Positionspapier kritisiert Führungsstil und Betriebsklima Krisenstimmung in Bremens Kliniken

Bremen. Das Betriebsklima wird immer schlechter, Beschäftigte sind mehr und mehr verunsichert, was "zur Demotivation und schließlich zur Resignation" führt - diese Bilanz wird in einem Positionspapier zur Lage der städtischen Kliniken gezogen.
04.05.2011, 05:00
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Krisenstimmung in Bremens Kliniken
Von Wigbert Gerling

Bremen. Das Betriebsklima wird immer schlechter, Beschäftigte sind mehr und mehr verunsichert, was "zur Demotivation und schließlich zur Resignation" führt - diese Bilanz wird in einem Positionspapier zur Lage der städtischen Kliniken gezogen. Getragen wird die Kritik von mehreren Förder- und Freundeskreisen der Krankenhäuser.

Sie bemängeln eine "überzogene Zentralisierung" der vier kommunalen Einrichtungen in Bremen-Ost, Mitte, Links der Weser und Nord und fordern "kurzfristig eine verlässliche und Vertrauen stiftende Änderung zu einem professionellen Führungsstil".

"Zukunft der kommunalen Kliniken Bremens" lautet die Überschrift zu dem Positionspapier, das vom Verein der Freunde des Klinikums Bremen-Ost, dem Verein der Freundinnen und Freunde des Klinikums Links der Weser und dem Förderverein der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Links der Weser unterzeichnet ist. In dem Text wird zunächst auf den Personalabbau und die damit verbundene Belastung für die Beschäftigten verwiesen. Zur Qualität von Krankenhausbehandlung aber gehöre es auch, dass das Personal die Zeit für "verständnisvolle, informierende und unterstützende Zuwendungen" zum Wohle der Patienten habe. Wenn Kranke gut versorgt werden sollten, dann gehöre dazu ausreichendes Personal, das entsprechend motiviert sei. Zur Flankierung sei eine "moderne Unternehmenskultur" geboten, die ein gutes Klima und den Teamgeist fördere. Dafür müssten die Verantwortlichen im Gesundheitsressort und in den Kliniken sorgen. Nicht zuletzt mit Blick auf die Leitung der Dachgesellschaft

"Gesundheit Nord", unter der die vier Kliniken arbeiten, heißt es in dem Positionspapier: "Es ist nicht erkennbar, dass der dafür erforderliche kooperative Führungsstil, insbesondere der Holding-Geschäftsführung, vorhanden ist." Dabei sei es unverkennbar, dass sich "das Betriebsklima zunehmend verschlechtert". Und die "Schwierigkeiten für die kommunalen Häuser verschärfen sich, wenn qualifiziertes Personal auch aus Unzufriedenheit mit dem Betriebsklima kündigt" und abwandere.

Wenn im kommunalen Viererbund ohne das richtige Augenmaß zentralisiert werde, leide die Eigenständigkeit der Kliniken. Sie büßten "ihre jeweils besondere Identität" ein, die für ihr Ansehen in der Bevölkerung "eine entscheidende Rolle" spiele.

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