„Trio Pasatiempo“ und „Papucho“ bieten spannende Mischung aus Musik und Malerei – jenseits der Folklore

Kuba mal anders

Weniger "Buena Vista", dafür mehr Sinnlichkeit: Im Bürgerhaus Hemelingen haben die Musikergruppe "Trio Pasatiempo" und der Künstler "Papucho" einen kubanischen Abend für Kunst und Musik gestaltet. Dem Initiator der Veranstaltung, Martin Koroscha, ging es auch darum, den Gästen einen anderen Blick auf die Künstlerszene aus Kuba zu ermöglichen.
10.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Hasan Gökkaya

Weniger "Buena Vista", dafür mehr Sinnlichkeit: Im Bürgerhaus Hemelingen haben die Musikergruppe "Trio Pasatiempo" und der Künstler "Papucho" einen kubanischen Abend für Kunst und Musik gestaltet. Dem Initiator der Veranstaltung, Martin Koroscha, ging es auch darum, den Gästen einen anderen Blick auf die Künstlerszene aus Kuba zu ermöglichen.

Hemelingen. Zum fünften Mal hat die Reihe "Ein Abend für Kunst & Musik" die Musikszene mit der Bildkunst vereint. Der Blick war dieses Mal auf Kuba gerichtet, weshalb die Musiker von "Trio Pasatiempo" für das Publikum im Bürgerhaus Hemelingen kubanische Lieder spielten. Dabei legte das aus Köln kommende Trio Wert darauf, nicht die mit kubanischer Musik in Verbindung stehenden Stereotype zu bedienen. Statt wilder Salsa-Tänze und lauter Heiterkeit, überzeugte die Sängerin der Gruppe, Mirta Junco, mit ihrem melancholischen und lebendigen Gesang.

Schnell vermischten sich Eigenkompositionen mit lateinamerikanischer und afro-kubanischer Musik. Während des Abends wurde für die 60 meist älteren Besucherinnen und Besucher nicht nur auf Spanisch gesungen. So sagte die aus Kuba stammende Sängerin "wir gehen jetzt nach Brasilien", bevor sie ein aus Rio de Janeiro bekanntes Stück auf Portugiesisch sang. Geleitet wurden die Lieder durch den sinnlichen Rhythmus der Violinistin Yanet Infanzón La O und dem auf Jazz und afro-kubanische Musik spezialisierten Pianisten Norman Peplow. Die seit eineinhalb Jahren als Trio Pasatiempo bestehende Gruppe hat es sich vor allem zur Aufgabe gemacht, die Vielfältigkeit der kubanischen Musik zu zeigen. Diese beinhalte viel mehr als nur "Buena Vista" und "schöne Frauen am Strand", erzählte der Pianist Peplow während der Pause. "Wir wollen dem Klischee entgegenwirken und mit tiefgründiger Musik echte Alternativen zeigen."

Da sich die Veranstaltung nicht nur musikalisch auf Kuba konzentrierte, hingen zudem die Bilder des Künstlers Jorge Lázaro Pérez Fraga alias "Papucho" an den Wänden des Bürgerhauses Hemelingen. Das Malen ist für den heute 40-Jährigen schon immer eine Leidenschaft gewesen, doch seit 1999 geht der Kubaner dieser auch beruflich nach. Eine Universität besuchte Papucho dafür nicht, stattdessen fand er seine Technik auf dem autodidaktischen Wege. Seine Bilder sind geprägt von kräftigen Acrylfarben, die oft die Stadt-Architektur und ihre Menschen in den Fokus stellen. Den Besuchern gefiel vor allem das von ihm 2007 gemalte Bild namens "Calle San Lázaro". Es soll eine Abbildung der großen Hauptstraße im sonnigen Havanna sein. An dieser Straße der Hauptstadt Kubas würde es nur so von Geschäften und Studenten wimmeln, erzählte Papucho.

Eine Art, mit Heimweh umzugehen

Er selbst ist vor einigen Jahren aus Havanna nach Deutschland gekommen. Im Bürgerhaus Hemelingen erinnerte er sich an gute Momente: "Wenn ich solche Bilder male, die mit Kuba zu tun haben, dann ist das meine Art, mit dem Heimweh umzugehen", sagte der in Horn-Lehe wohnende Künstler.

Angetan von der Mischung aus Musik und Kunst war auch die Kunstlehrerin Kirsten de Vries aus Arbergen: "Ich bin sehr von dieser Kombination begeistert. Ich kann nur hoffen, dass es solche Veranstaltungen auch noch in der Zukunft geben wird". Initiiert wurde die auf einer Kooperation beruhende Veranstaltung wieder von Martin Koroscha. Für den freischaffenden Künstler aus dem Viertel war es wichtig, dass sich in dieser kultur-übergreifenden Reihe neue Elemente finden lassen, um allgemeinen Vorurteilen entgegenzuwirken: "Ich will, dass wir durch Kunst Grenzen überschreiten. Dementsprechend wird heute auch auf das Traditionelle, wie zum Beispiel Folklore, verzichtet", erklärte Martin Koroscha.

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