außerdem stören ihn die sechs vorhandenen Säulen im Raum. "Damit könnten wir überhaupt nicht leben, das ginge auf Kosten der Zuschauerkapazität."

Bis BTK-Kriminalisten ein dauerhaftes Revier beziehen können, gehen sie zunächst auf Wanderschaft. Einige der kleineren Formate sollen im Bistro "sichtbar" im Wesertower in der Überseestadt gespielt werden. Die erste Aufführung war am gestrigen Sonntag. Weitere Kooperationen sind angedacht.

Die Erfolgsproduktion "Die 39 Stufen" mit Franziska Mencz, Christian Aumer, Christian Kaiser und Martin Leßmann will Regisseur Ralf Knapp als Open-Air-Serie im Lichtluftbad auf dem Stadtwerder inszenieren. Die vier Vorstellungen des spannenden wie komödiantischen Rollen- und Schlagabtauschs stehen für den 12. und 13. August und für 27. und 28. August auf dem Spielplan.

Mehr Informationen stehen im Internet auf der Seite www.bremer-kriminaltheater.de. Für räumliche Optionen oder finanzielle Unterstützung ist Ralf Knapp unter Telefon 5775708 zu erreichen.

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